Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565769
2323. 
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Vasaähhin seine lillrzähllung) haben (sich aber Iärrthümer eingeschlichen, 
we c e au g nac gesc rie eu wur en. er ünstler starb den 810  
tober 1469, wie aus dem Nekrologe des Carmeliter Klosters in Floreiiz 
erhellet. In der ersten Ausgabe der Künstlerbiographien gibt ihm Va- 
sari ein Alter von 67 Jahren , also müsste IPra Filippo 1402 geboren 
worden seyn. Man setzte aber bisher seine Geburt um 1400. In der 
zweiten Ausgabe corrigirt sich Vasari, indem er den Künstler nur ein 
Alter von 57 Jahren erreichen lässt. Dadurch stellt sich 1412 als 
Geburtsjahr heraus, und dieses stimmt in jeder Hinsicht mehr mit 
seinen Verhältnissen. Man schrieb dem Vasari auch stets gläubig nach 
dass Filippo Lippi mit acht Jahren schon nach den berühmten Freskeii 
des Masaccio in der Carmeliter Kirche zu Florenz studirt habe, allein 
sie wurden erst 1440, mithin 20 Jahre später, ausgeführt. Die von 
Vasari erzählte Geschichte von der Entführung der Lucrezia Buti aus 
dem St. Margarethen Kloster zu Prato müsste in das Jahr 1458 fallen 
wenn uns der genannte Biograph nicht mit einem Romane beschenkt 
hat. Fra Filippo malte mit Unterbrechung acht Jahre für die Kirchen 
in Prato, indem er inzwischen auch andere Bestellungen übernahm. 
S0 finden wir ihn 1457 mit einem Bilde der Anbetung des Jesuskindes 
für den Grossherzog in Florenz beschäftiget. Zu dieser Zeit über- 
trugen ihm die Nonnen der heil. Margaretha in Prato die Ausführung 
des Hauptaltargemäldes in ihrem Oratorium, und somit könnte sich 
1458 der Liebeshandel mit der Lucrezia Buti entspannen haben. 
Dr. Gaye und die Herausgeber des Werkes des G. Vasari, welches 
von 1846 an in B'lorenz bei Lemonnier erschien, beziehen darauf ein 
Schreiben des Gio. de Medici an Bartolomeo Serragli d. d. 27. Mai 
1458, in welchem der Herzog von einem Fehler des Fra Filippo spricht, 
über welchen sie alle herzlich gelacht hatten. Darunter will man die 
Entführung der Lucrezia verstehen, und die Frucht derselbeiware 
nun der Maler Filippino Lippi, der Sohn desiCarmeliten Fra Filippo, 
welcher nach Vasari 1460 geboren wurde. Nur dieser Künstler könnte 
in seiner Jugend nach den Fresken des Masaccio Studien gemacht 
haben, und wenn Fra Filippo die durch Lasinids Stiche bekannten 
Frescobilder al Garinine zu Florenz wirklich gemalt hat, so hätte im 
Gegentheile Masaccio die Gemälde des Fra Filippo benützt. 
dWennknunzt wie anzunehärggn, Fragilippo im (Jahre 1412 geboren 
wur e, so onn eer gegen seine n än e in er Malerei emacht 
haben. Die dem ersten Zeichen beigefügte gZahl 28 kann und" 1428 
bedeuten, da das in Tempera ausgeführte Gemälde mit dem ersten 
Monogramme im 15. Jahrhundert entstanden ist. Brnlliot I. N0. 2041 
gibt es in der Form unsers zweiten Zeichens, und setzt die Jahrzahl 
1428 darunter. Das Gemälde mit diesem Zeichen beschreibt er nicht, 
sondern sagt nur, dass er 1824 ein solches in der Sammlung des Herrn 
Campe in Leipzig gesehen habe. Diess ist nun wahrscheinlich das 
Bild, welches der bekannte Kunstfreund G. von Qnandt in Dresden 
besass. Letzterer machte uns den 5. Februar 1858 Meldung davon, 
und nach dem im Briefe beigefügten Facsimile hat das Monogramm 
die Form des obigen Zeichens mit der Zahl 28. G. v. Quandt kaufte 
das Gemälde von einem Italiener, welcher es für das Werk irgend 
eines grossen Meisters ausgab, unter welchem unser Berichtgeber so- 
gleich den Styl der Frescomalereien des Fra Filippo Lippi erkannte. 
Untenwar damals ein Stück mit Oelfarbe überstrichen, nach der Rei- 
nigung zeigte sich aber an dieser Stelle das Monogramm. Links unten 
war in gleicher Weise die Zahl 28 überstrichen. Herr von Quandt 
fasste die Ueberzeugung, dass das Monogramm und die Jahrzahl ur- 
sprünglich auf das Temperagemalde geschrieben werden sei, indem
        

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