Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565852
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2333. 
Eine weitere Folge von 21 Blättern nach Studien und Zeichnungen 
Parmegiands ist von Antonio Faldoni, welche in zweiter Auflage, oder 
erst in der Gesammtausgabe 1786 in Venedig erschien, fol. Faldoni 
arbeitete für das Werk des Grafen Zanetti. Sechzehn Blätter sind dem 
Werke desselben beigefügt. 
In dem berühmten ZeichnungsJniitationswerk des Chev. James 
Hazard sind nur fünf Blätter nach unserm Künstler. Ein Verzeichniss 
dieses Werkes gibt R. Weigel,  N0. 15,454. 
Parmegianino scheint nur selten ein Gemälde mit F P. bezeichnet 
zu haben, so wie auch die grösste Zahl seiner Zeichnungen unbezeichnet 
ist. Ein Gemälde mit F. P. und der Jahrzahl 1580. welches Apollo 
und die Musen auf dem Parnass vorstellt, wurde 1853 zu London aus 
der Collection Payntun verkauft. Dass der Künstler nur sehr selten 
FP. gezeichnet habe , beweisen auch die vielen Kupferstiche, welche 
nach seinen Werken vorhanden sind, indem die Initialen auf den Nach- 
bildungen gewöhnlich fehlen. 
Holzschnitte von und nach Parnieglanlno. 
Bartsch nimmt bekanntlich nicht an, dass dieser Künstler selbst 
das Schneidmesser geführt habe. Die nach seinen Zeichnungen vor- 
handenen Holzschnitte von zwei, drei und vier Platten werden daher 
gewöhnlich dem Antonio da Trento, Hugo da Carpi, Nicolo Vicentino 
und A. Ghandini zugeschrieben. Andrea Andreani licss Platten dieser 
Meister wieder abdrucken, und fügte auf mehreren sein eigenes Zeichen 
bei. Nur wenige Blätter sind mit FP versehen, und nicht in jedem 
Drucke, da die einfache Strichplatte die eingeschnittenen Initialen 
nicht immer hat. Die Blätter der genannten Meister beschreibt Bartsch 
an den betreffenden Stellen, nicht im Artikel des Parmegianiilo. Es 
ist aber kaum zu längnen , dass dieser Künstler selbst in Holz ge- 
schnitten habe. Es musste ihm viel- daran gelegen seyn, die Platten 
zum farbigen Ueberdrucke zu bereiten, da es galt, Zeichnungen nach- 
zuahmen, und um die gehörigen Töne herauszubringen, waren zwei, 
drei und vier Holzplatten nothwendig. Diese Anordnung war nicht die 
Sache jedes Formschneiders, und man muss daher eine unmittelbare 
Mitwirkung des Zeichners oder Malers annehmen. Uebrigens ist Par- 
megianino nicht der Erfinder des Verfahrens in Helldunkel, wie man 
auch angegeben findet. Es ist diess auch nicht Hugo da. Carpi, obgleich 
er in seinem Privileginm auf die Ehre dieser Erfindung Anspruch 
macht. Lukas Cranach geht den Italienern voraus, und letztere mögen 
durch ihn angeregt worden seyn, wenn man nicht annehmen will, dass 
Hugo da Carpi oder Parmegianino durch eigenes Nachdenken etwas 
später zu einem ähnlichen Resultate gelangt seien. Die Mitwirkung 
des letzteren beim Drucke mit mehreren Platten war auch dem Vasari 
bekannt, indem dieser Schriftsteller deutlich sagt: lt medesimo Parmeg- 
giano avendo moslra questo modo di farc le stampc con tre forme ad An- 
tonio da Trento. Er hatte also den A. da TFrento zum Gehülfen ange- 
nommen, und diesen das Verfahren in Hclldunkel gelehrt. Im einfachen 
Schnitte wird derselbe bereits geübt gewesen seyn, schwieriger war es 
aber für ihn, die Tonplatten herzustellen. Die Anordnung des Ganzen 
konnte anfangs nur von dem Maler und Zeichner ausgehen , und es 
ist höchst wahrscheinlich, dass dieser zur Probe selbst Strich- und 
Tonplatten unter den Augen des Antonio da Trento bearbeitet habe. 
Die Zahl der eigenhändigen Holzschnitte des Parmegianino wird aller- 
dings sehr gering seyn, wenn sich aber doch der eine oder der andere 
Holzschnitt durch -eine so geistvolle Führung auszeichnet, dass man 
nur eine malerische Hand vermuthen kann, ist es nicht gewagt, darin
        

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