Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565998
860 
2373 
2374. 
auf dem Rücken einen Thurm, an welchem der Schild mit dem Mono- 
gramme angebracht ist. Die rechts und links sich erhebenden Bäume 
mit phantastischem Laubwerk bilden ein Gewölbe über dem Thiere. 
H. 3 Z. 9 L. Br. 2 Z. 8 L. Auf kleineren Vignetten stehen die 
Buchstaben F. R. getrennt in einem einfachen Schilde. Ein solcher ist 
bei Rothscholtz, Insignia-Bibliopolaritm etc. N0. 177, hnd bei Brulliot 
I. N0. 2061 schlecht nachgebildet. H. 1 Z. 8 L. Br. 1 Z. 3 L. 
Die Druckerei und Buchhandlung des F. Regnault ging in den 
Besitz des Pierre Regnanlt über, welcher in seinem Signet ebenfalls 
den Elephanten, aber ohne Wappenschild führte. Bei ihm erschien 
1540 eine mit Holzschnitten illustrirte Bibel, über welche wir unter 
PR. handeln. in 
2373. Marco oder Silvestro da Ravenna soll nach Christ, Monogn- 
Erklärung S. 347, Kupferstiche nach Rafael mit dem 
ersten Monogramme bezeichnet haben. So lesen wir 
auch liei Heller, Monogin-Lexicon S. 136, und bei 
ä Brulliot I_. N0. 2061, Qhrist ist sich aber nicht klar, 
,  und scheint nur den einfachen römischen Buchstaben 
R auf alten Kupferstichen auf den genannten Meister und auf Rafael 
deuten zu wollen, indem er noch weiter beifügt, dass der Buchstabe R. 
welchem er die Form uiisers ersten Zeichens gibt, auch auf neueren 
deutschen Blättern vorkonime. Der genannte Schriftsteller hatte wohl 
die Verlagsvignetten des Theodosius Rihel von Strassburg im Sinne, 
auf welchen das v0nBrulli0t gegebene zweite Zeichen VOFkOIIIIäIlJ. 
Th. Riliel war Buchdrucker und Buchhändler, und entwickelte um ie 
Mitte des 16. Jahrhunderts grosse Thätiglkeit. In den (äbihgen Zeichen 
tritt das F nicht entschieden hervor, un wir werten a er unter R 
einen Rückweis geben. 
2374. Giacomo, Rocca, Maler von Rom, der Schüler des Daniel 
da Volterra, soll nach Brulliot I. No._1947 Zeichnungen mit 
R diesem Monogramme versehen haben. Der genannte Schrift- 
steller beruft sich auf eine handschriftliche Notiz des bekannten 
Kunstsammlers Iälazard, hat aber selbst keine der fraglichen Zeichnungen 
gesehen. Rocca war bekanntlich kein erfindungsreicher Künstler, und 
er scheint daher wenige Zeichnungen von eigener Composition hinter- 
lassen zu haben. Man weiss im Gegentheile, dass er Zeichnungen 
seines Meisters und des Michel Angele benützte. Eine grosse Anzahl 
von Zeichnungen des letzteren überliess er dem Giuseppe Cesari d' Ar- 
pino, mit welchem Rocca einige Zeit gearbeitet hatte. Wenn daher das 
Monogramm auf Zeichnungen vorkommt, so ist vielleicht ein Theil von 
der Hand des Michel Angele, oder des Daniel da Volterra, und Rocca 
fügte wohl nur zum Zeichen des Besitzes ein Monogramm bei. Er 
starb nach 1594. 
In einem Anktionskataloge von J. M. Heberle, Cöln 1855 N0. 1004, 
ist ein radirtes Blatt mit der Danae angezeigt, welches oben in der 
Ecke das verkehrt stehende Monogrnmm I. R. F. mit der Jahrzahl 1604 
enthält, qu. f0l._ Es soll von einem italienischen Meister herrühren. 
Aus dem oben gegebenen Monogramme kann man ebenfalls die Buch- 
staben I. F. R. herausünden, und vielleicht hat das Zeichen mit dem 
obigen Aehnlichkeit. Es frägt sich aber, ob Rdcca 1604 noch am 
Leben war, und ob er als alter Mann noch die Radirnadel zur Hand 
nehmen wollte. Es ist aber auch nicht ausgemacht, dass das gegebene 
Zeichen dem G. Rocca. wirklich angehöre.
        

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