Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1564872
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2072. 
ausserst handfertig war. Er soll mehr als hundert Schüler gehabt 
haben. Wenigstens nennt van Mander gegen dreissig. Darunter ist 
auch Franz Francken der Alte, welcher den folgenden Artikel behauptet. 
Er bediente sich eines ähnlichen Zeichens, so dass seine Bilder mit 
jenen des F. Floris verwechselt werden könnten. Die Gemälde des 
F. Francken datiren aber erst von 1565 an. Floris starb 1570.  
Der sogenannte vlamische Rafael begegnet uns in den ersten 
Gallerien, und auch in vielen Privatsammlungen sind Gemälde von seiner 
Hand. Das Monogramm findet man aber häufiger auf Kupferstichen, 
als auf Gemälden. Jeronymus Cock scheint viele Zeichnungen bei ihm 
bestellt zu haben, welche alle in Kupfer gestochen sind. Auf den 
meisten Blättern kommt (las Monogramm vor, theils mit dem Beisatze 
Inu., Inuenl. und Inve. Sie rühren von den ersten Künstlern seiner 
Zeit her, wie von Ant. und J. H. Wierx, Ph. Galle, P. Miricynus, 
V. Coornhaert, C. Bos, F. Hulsius, Stalbnrch und A. Auch Gerhard 
de Jode hatte mehrere Blätter nach Zeichnungen des F. Floris ver- 
breitet. Das Monogramm kommt aber gewöhnlich auf Blättern aus dem 
Verlage des Hieronymus Cock vor, auf welchen meistens die Angabe 
des Stechers fehlt. Das erste Zeichen, welches mit dem Beisatze: IV. 
ET. FA. 1554 auf dem Gemälde des Engelsttirzes im Museum zu Ant- 
werpen vorkommt, entnahmen wir dem Calalogue du Musäe d' Amwrs. 
publ. par le Conseil d' Administration (1850). Abweichend ist das dritte 
Zeichen, und dieses kommt namentlich jenem des alten Franz Francken 
gleich. Man findet es mit dem Beisatze inventor auf einem Kupfer- 
stiche mit der hl. Familie im Zimmer vor dem Tische , auf welchem 
der kleine Johannes liegt, und dem Jesuskinde den Finger in den Mund 
steckt. Dieses Blatt stammt aus Galle's Verlag, qu. fol. 
F. Floris hat auch radirt, doch nicht in Kupfer gestochen. Von 
seiner Hand ist ein seltenes allegorisches Blatt auf den Sieg des Königs 
Philipp von Spanien 1552. Es stellt die Victoria von gefesselten Skla- 
ven und Waifentrophäen umgeben vor, in breiter Behandlung der 
Nadel: Fr. Floris fec. Cock exe, gr. qu. fol. Ein flüchtig rad-irtes und 
mit dem Stichel übergangenes Blatt stellt Herkules im Kampfe mit 
Achelous vor: Franchcys. Floris inventor 1550. fol. Von Floris kann 
nur die Radirarbeit herrühren, wenn er je an diesem seltenen Blatte 
Theil hat.  
Papillon zählt ihn auch zu den Fornischneidern, wogegen Heller 
eifert. Ein sehr seltenes Blatt in Helldunkel von vier Platten, in der 
Manier des Hugo da Carpi geschnitten, stellt den David vor, wie 
Saul über sein Harfenspiel in Aufregung geräth. Saul I. Reg. Ca. 16. 
Unten rechts: Fräcisus Floms invätor. Judoce de Curia exvudebat, 1555, 
gr. qu. fol. Ein anderer Holzschnitt mit dem Namen des Künstlers 
stellt die Rückkehr des verlornen Sohnes vor, gr. qu. fol. Wer diese 
Blätter in Holz geschnitten habe, können wie nicht bestimmen. Das 
erste hält R. Weigel,  N0. 9474, für einen Originalschnitt. 
 2072. Franz Friderich, Maler und Radirer aus Brandenburg, trat 
gFoß F um 1550 zu Frankfurt an der Oder als Künstler auf, 
 I v-  und lieferte für die Druckerei des Hans Eichhorn 
H? 7 5 8 7. verschiedene Zeichnungen zum Holzschnitte. Einige 
Blätter dieser Art tragen das Monogramm des Künstlers, zugleich mit 
jenem des Peter Hille, welches aus den Buchstaben P H F besteht. 
Holzschnitte mit dem gegebenen Zeichen wurden von früheren Samm- 
lern und Schriftstellern dem Franz Floris zugeschrieben, da das Mono- 
gramm mit jenem "des letzeren Aehnlichkeit hat. Ob sich von Friderich 
nochGemälde ünden, wissen wir nicht. Seine Radirungen, welche meistens
        

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