Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565209
2144. 
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heisst, und ganz besonders einen Einfluss des Hahs Memling. Auf 
dem rechten Flügel sind die Verkündigung, die Heimsuchung, die 
Geburt und Beschneidung Christi, auf dem linken die Anbetung der 
Könige, die Darstellung im Tempel und, beide untere Abtheilungen 
einnehmend der Tod der hl. Maria gemalt. Die Motive ja ganze Fi- 
guren, stimmen nach Waagen oft völlig mit bekannten niederländischen 
Bildern, so mit dem irrig Jan van Eyck genannten Altar mit der An- 
betung der Könige, der Verkündigung und Darstellung im Tempel aus 
der Boissereäschen Sammlung, jetzt in der k. Pinakothek zu München, 
so wie mit einem kleinen Altar des Memling im Hospital zu Brügge 
überein. S0 ist auch der Geschmack der Falten, der Gebrauch kost- 
barer Stotfe, wie des violetten Goldbrokats, die Tiefe und Sättigung 
(der gätläinit namenltlich des Säftgrüiis, desdllfuliipiärroths  Violptttsi, 
ie rc ie ur un sons ige, eiwer e en ic er wo impas ir e 
Vortrag ganz in der Art der van Eyck'schen Schüler. Dessen unge- 
achtet zeigen sich auch wieder sehr wesentliche Verschiedenheiten. Die 
Köpfe sind einförmiger , und besonders die der Männer minder schön, 
alle ungleich weniger beseelt. Auch die Zeichnung ist schwächer; be- 
sonders findet sich hier öfter, wie bei den Statuen, eine übertriebene 
Herunterziehung der Augen nach den äusseren Winkeln. Wo, wie auf 
dem Bilde der Beschneidung und dem Tode Maria, zu den überkom- 
menen Motiven gnderg von eigleäfr EäflDdIglllg hinzutreten, erscheinen 
letztere als stei un ungesci t. ie atenmotive sind im Ganzen 
plumper, in Einzelnheiten knitteriger, der Goldstoff ist ungleich minder 
fein behandelt, der Vortrag minder delicat und verschmolzen, ja in den 
Schatten nach Art der fränkischen Schule gestrichelt. Auch ist der 
Grund, die einzige Darstellung im Tempel ausgenommen, noch durclihin 
als: entert  D? Fresst;  iss m:  
 r l ei nie r ll n ei en we c e er sie mi e- 
schick von der vortrefflichen niederländischen,Schule seiner Zeit ange- 
eignet hatte, zu suchen ist, als in einer bedeutenden Eigenthümliclikeit, 
welche vielmehr als ziemlich geistlos und handwerksmässig erscheint. 
Auf den Flügeln des Altares liest man: Dies Werk hat gemacht Friedrich 
Herlein Maller 1466. Eine lateinische Inschrift gibt in Worten dieselbe 
Jahreszahl noch einmal. Auf der Darstellung im Tempel steht: Restaurirt 
von Rothermand aus Bamberg 1819. Die Beschuldigung, dass dieser 
Mann die Bilder übermalt habe, ist unbegründet. Im Ganzen sind die 
Gemälde sehr wohl erhalten. Die üusseren Seiten der Flügel sind da- 
gegenhschoiä früheä" übggnäallt worden, und befinden sich in einem sehr 
schlec ten ustan e. u er Altarstaffel ist in der Mitte gegen drei 
Fuss hoch Christus in halber Figur, und zu den Seiten ebenso, doch 
etwas niltzdrijgeg siäd die äwöllf iiatel gemalt. DiesedBilder sind nicht 
von Her eins an , nur ei em ei-laude welcher en v. Eyck'schen 
Typus hat, mageine Zeichnung desselben 7zu Grunde liegen. Waagen 
erkennt darin die Arbeit eines oberdeutschen Malergesellen. Die Rück- 
seite des Altares, welche oben das JüllgSiZG Gericht, darunter das Abend- 
mahl und die Fusswaschung vorstellt, hat so gelitten, dass kein Urtheil 
mehr zulässig ist. 
In der Hauptkirche zum heil. Georg in Nördlingen sind ebenfalls 
Werke von Herlein, wovon aber nur einesmitNamen und Jahrzahl 
versehen ist. Auf dimällhogaltare bgäindet sich lllxla bemaltegi und ver- 
goldetem Schnitzwer iris us am. rcuze mit aria _un Johannes 
in lebensgrossen Figuren, welche früher soiiderbarer Weise dem Michel 
Angele zugeschrieben wilädef-GAIII" den dFliigellnpiellät räaii die Schutz- 
patrone der Kirche den ei  eorg, un ie ei. ag a ena mit dem 
Drachen zu ihren Flüssen. Waagen l. c. S. 347 sagt, dass diese Arbeiten
        

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