Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1566534
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FVB. 
2552. 
Franz von_Berg _heissen. Für seinen Aufenthalt zu Bocholt in West- 
phalen spricht bisher kein Document; es fehlen aber leider die Rech- 
nungsbücher der Stadt von 1458  1480. Doch ist nicht anzunehmen, 
dass mit dem Jahre 1480 die Thatigkeit des Meisters aufgehört hatte. 
Man könnte ihn auch anderswo suchen, allenfalls in Cleve, der Haupt- 
stadt des alten Herzogthums Cleve und Berg. Ein Bartsch unbekanntes 
Blatt mit Christus am Kreuze fand Professor Sprickmann-Kerkerinck in 
einem Cleve'schen Missale eingeklebt. Dass der Künstler in Bocholt 
gelebt habe, wollte man zunächst aus dem Umstande schliessen, dass 
auch Israel v. Meckenen daselbst thätig war. Es ist aber nicht nach- 
gewiesen, dass beide Meister in Verbindung standen. Israel v. Meckenen 
würde es wohl nicht gewagt haben, unter den Augen des Meisters 
F. v. B. seine Plagiate zu begehen. Auch Christ sagt, dass der Name 
F. von Bocholt noch sehr ungewiss sei. 
Bartsch, P. gr. VI. p. 77 ff, beschreibt 38 Blätter von der Hand 
dieses Meisters, es ist aber damit das Verzeichniss nicht geschlossen. 
Passavant, Peintre-graveur II. p. 187, bringt dasselbe auf 55 Nummern. 
Der Artikel im Künstler-Lexicon ist zu dürftig behandelt, und daher 
müssen wir hier nachhelfen, um zu genügen, ohne in eine weitläufige 
Beschreibung der Blätter einzugehen. Wir hatten 48 Blätter ver- 
zeichnet, und daherentnehmen wir zur Vervollständigung für unsere 
Sammler die fehlende Beschreibung dem Peintre-graveur von Passnvant. 
t) [B. i] Simson eiwvürget den Löwen, indem er ihm zwischen den 
Beinen den Rachen aufreisst. In der Mitte unten F. v. B. H. 5 Z. 5 L. 
Br. 3 Z. 6 L.  
Dieses Blatt ist ausserst selten. Das Exemplar der Ackermanwschen 
Sammlung ist jetzt im k. k. Cabinet zu Wien. Es kostete 99 Thl. 
2)  Das Urtheil Salomoirs. Kostbares, und sehr seltenes 
Hanptblatt es Meisters. In der Mitte unten F V8. H. 9 Z. 9 L. 
Br. 8 Z. 2 L. 
3) [B. 3] Maria und der verkündende Engel. In der Mitte unten 
FVB. H. 7 Z. 4 L. Br. 5 Z. 9 L. 
4) [P. N0. 39] Die Geburt Christi. Joseph kniet links, Maria 
rechts vor dem auf dem Boden liegenden Kinde. Durch die beiden 
Fenster und über eine Mauer des Grundes hin fallt der Blick auf 
eine Landschaft, in welcher ein Engel den Hirten die Geburt des Hei- 
landes verkündet. In der Mitte unten Fv B. H. 7 Z. 4 L. Br. 5 Z. 9 L. 
5) [B. 4.] Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in halber Figur vor 
einem Fenster. In der Mitte unten FvB. H. 6 Z. 7 L. Br. 4 Z. 5 L. 
6) Maria mit dem Kinde in halber Figur auf dem Halbmonde 
von Strahlen umgeben. Unten in der Mitte des Randes F v B. H. 6 Z. 8 L. 
Br. 4 Z. 9 L. 
Dieses äusserst seltene Blatt beschreibt Brulliot, Table generale 
p. 468 N0. 1. Das Exemplar der v. Derschawschen Sammlung erwarb 
Dr. Campe in Nürnberg. Bei der Auktion 1857 scheint es R. Weigel 
erworben zu haben. Letzterer werthet das Blatt im Kunst-Kataloge 
N0. 1717 auf 65 Thaler. In der Derschawschen Auktion ging es 1825 
zu 36 il. 59 kr. weg. Dasselbe Blatt beschreibt auch Passavant N0. 41. 
Er gibt eine Breite von 4 Z. 6 L. und eine Höhe von 6 Z. 10 L. an. 
Es wird aber keine Wiederholung vorhanden seyn. 
7) Christus am Kreuze, links Maria, rechts Johannes mit dem Buche. 
In der Mitte unten im Rande F1: B. H. 6 Z. 8 L. Br. 4 Z.  L. 
Dieselbe Composition hat Martin Schön von der Gegenseite ge- 
stochen. Die Wiederholung des F. von Boeholt ist fast einzig. Wir 
können ein Exemplar durch die Sammlungen Wimstanley, Ottley, Del- 
becq, Sprinckmann-Kerkerinck und R. Weigel verfolgen. Letzterer werthet
        

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