Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565772
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2324. 
kein iiüchtiges Oel dasselbe auflösen konnte, während die Oelkruste 
weggiug. Ob diess das von Brulliot nicht näher bezeichnete Gemälde 
ist, wissen wir nicht, und es könnte bezweifelt werden, da der ge- 
nannte Schriftsteller unter dem Monogrumme die volle Jahrzahl 1428 
gibt, während auf dem Bilde des Herrn v. Quandt die Zahl 28 links 
unten steht. Das Gemälde des Letzteren stellt die heil. Jungfrau und 
St. Anna. in einer Kirche sitzend vor. Das auf dem Schoosse der 
Maria. sitzende Jesnskind neigt sich zu Anna hin, und greift mit seinem 
linken Händchen nach dem Blatte eines aufgeschlagenen Buches, welches 
auf den Knieen der Grossmutter liegt. An jeder Seite dieser Gruppe 
steht ein musicirender Engel. Das Christkind ist nach v. Quandüs 
Versicherung von ausserordentlicher Schönheit. Am wenigsten gelungen 
sind die Hände der beiden Frauen. Der architektonische Hintergrund 
erinnerte ihn an das Innere des Domes in Spoleto. Es unterliegt wohl 
keinem Zweifel, dass das erste der obigen Zeichen dem Fra Filippo 
angehöre, da er immer in Tempera malte. Von Filippino Lippi kann 
es in keinem Falle herrühren, obgleich auch er noch Bilder in Tem- 
pera malte. Gegen ihn streitet sowohl die Jahrzahl M28, als 1528. 
Er starb 1505. 
Als Nachtrag zum Artikel des Filippino di Fra Filippo Lippi, und 
auch für andere Schriftsteller machen wir noch auf folgende Schrift 
des Zanohi Bicchierei aufmerksam: Alcuni documenti non mai stampati 
(1454- 1565) äcfäirenläeä Le Moäniär 18g? 8. In cäiesäm YKVerkchen 
ist S. 15 ein Brie es iippino   2. ai 1489 a ge ruc t, worin 
der Künstler unter Bezugnahme auf ein Schreiben vom 20. April 1487 
von seinen Gemälden der Capella Strozzi in St. Maria Novella zu 
Florenz spricht. Vasari sagt, der Künstler habe nur nach Bequemlich- 
keit gearbeitetä ung s? daher; erst 1501? mit jenen lBildlern färltig ge- 
worden. Aus em riee von 489 erse en wir auc , ass iippino 
damals in Rom war, wo er in St. Maria sopra Minerva die ganze Ca- 
pelle des Oliviero Caralfa ausmalte. 
Das zweite Zeichen fand Brulliot I. N0. 2041 auf einem Gemälde, 
welches den Knaben Jesu unter den Schriftlehrern vorstellt, in einer 
Composition von vierzehn halb lebensgrossen Figuren. Der genannte 
Schriftsteller sah es 1817 in Wien im Hause eines Herrn Lasalle, und 
man nannte als Verfertiger den Fra Paolo da Pistoj a. Dieser Fra 
Paolo war Klostergenosse des Baccio della Porta, oder des Fra Barto- 
lomeo, und der vorzüglichste Schüler desselben. Er erbte alle Studien 
und Zeichnungen dieses berühmten Meisters, welcher den 8. Oktober 
1517 starb. Dadurch gewinnen wir einen Anhaltspunkt für die Zeit 
des Fra Paolo, und er kann daher 1526 noch gelebt haben. Sein Todes- 
jahr ist unbekannt. Wir wissen auch nicht, wo sich das fragliche Ge- 
mälde jetzt befindet. Es muss sich in demselben der Charakter der 
Schule des Fra Bartolomeo di San-Marco aussprechen , wenn es von 
Paul von Pistoja herrühren soll. Die Werke dieses Künstlers sind 
selten geworden, oder es werden vielleicht deren dem Fra Bartolomeo 
zugeschrieben. 
2324. Pietro Facini, Maleü undhRadirfer, geb. zu B0l3gnaT1562, 
' gest. 1602, so nac Brul iot I. N0. 377 er räger 
ARNNJ  dieser Zeichen seyn. Von Profession Pharmaceut, 
besuchte er ie chule des Annibale Carracci, und dieser _Me1ster erzog 
sich der Sage nach einen gefährlichen Nebenbuhler 1n_ ihm. Als Co- 
lorist verdient Facini sicher alles Lob, welches in dieser Beziehung 
Annibale selbstanerkannte. Sein unruhiger Geist gestattete ihm aber
        

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