Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1563377
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EFGW. 
1581. 
rechten Hand, und zugleich auch den Esel am Leitseile. Zwischen 
ihm und dem Eselskopfe ist die obige Bandrolle mit den Buchstaben 
EFGW. oder EFDW. H. 7 Z. 9 L. Br. 16 Z. 2 L. 
Es frägt sich nun, ob der folgende Meister mit unserm Künstler 
Eine Person ist. Jedenfalls gehören beide der Elsassischen Schule an. 
Wir können nur einen Zeichner oder Formschneidcr annehmen, da 
die Buchstaben weder auf Grüninger, noch auf Schott sich beziehen. 
Im folgenden Artikel werden wir auf Hans Wächtlin oder Vuechtlin 
kommen. 
1581. Hans Wächtlin, auch Wächtle, Wechtlln, Wechtolln, 
E  Vuochtlin, Vuechtelin, und ein unbekannter Maler 
"p  oder Formschneider der alten Elsassischen Schule 
Q   i) sollen hier Ansprüche geltend machen, welche 
    ihnen vielleicht theilweise bestritten werden, wenn 
 gleich die individuelle Ueberzeugung eines Dritten 
 für sie spricht. Wir berufen uns zunächst auf 
eine schöne in Holz geschnittene Titelbordure mit Figuren und Blätter.- 
werk, deren auch Brulliot II. N0. 694 erwähnt. Oben sieht man eine 
Eule neben Kindern. und unten in den Seitenleisten sitzt ein nacktes 
Weib, welches dem Kinde die Brust reicht. Die untere Querleiste zeigt 
links einen sitzenden Greis, und rechts einen stehenden Mnnn mit der 
Keule. Links nach dem Rande zu ist die Schriftrolle mit den Buch- 
Stuben E. F. G. W.. und rechts oben jene mit V. A. von einem in dem 
Laubwerke angebrachten Genius gehalten. H. 6 Z. 10 L. Br. 5 Z. 
2 L. Diese Einfassung kommt in Druckwerken von Johann Schott 
und Johann Grüninger in Strassburg vor. Wir finden sie auf dem 
ersten Blatte der bei letzterem gedruckten Svrmones proteslantissimi 
Gcileri de Keysersbcrg, und dann als Titelzierde des Spiegel der Artzney 
des gleichen vormals nie v6 keinE doctor in tulsrlzussgangä etc. etc. gemacht 
von Laurentio Phrycsen v5 Colmar 11' Philomu-sy und Arzncy Doclor. 
Strassburg. J. Schott 1517. fol. Schott benutzte die anatomischen Ab- 
bildungen dieses Werkes auch zum Feldtbuch der wundarlzncy von Hans 
von Görssdorff, genannt Schylhans. Slrussburg 1517 , fol. Im Jahre 
1518 erschien der Spiegel der Artmey bei J. Grüninger daselbst, wieder 
mit Benutzung der vorhandenen Holzplatten. Die Zeichnungen der ana- 
tomischen Figuren sind ohne Zweifel grösstenthcils von Hans Wächtlin, 
und sie dürften auch von ihm selbst geschnitten seyn. Die Präparate 
lieferte 1517 der Auatom Wendelin Hock, und zwar von einem in 
jenem Jahre durch den Strang hingerichteten Verbrecher. Das Skelett, 
und die anatomische Abbildung eines Mannes wurden aber schon vor der 
Erscheinung des Arzneybuehes, oder wenigstens gleichzeitig als fliegende 
Blätter bei J. Schott ausgegeben. Unten sind Verse in Typendruck 
beigefügt, und in diesen ist Hans Wächtlin genannt: 
Erlernest vor statt, art, nalur 
Eyn jeden glyds, als mein Figur 
(Mit Zeugnuss sag ich dir für wer) 
hans wäohzlin hat recht bey eim hor 
Abcontrafeyl kunstlich und wol 
Dm hyrnschedel man teylen so! u. S- 
Diese beiden Holzschnitte, sowie ein Aderlassmann,_ welcher eben- 
falls einzeln circulirte, kommen mit manchen Verschledenheiten im 
Typendruck des Textes auch in den Werken_ von Phryesen und Schyl- 
hans vor, und somit sind höchst wahrscheinlich auch dle übrigen ana-
        

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