Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1563049
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Werke bekannt: Archetypa studiaque Patris Georgii Hocfnagelii Jacobus 
F. genio duce ab ipso sculpta, etc. Arm. Sal. XCI1(1592) Aetat. XVII. 
Francofurti ad Moenum. Vier Theile a 12 Blätter, nebst vier Titeln, 
qu. fol. Wir iinden keinen Grund, weder dem einem, noch dem anderen 
Meister das gegebene. Zeichen zuzuschreiben. Die Kupferstiche mit 
demselben weisen auf italienische Vorbilder, und könnten auch in 
Italien gestochen worden seyn, und zwar von Gisbert van Veen, dessen 
Name auf Blatt No. 1 vorkommt. Der Nagel scheint nicht durch den 
Buchstaben E, sondern durch einen bedeutungslosen Schnörkel zu 
gehen, da die gegebene Form des E in der zweitenHälfte des 16. Jahr- 
hunderts wohl nicht gebräuchlich war. Der dritte Nagel ist offenbar 
nur von einem Zuge" umgeben, welcher ohne Bedeutung ist. Es ist 
diess ein redendes Vcrlagszeichen, da nach Christ die Sylbe Es: (Ex- 
cudit) am Nagel hängt. Wir haben kein Blatt mit demselben gesehen, 
im Catalogue du raste, de .la "Collection d' Estampes de Mr. le Comte M. de 
Fries No. 1748 ist aber ein Kupferstich angegeben, welcher mit dem 
Nagel und Ex. 1538 bezeichnet seyn soll. Dieses Blatt stellt den 
Leichnam des Herrn von drei Engeln beweint vor, und ist MARC. 
MORO bezeichnet. DiolComlaosition rührt demnach von Marco Angeliedel 
Moro her, dieser Meister war aber 1538 noch nicht Künstler, und somit 
wird die Jahrzahl unrichtig angegeben seyn. Es müsste aber auch 
G. Hoefnagle weichen , da er erst 1545 zu Antwerpen geboren wurde. 
Wir treten aber für letzteren so wenig ein, als für seinen Sohn Jakob. 
Das Zeichen gehört einem Verleger an, und ein solcher war Georg 
Hoefnagle nicht. Die Blätter mit obigen Zeichen sind folgenden Inhalts: 
 1) Apollo und die vier Jahreszeiten. Er tritt mit ihnen aus dem 
rechts errichteten grossen Zelte hervor. Links im Randez" Raphael 
vrbinas Inventur, rechts: Gisberlus venius scalptor. In der Mitte ist das 
zweite Zeichen mit der Jahrzahl 1589 eingestochen, und rechts und 
links von diesem sind acht italienische Verse. Höhe 9 Z. 11 L. 
Breite 12 Z. 4 L.  
Die Oomposition ist nicht von Rafael Santi aus Urbino, sondern 
von Rafael dal Colle aus dem Herzogthum Urbino. Beim zweiten Drucke 
wurde oben eine Tafel eingestochen, mit der Schrift: QVATVOR 
ANNI TEMPORA.    
2) Venus empfängt durch Nymphen und Satyren die Gaben der 
Ceres. Nach Bartolomaus Spranger- von Egidius Sadeler gestochen. 
Mit dem ersten Zeichen, _fol. 
1488. Jan van Eyok wurde früher für den Verfertiger des be- 
 rühmten Danziger Dombildes gehalten. Es stellt das 
OOJW jüngste Gericht vor, anscheinlich als Grabdenkmal einer 
Frau, deren Name aus der gegenwärtig beschädigten Inschrift sich 
nicht mehr ermitteln lasst. Unter der_F1gur einer Frau ist nämlich 
ein Stein mit der noch sichtbaren Schrift: HIC IA     ANNO D0- 
MIN...   CLXXVII. (1477). In _e1nem Ornamente an diesem Grab- 
steine bemerkt man das erste Ze1chen,4_ welches Brulliot, App. II. 
N0, 77, irrig vertikal stellt, so_ dass nach seinem Facsimiledie mo- 
dernere Form desGuIsiv E deutlich sich zeigt. Allein es handelt sichj 
nicht um diesen Buchstaben, indem "er in der zweiten Hälfte" des" 
15. Jahrhunderts in der modernen Form gar nicht gebräuchlich war. 
Auch ist das Danziger Bild nicht von dem lange vor 1477 verstorbenen 
Jan van Eyck, sondern nach Passavant (Kunstblatt 1847 No. 33) von 
Hans Memling gemalt. Auf Jan van Eyck deutete Büsching (Kunst- 
blatt1B21 No. 55) das Zeichen, und er stellte es wohl absichtlich ver- 
tikal, um ein deutliches E herauszubringen, dessen Form aber nichts
        

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