Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565676
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FMG. 
2290. 
die Jünger und die heiligen Frauen vorstellt. Rechts unten neben den 
Füssen des Jüngers, welcher die Dornenkrone hält, bemerkt man die 
Initialen. H. 12 Z. Br. 8 Z. 9 L. Die Oomposition ist sicher von 
Parrnigiano, und Bartsch XVI. p. 8 No. 5 schreibt diesem Meister 
auch eine anonyme Radirung mit derselben zu, indem er die Copie mit 
dem Originale verwechselt, nämlich jene des Giacomo Bertoja oder 
Jacobus Parmensis. Malaspina di Sannazaro II. p. 119 nennt diesen 
Künstler irrig Jacob Bertiza da Parma, bemerkt aber richtig, dass erst 
die retouchirte Platte mit F M F. bezeichnet worden sei. Der sogenannte 
COR. MET. hat die Grablegung Christi nach der Copic Bertoja's ge- 
stochen, hatte aber von Franccsco Parmigiano keine Kunde, indem 
er durch die Beischrift: IAC. PAR. INVE., die Composition dem Ja- 
cobus Parmensis, d. i. dem Bertoja zuschreibt. Die Originalradirting 
beschreibt Zani P. II. 8. p. 242, oder will wenigstens dieselbe kennen. 
Dann macht er 1. c. p. 244 C. noch auf eine weitere Copie aufmerksam, 
welche er angeblich nur einmal gesehen hatte. Eine dritte, anonyme 
Gopie ist nur 9 Z. 8 L. hoch, und 7 Z. 6 L. breit. Um die Nach- 
bildung des Andrea Meldolla handelt es sich nicht. Diese ist etwas 
kleiner, und zeigt Veränderungen.  Im Grunde ist eine Figurengruppe 
statt der Felsen. 
2290. Johann Martin Friedrich Geissler, Zeichner und Kupfer- 
JC stecher, geb. zu Nürnberg 1778, gest. daselbst 1853. Schüler 
 von H. Guttenberg, musste er anfangs mit geringfügigen 
Blättern sein Brod verdienen, und auch nach seiner 1803 
' erfolgten Ankunft in Paris hatte er zu kämpfen, da er wohl 
eine Landschaft stechen konnte , aber im figürlichen Fache noch weit 
zurück war. Bei ihm paarten sich aber Talent und Fleiss , und die 
freundschaftliche Berührung mit den berühmtesten Künstlern damaliger 
Zeit hatte den wohlthatigsten Einfiuss auf den Gang seiner Kunst. 
Geissler gründete schon in Paris einen ehrenvollen Ruf, sowohl durch 
die von ihm allein gestochenen trefflichen Blätter, als auch durch die 
geschmackvollen Aetzungen, welche er für andere grosse Kupferstecher, 
wie Desnoyers, Pradier u. A. ausführte. Er radirte die landschaftlichen 
Partien ihrer Platten, hintcrliess aber selbst mehrere malerische Ra- 
dirungen, deren Platten nie mit dem Stichel vollendet wurden. Ausser- 
dem kommen aber auch Aetzdrücke von Platten vor, welche später 
mit dem Stichel vollendet wurden. Solche Abdrücke gehören zu den 
Seltenheiten, da sie nur gemacht wurden, um den Fortschritt der 
Arbeit beurtheilen zu können. Der Künstler machte zuweilen im un- 
teren Rande einen Versuch mit der Nadel, und polirte erst nach der 
Vollendung den Plattenrand, wodurch diese sogenannten Einfälle ver- 
schwanden. So zeigt sich im Aetzdruck der Landschaft mit Heerden 
und Hirten nach N. Berghem für das Musee royal unten eine Figuren- 
gruppe. Solche Einfälle sind auch im breiten Rande des Aetzdruckes 
einer Landschaft mit Heerde und Hirten nach A. van de Velde für 
das Musee Filhol. -Für das Musee Napoleon, für das Musee Filhol, 
für das Wiener- und Dresdner-Galleriewerk und für Boisseree's Dom 
zu Cöln stach Geissler mehrere Platten, und von allen sind Aetzdrücke, 
sogenannte Epreuves d' Artiste, dann auch vollendete Abdrücke vor 
aller Schrift, und solche mit angelegter Schrift vorhanden. Erstere 
waren ursprünglich nur für den Künstler allein bestimmt. Ueber solche 
Seltenheiten gibt der von J. A. Börner verfertigte Catalog der Samm- 
lung des Künstlers. Leipzig 1855, N0. 550 -585 AIIfSChIIISS. Diese 
interessante Sammlung wurde unter Leitung des Hrn. Rudolph Weigel 
versteigert. Das Monogramm des Künstlers kommt nur auf einigen
        

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