Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1563561
1642 
1644. 
617 
1642. Unbekannter Zeichner und Formsohneider, dessen Andenken 
an ein merkwürdiges, höchst seltenes xylographisches 
E PH Werk sich knüpft. Es ist diess die Ars Memorandi. 
I welche auf 15 Blättern Text aus den Evangelisten, und 
in eben so vielen Blättern die Symbole derselben und mneumonische 
Figuren enthält. Die Schrift ist auf eigene Platten geschnitten, nicht 
wie früher mit dem Bilde in Verbindung gebracht. Es sind zwei ver- 
schiedene Ausgaben bekannt, oder es ist doch wenigstens der Text des 
ersten Blattes zweimal geschnitten worden. Ein Facsimile dieses Blattes 
in der ersten Ausgabe gibt Heinecke in der Idee generale dzc. p. 396, 
und dann in seinen Nachrichten von Künstlern 8m. II. S. 197. Es 
fehlt der später übliche Titel, so dass wir nur den Anfang des Textes 
geben: 3m menwranhi iwtabilia n lliguras emangrlietarum In: zt ] pust 
hearriptum 8m. Das entscheidende Merkmal der Editio princeps ist 
unten Zeile 17 und T8 in dem Satze: Galle grnhartum tuum zt nmbulu. 
In der zweiten Ausgabe steht: Üfulle grnbutü tumu tuum 8m. Ein Fac- 
slmile gibt Heller in der Geschichte der Holzschneidekunst zu S. 365, kl. fol. 
Das erste der obigen Zeichen steht in dem gothischen Anfangs- 
buchstaben Vücesimum) auf Blatt No. 8, doch nicht in allen vorhan- 
denen Exemplaren. Unter den Xylographien der k. Hof- und Staats- 
Blbhothek zu München kommt das Zeichen nur in Xylogr. XI. vor, in 
den Ausgaben VIIL, IX., X. und XII. fehlt es. Heller gibt das Mono- 
gramm verkehrt, nicht .nach der von ihm beschriebenen zweiten Aus- 
gabe der Ars memorandi, sondern nach einzelnen Blättern, welche er 
1. c. S. 43 beschreibt. Es sind Tafeln um den Ostersonntags-Buchstahen, 
die goldene Zahl 8m. zu finden. Das Monogramm deutet wahrscheinlich 
den Namen des Zeichners und Formschneiders an. Jedenfalls hat er 
die grossen Buchstaben geschnitten, wenn nicht das ganze Werk. 
Ueber dieses Xylographicum handeln Massmann im Serapeum 1841 
N0. 19 S. 301, und Sotzmann l. c. 1842 N0. 13 S. 203. Imitationen 
der Holzschnitte sind im Rationarium euangelistarum etc. Hagenoviae 
1507, 1510, 1522 in 4; in Memoriales evangelistarum figurae. Phorcae 
1502, 1503, 15011- in 11; in Argumenta singulorum capitum quatuor 
evangelistarum. Antverpiae 1533. 4. 
1643. Emil Friedrich Knecht, Bildhauer von Strassburg, stand 
X unter Leitung des Malers Guerin, und wollte anfangs ebenfalls 
Maler werden. Seine Vorliebe zur Plastik erlangte aber bald das 
Uebergewicht, und Knecht gehört jetzt zu den vorzüglichsten Bild- 
hauern in Holz. Seine Schnitzwerke sind von grosser Schönheit, so- 
wohl die Figuren, als die Basreliefs und anderen Modelle. Auf der 
Londoner Industrie-Ausstellung sah man von ihm einen geschnitzten 
Weihwasser Kessel, welcher im Art Journal im Holzschnitte abgebildet 
ist. Auf diesem Blatte ist das obige Monogramm beigegeben, welches 
demnach auch auf den Schnitzwerken vorkommt. 
1644. Eduard Kretzschmar, Maler und Formschneider, gehört 
.36 mit Unzelmann aus Berlin zu denjenigen Künstlers seines 
13K Faches, welche um die Ausbildung der Xylographie die 
grössten Verdienste besitzen, und theils unerreichbare Werke lieferten. 
Wir haben schon im Artikel des Malers Adolph Menzel I. N0. 939 
darauf hingewiesen, da dieser Meister einen gewaltigen Impuls zum 
Aufschwunge der modernen deutschen Formschneidekunst gab, und sein 
Ziel zunächst durch Kretzschmar und Unzelmann erreichteJ Unser 
Künstler gründete in Leipzig eine xylographische Anstalt, in welcher 
nach Bedarf gegen dreissig Formschneider thätig waren. Die Leipziger
        

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