Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558151
209. 
kündigung Maria kommt wohl nicht in Betracht, da sie zum Abdrucke 
nicht bestimmt war. Der Goldschmied hatte mit dem Bunzen hinein- 
gearbcitct, vielleicht gleichzeitig mit Campagnola. Die Abdrücke wurden 
aber erst später gemacht. Auch ein altes deutsches punktirtes Blatt 
findet man, eine Madonna. mit dem Kinde, welche aus früherer Zeit 
stammt, als die Blätter von Oampagnola. Ottley glaubt daher, dass 
unser Meister dieses Verfahren nur vervollkommnet habe, was übrigens 
unläugbar ist, da kein anderer Kupferstecher eine solche Zartheit in 
Strichen und Punkten erreicht hatte. Nur ein einziges Blatt ist datirt, 
jenes mit dem Astrologen, B. No. 8. Auf dem Globus steht die Jahr- 
zahl 1509. Giulio lebte aber noch 1513. In diesem Jahre dichtete 
er ein Sonnet auf den Tod des Papstes Julius II. 
Bartsch, P. gr. XIII. p. 370 i'll, beschreibt acht Blätter von der 
Hand dieses Meisters, welche wir kurz aufzählen, um hinweisen zu 
können, wo ausserdem Nachricht über die Stiche dieses Meisters ge- 
geben wird. Einige Blätter fügen wir hinzu. Ungefähr die Hälfte 
ist mit dem Namen bezeichnet, theils mit dem Beisatze PAT. , d. h. 
Patavinus, und "Antenoreus". Das obige Zeichen findet man nur auf 
einem einzigen Blatte, B. No. 7. Die No. 1-8 sind jene bei Bartsch, 
wir fügen aber einige andere Bemerkungen bei. Alle Blätter gehören 
zu den grossen Seltenheiten.  
1) Die Geburt Christi. H. 10 Z. Br. 8 Z. 8 L. 
Dieses Blatt ist nach Bartsch mit F. I. CA. bezeichnet, es ist aber 
eher I. I. CA. zu lesen, daher wir unter diesen Buchstaben darauf 
zurückkommen. Von Julius Campagnola rührt es aber wohl sicher 
nicht her, so wie ein zweites Blatt mit St. Ottilia, welches dieselben 
Initialen verkehrt enthält, so dass wir unter All. I. darüber gehan- 
delt haben, I. No. 330. 
2) Jesus und die Samariterin am Brunnen. Bunzenarbeit. H. 5Z. 
Br. 6 Z. 9 L.  
Die Cornposition ist sicher von Giorgione. Ohne Zeichen und Namen. 
3) Der Täufer Johannes, stehend mit der Schale in der Linken. 
Mit dem Bunzen bearbeitet. IVLIVS CAMPAGNOLA. F. H. 12 Z. 
8L. Br.8Z.9L. 
Im zweiten Drucke mit N. NellPs Adresse.  Ottley, History of 
Engraving I. p. 768 gibt eine Copie dieses Blattes. 
4) Saturn. IVLIVS CAMPAGNOLA ANTENOREVS F. H. 3 Z. 
11 L. Br. 5 Z. 
5) Ganymed vom Adler entführt. IVLIVS CAMPAGNOLA. Grab- 
stichelarbeit. H. 6 Z. Br. 4 Z. 6 L. 
Nach Vasari malte Damian Mazza von Padua eine solche Vor- 
Stellung an einem von Tizian bewunderten Plafond. Vielleicht gibt 
das Blatt des Campagnola diese Composition.  
6) Der junge I-lirt, sitzend mit zwei Flöten. H. 4 Z. 10 L. 
Br. 3 Z. 
Dieses Blatt ist nach Giorgione ausgeführt. Im Catalogue of 
select prints of an amateur (Th. Wilson). London 1828, p. 46, ist ein 
früher Abdruck vor Anwendung der Punkte erwähnt. Das Blatt ist 
unbezeichnet, man hält es aber für Campagnolzüs sichere Arbeit. 
7) Der alte Hirt. Er liegt auf der Erde und bläst auf einer 
kleinen Flöte, welche er mit der Rechten hält. Den linken Arm 
stützt er auf den Boden. Rechts hinter ihm bemerkt man eine Ziege 
und ein Schaf, und im Grunde das Dorf. Bunzenarbeit. H. 3 Z. 
Br. 5 Z. 
"Dieses Blatt ist rechts oben mit dem gegebenen Monogramme ver- 
sehen, wie Brulliot I. No. 1311 versichert. Bartsch macht nicht darauf
        

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