Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1562969
1477. 
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1477. Der Meister e. S. von 1466 tritt hier nur mit einem vor- 
läufigen Artikel auf, da auf den wenigsten 
 Die ÖQAO Blättern der Buchstabe QE allein vorkommt. 
J Wir werden daher unter (E. S. auf ihn aus- 
G führlich zurückkommen, und hier sei nur be- 
W26 6 ' G, . merkt, dass die vielen, jetzt diesem Meister 
 zugeschriebenen Blätter nicht zur Hälfte von 
"GEK",  seiner Hand herrühren können, obgleich die 
Stylverwandtschaft unläugbar ist. Der Meister, auf dessen Namen wir 
später eingehen, hatte wohl Schüler, jedenfalls Nachahmer, und unter 
ersteren könnte sogar ein Blutsverwandter seyn, welchem ebenfalls mit 
E. und E. S. bezeichnete Blätter angehören dürften. Man konnte sich 
ja von jeher nicht entschliessen, alle diese Stiche auf Rechnung eines 
Einzigen zu setzen, und es wurden daher Perioden angenommen, welche 
der Meister zu durchlaufen hatte. In dieser Periodenmacherei gefiel 
sich in neuester Zeit besonders Direktor Frenzel in Dresden, welcher 
in Dr. Naumanifs und R. WeigePs Archiv für die zeichnenden Künste 
I. S. 15 ff. das Verzeichniss der Blätter auf 200 bringt, während 
Bartsch P. gr. VI. p. i ff. deren 103 beschreibt, und nur solche auf- 
zählt, welche auf den Grund einer gewissen Analogie zusammengestellt 
werden können. Bartsch verfuhr nach Autopsie, und die diesem Meister 
zugeschriebenen Blätter, welche er nicht zu Gesicht bekommen hatte, 
machte er in einem Anhange namhaft. Die Eintheilung der Blätter 
in Perioden hatte Bartsch nicht erfunden, und es ist auch wirklich 
nichts erzielt, wenn man mit Frenzel annimmt, dass das eine der un- 
bezeichneten Blätter in die früheste, das andere in die frühere, und 
ein drittes in die besste Zeit des Meisters gehört. Wer weiss denn, 
wie dieser räthselhafte Künstler 5_ oder 10 Jahre vor 1466 gestochen, 
und was er nach 1467 noch geleistet hat? Wer beweist denn ein 
stufenweises Fortschreiten, oder eine Abnahme der Kräfte desselben? 
Die Initialen E oder E S. sind die einzigen Döcumente, welche ent- 
schieden von seiner Existenz sprechen, und die Jahrzahlen 1466 und 
1467 geben den Anhaltspunkt  die Zeit seiner Thätigkeit. Die 
Zahl der mit den Initialen bezeichneten Blätter ist gering, und im 
Vergleich mit anderen ohne Zeichen und Datum gehören nicht alle zu 
den vorzüglichsten Leistungen dieser Categorie. Dass die jetzt dem 
Meister E. S. zugeschriebenen Blätter mehr oder weniger Aehnlichkeit 
im Style der Zeichnung, und in der Behandlung beim Uebertrage auf 
Kupfer haben, beweist noch nicht, dass sie alle von derselben Hand 
herrühren, Es herrscht ja nicht einmal vollkommene"Uebereinstimmung 
zwischen den mit E und  S. bezeichneten Blättern , und auch die 
Initialen sind in der Form nicht gleich, was nicht ganz ohne Gewicht ist,
        

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