Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565450
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2215. 
1826 nach Berlin, um Philologie zu studiren, und besuchte dann auch 
die Universität Heidelberg. Kugler hatte aber von jeher eine grosse 
Vorliebe für die Kunst und ihre Geschichte, und daher gehört schon 
seine erste Abhandlung diesem Gebiete an. Er nahm die jetzt auf der 
k. Bibliothek in Berlin vorhandene Handschrift des Mönches Werinher 
von Tegernsee, welche früher Herr von Nagler besass, zum Gegenstand 
einer kunstgeschichtlichen Untersuchung, und erlangte damit die philo- 
sophische Doctorwürde. Dieser Codex enthält ein Loblied auf die heil. 
Jungfrau, und ist mit farbigen Zeichnungen versehen, welche Kugler 
selbst copirte. Seine Abhandlung über diesen Mönch und dessen ar- 
tistische Bestrebungen hat den Titel: Dissertatio de Werinhero, saeculi 
XII. Monacho Tegernseeensi, et de picluris minutis. quibus carmen suum 
theodiscum de Vita B. V. M. ornacit. Berolini 1831. Ueber Wernher 
von Tegernsee und sein Lobgedicht haben wir auch im Künstler-Lexicon 
XXI. S. 309 ff. gehandelt, und man möge daher das Weitere nachlesen. 
In der erwähnten Abhandlung lernen wir Kugler bereits als Kunst- 
gelehrten kennen, aber fast gleichzeitig trat er auch als Künstler auf, 
nämlich durch Sein Skizzenbuch. Mit Radirungen vom Verfasser und dem 
Maler Robert Reinick. Berlin 1830. 8. Von dieser Zeit an blieb Dr. Kugler 
den kunsthistorischen Studien getreu, und sein häufiger Verkehr mit 
Schöngeistern und Künstlern begeisterte ihn sogar zur Poesie. Das 
Licderbuch für deutsche Künstler. Ilerausgegeben von F. Kugler u. B. Reinick. 
Berlin 1833, gr. 12, enthält nicht nur Proben seiner Muse, sondern 
auch radirte und gestochene Vignetten nach seinen Zeichnungen. Hierauf 
gründete er ein Kunstjournal, welches aber bei aller Tüchtigkeit der 
Redaktion nur wenige Jahrgänge erlebte. Es hat den Titel: Museum. 
Blätter für bildende Kunst; redigirt von Dr. F. Kugler. Erster bis fünfter 
Jahrgang. Berlin 1833-1837. Mit Kupfern, gr. 4. Mittlerweile öffnete 
sich ihm als Professor der Kunstgeschichte und Aesthetik an der kgl. 
Akademie in Berlin ein grösserer Wirkungskreis, und Kugler war fortan 
fast bei jedem Kunstunternehmen betheiliget. Von 1833 an lieferte er 
den Text zu J. H. Straclßs und F. E. Meyerheinfs architektonischen Denk- 
mälern der Altmark Brandenburg. In malerischen Ansichten. Berlin 1833171, 
gr. fol. Als Resultat seines Studiums der klassischen Kunst des Alter- 
thums nennen wir seine interessante Abhandlung über die Polychromie 
der griechischen Architektur und Sculptur. Berlin 1835, 4. Von grösserer 
Bedeutung ist aber sein Handbuch der Geschichte der Malerei von Con- 
stantin dem Grossen bis auf die neuere Zeit. Zwei Bände. Berlin 1837, 8, 
über welches wir aber später handeln, da es in einer vermehrten Auf- 
lage vorhanden ist. Im folgenden Jahre erschienen zwei andere Werke, 
die Beschreibung der Gemälde-Galleric des k. Museums in Berlin, und die 
Beschreibung der in der k. Kunstkqmmer vorhandenen Kunstsammlung, 8. 
Von 1838 ist auch sein Verzeichniss der Gemäldesammlung des k. Schwed- 
ischen und Norwegischen Consuls J. H. W. Wagener. 8. Gleichzeitig be- 
fasste sich Kugler auch mit einem wichtigen Abschnitte der Geschichte 
seines Vatcrlandes. Es ist diess die Geschichte Friedrichs des Grossen. 
Mit 400 Holzschnitte-n nach Original-Zeichnungen von A. Menzel. Leipzig 
1839  1842, gr. 8. Ueber die Bedeutung dieses, in neuer Ausgabe 
von 1855 vorhandenen Werkes für die Ausbildung der deutschen Form- 
schneidekunst haben wir im Artikel des Adolph Menzel I. N0. {939 
gehandelt. Leistungen dieser Art können einen grossen Theil der 
Lebenszeit eines Mannes allein in Anspruch nehmen, Kngler verlor 
aber zugleich nie den Faden, welcher durch das Labyrinth der Kunst- 
geschichte führt. Diess beweisen neben anderen verwandten Studien 
seine Denkmäler der bildenden Kunst des Mittelalters in den Pmlssischen 
Staaten. Acht Tafeln in fol. mit Text. Berlin 1838, 8. Gleichzeitig
        

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