Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557986
OHK. 
169. 
169. Hans Keck, oder Johannes de Keck? Diese Zeichen kom- 
men mit dem Beisatze „inue, jnvenlor, AIA VENv" 
0 O auf Kupferstichen eines alten, um 1539 lebenden 
QKCßä_ Meisters vor, welcher von Einigen der italieni- 
' sehen, von Anderen mit vollem Recht der hollän- 
' VIVVENV dischen Schule vindicirt wird. Christ, Monoga- 
Erklärung S. 143, verrnuthet unter dem Zeichen 
mit vlv VEAH jenes des Hieronymus Moceto von Verona, und be- 
merkt, es komme auf einem römischen Kupferstiche nach „Rafael's 
Art" vor. Diese Annahme fand später fast allgemein Eingang, und 
daher sagt atich Heller, Monogn-Lexicon S. 77, dass der italienische 
Maler und Kupferstceher Hieronymus Mocetus oder Mochus  wel- 
eher 1454 geboren wurde, sich dieses Monogramms bedient haben soll. 
Allein an Girolaino Moceto, welcher gewöhnlich Mozzeto genannt wird, 
ist nicht zu denken. Die Blätter unseres hlonogrammisten stimmen 
nicht entfernt mit jenen des Moceto, und dann war dieser Meister zu 
der Zeit, als die unten erwähnten Blätter erschienen, nämlich um 1539, 
längst todt. Brulliot I. N0. 1291_macht auf eine andere Erklärung 
aufmerksam, in Folge deren Hieronymus und Mathias Oock (Keck) 
von Antwerpen für H. Moceto eintreten sollten. Dieser Annahme 
kann man aber eben so wenig beistimrnen, da die Blätter des H. Cock 
mit den fraglichen Kupferstiehen keine Aehnlichkeit haben. Er radirte 
Landschaften mit biblischer und mythologischer Staffage, welche jedoch 
in einer ganz anderen Weise behandelt sind, als jene mit dem ge- 
gebenen Zeichen. Auch scheint es irrig zu seyn, wenn man behauptet, 
dass H. Cock seine landschaftlichen Blätter nach Zeichnungen des 
Mathias Cock radirt habe, wie auch C. van Mander geglaubt zu haben 
scheint. Auf dem Titel steht deutlich, dass diese Blätter von H. Cock 
selbst gezeichnet, in Kupfer gebracht und (1558) herausgegeben seien, 
wie wir unter dem Monogramm Cl naher angeben werden. Es spricht 
übrigens auch die Zeit gegen die beiden Geck. Ihre 'I'hätigkeit be- 
ginnt erst gegen 1550, der Styl unseres Monogrammisten erscheint 
aber für die Zeit von 1539 bereits veraltet. Betrachten wir uns aber 
das Monogramm näher, so könnte man wirklich den Namen des H. Cock 
herausfinden, wenn nämlich diese Lesart gerechtfertiget seyn sollte, 
was wir jedoch nicht glauben. Wir wissen aber auch von einem Maler 
Johannes de Keck oder Hans Kock, welcher 1520 lilitglied der Bruder- 
schaft des hl. Lnkas in Antwerpen wurde. Man zählt ihn zu den 
Kupferstechern, ohne ein Blatt von seiner Hand angeben zu können. 
Vielleicht bezieht sich das Monogramm auf diesen Meister, welcher 
1539 noch in der Kraft der Jahre stehen konnte. Er müsste aber 
seine Studien in Italien gemacht haben; denn das Blatt mit der Be- 
kehrung des Paulus trägt das Gepräge der römischen Schule. Die 
Existenz desselben hat Baron v. Reiifenberg in den Nouveaux memoires 
de Vacaclcm-ie royale de Brumelles 16232 nachgewiesen. Dieser Schrift- 
steller gibt ausser einer Geschichte der niederländischen Glasmalerei 
auch das Verzeichniss der Mitglieder der Bruderschaft des hl. Lnkas 
in Antwerpen von 1454-1641. 
Bartsch kannte diesen Meister nicht, überging ihn aber wohl nicht 
desswegen, weil die Blätter desselben zu den mittelmässigen Erzeug- 
nissen ihrer Zeit gehören. Brulliot I. N0. 1291 beschreibt fünf 
Blätter, aber nur kurz, und ohne Angabe des Maasses. Das fünfte 
Blatt zeigen wir nach dem Catalog Cicognara N0 1431 genauer an. 
Wir sahen nur das Blatt Nro. 3 mit dem etwas abweichenden 
Zeichen C N K.
        

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