Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1565032
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2115. 
Giorgio Ghisi gibt, auf spätem Blättern dem Georg Frenzel angehöre. 
Christ hätte aber eher Gregor Fenzel schreiben sollen, welcher um 
1650 thatig war. 
Guido Ruggieri hatte in letzter Zeit die meisten Stimmen für sich 
gewonnen, weil man ihn mit einiger Sicherheit zu den Meistern der 
Schule von Fontainebleau zahlen kann. Er kam vielleicht schon bald 
nach 1531 auf Veranlassung des Primmaticcio nach Frankreich, doch 
nicht als Malergehilfe desselben. Im Jahre 1531 nahm letzterer den 
Niccolo delll Abati mit sich, welcher aber nach einigen Jahren nach 
Italien zurückkehrte, und erst 1551 oder 1552 wieder nach Frankreich 
kam. Vasari nennt unter den Gehilfen des Primaticcio nicht den Guido 
Ruggieri, sondern einen Ruggiero de'Ruggieri, welcher 1571 nach dem 
Tode des Meisters die Arbeiten in Fontainebleau fortsetzte, und 1597 
starb. Der Kupferstecher Guido Ruggieri wurde wahrscheinlich mit 
Ruggiero de" Ruggieri verwechselt, und diess selbst von Bartsch. Im 
Werke des Giorgio Ghisi beschreibt nämlich dieser Schriftsteller ein 
Blatt, welches zwei Männer vorstellt, wie sie einen dritten forttragen, 
und ausser dem Monogramme G F folgende Aufschrift hat: A Fontana 
bleo. A. Bartsch glaubt, dass man die Composition wohl mit Recht 
dem Primcaticcio zuschreibe, den Stich wollte er aber nach der dama- 
ligen Ansicht nicht dem Guido Ruggieri, sondern dem Giorgio Ghisi 
zuschreiben, da das Blatt im Style des letzteren behandelt ist, und er 
den G. Ruggieri nur als Maler nehmen wollte. Bald darauf beschreibt 
Bartsch ein anderes Blatt nach Primaticcio, welches die Penelope vor- 
stellt, und mit demselben Zeichen versehen ist. Nach der Bemerkung 
dieses Schriftstellers wollte man dieses Blatt ebenfalls dem G. Ruggieri 
zuschreiben, welchem er aber als Maler die Fertigkeit abspricht, welche 
der Stecher der Penelope bewies. Guido Ruggieri war aber wirklich 
Kupferstecher, und vielleicht ausschliesslich, zugleich aber auch Zeichner. 
Bartsch kann also nur den von Vasari erwähnten Maler Ruggiero Rug- 
gieri, den Gehilfen des Primaticcio gemeint haben, welcher aber hier 
nicht ins Spiel kommt. Letzterer ist jünger, als der Kupferstecher 
Guido Ruggieri. Es fehlen aber die Documeutc, um nachzuweisen, 
wie alt dieser Meister sei. Jedenfalls scheint er schon unter Rosso Rossi 
in Fontainebleau gewesen zu seyn, da ein Blatt nach der Zeichnung 
des letzteren, welches Krieger vorstellt, die eine Stadtmauer bauen, 
Ituggieri so. bezeichnet ist. Dieses Blatt ist wahrscheinlich vor dem 
1541 erfolgten Tode des Maitre Roux entstanden. Von Ruggiero de' 
Ruggieri kann keine Rede seyn, da dieser Meister zur Zeit des Rosso 
Rossi nicht in Frankreich war. Malpe behauptet, dass Guido Rnggieri 
als Stecher der Schüler des Francesco Francia gewesen sei. Letzterer 
starb 1535, und somit könnte man allerdings annehmen, dass Guido 
Ruggieri schon 1534 ausübender Künstler war. Der genannte Schrift- 
steller sagt, dass derselbe mehrere Bilder des Primaticcio in Fontaine- 
bleau gestochen habe, und Zani wusste nur beizufügen, dass diess um 
1540 geschehen sei, ohne irgend ein Blatt mit dieser Jahrzahl namhaft 
machen zu können. Damit wären wir nun mit Guido Ruggieri in die 
Periode um 1534-1537 gekommen, in jene Zeit, in welcher der Mei- 
ster mit dem Monogramme und den Initialen F G gearbeitet hat. Es 
fragt sich aber," ob darunter Guido Rnggieri zu verstehen sei. Das 
Monogramm will man jetzt wenigstens Guido Fecit lesen, BartSCh Scheint 
aber auch die Deutung Ghisi Fecit nicht geradezu verschmäht zu haben, 
da er den Guido Ruggieri nicht als Kupferstecher nimmt, und in den 
beiden erwähnten Blättern nach Primaticcio den Styl des G. Ghisi er- 
kennt. Jenes mit den beiden Männern, welche einen dritten tragen, 
schreibt er fast entschieden dem G. Ghisi zu, ohne zu bedenken, dass
        

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