Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565878
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2334. 
militärischen Vorstellungen des holländischen Meisters W. mit dem 
Goldschmiedszeichen, Bartsch VI. p 56 N0. 24-31, sind bisher als die 
ältesten Radirungen zu betrachten. Letztere fallen vor 1496. E. Harzen 
handelt in Dr. Naumannls Archiv für die zeichnenden Künste V. S. 119 ff. 
über die Erfindung der Radir- und Aetzkunst. Parmigianino muss sich 
jedes Anspruches darauf begeben. Er wurde vielleicht 1530 in Bologna 
durch Marc Anton bestimmt, Platten zu radiren und zu ätzen  was 
ihm als Maler im höheren Grade gelang, als dem genannten Meister. 
Sein Nachahmer ist Andrea Meldolla, über welchen wir I. N0. 909 
gehandelt haben. 
Die Radlrnngen eines Schülers oder Nachahiners, welche F P. bezeichnet sind. 
Diese Blätter, 26 an der Zahl, beschreibt Bartsch l. c. p. 19 ü". 
Sie wurden öfter dem Parmigianino selbst zugeschrieben, was nicht an- 
zunehmen ist. Man konnte aber noch nicht ermitteln, Avon wem sie 
herrühren. Einige wollten sie dem Francesco Parmensis, d. i. 
dem Bertoja zuschreiben, andere verfielen auf Giacomo Parmensis 
und auf Girolanlo di Michele Mazzuola. Die Buchstaben FP 
deuten wohl sicher den Francesco Parmegianino als Zeichner an. Einige 
Blätter aus der Folge der Apostel, B. N0. 2  13, sind copirt. Die 
Copien sind aber von der Gegenseite, 'und die Initialen F P stehen 
rechts unten. Auf den Originalen sind sie links einradirt. Folgende 
Blätter blieben dem Verfasser des Peintre graveur unbekannt. 
1) Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und dem kleinen Johannes. 
Breit und kräftig radirt. I-I. 7 Z. Br. 10 Z. 3 L. 
2) Die Vermählung der hl. Catharina. Sie kniet links, und empfängt 
den Ring des von Maria und Anna unterstützten Jesuskindes. Hinter 
dieser Gruppe steht Joseph, und in der Luft schwebt ein Engel mit 
der Krone. Unten gegen die Mitte FP. H. 6 Z. Br. 4 Z. 2 L. Die 
gegenseitige Copie ist bezeichnet: F. Parmensis f. 
3) Der Apostel Paulus mit dem Schwerte in der Rechten gegen 
rechts schreitend. Rechts unten FP. H. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 2 L. In 
der von Bartsch beschriebenen Folge der Apostel kommt St. Paulus 
nicht vor. 
4) Ein Heiliger, oder Apostel, stehend nach links mit gesenktem 
Blicke, mit der Linken den Mantel, und in der Rechten ein Buch 
haltend. Schöne Radirung mit F P, 12. 
5) Joseph und Pntiphar's Frau. Mit FP. 8. Ein Originalblatt mit 
dieser Vorstellung ünden wir nirgends beschrieben, nur eine Copie: 
Parmens-is f.. bezeichnet. . 
2334- Francois Perrier, Maler und Radirer, ist oben unter dem 
P Monogramme FP N0. 2326 eingeführt, und-wir haben 
F,  auch bereits bemerkt, dass die Initialen FP auf ra- 
 dirten und in Helldunkel behandelten Blättern vor- 
A R A  kommen. Früher wollte man deren der Zeichnung 
nach dem Francesco Parmeggiano zuschreiben. Diess ist mit dem 
Blatt-e der Fall, auf welchem die Buchstaben F. P. In. stehen. _Es ist 
von G. B. del Sole radirt, und stellt die hl. Jungfrau vor, wie sie den 
vor ihr am Tische sitzenden Jesusknaben lehrt, während Joseph rechts 
im Lehnstuhle zu schlummern scheint. Rechts unten steht: Gio. Battß 
Del Sole F, links: F. P. In. Im Rande liest man: Hie sedes Süphiae  
 doces. Dieses Blatt beschreibt Bartsch XXI. p. 124 N0. 1, und er 
glaubt, dass die Zeichnung von Parmeggiano herrühre.._ Es handelt 
sich aber nur um "eine gegenseitige Copie nach F. Perrier, welcher 
dieselbe Vorstellung radirt hat. Auf diesem Blatte steht llllkS unten:
        

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