Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1562547
1337. 
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verschlungen sind, so dass wir auf diesen Meister zurückkommen 
müssen. Bartsch, P. gr. XIV. p. 391, deutet aber auch das gegebene 
Zeichen auf Marco Dente, und nimmt die Chiffre zwischen D und R 
für M. Aus dieser ungewöhnlichen Versetzung der Buchstaben würde 
nun die Lesart Dente Marco Ravennas hervorgehen. Allein diese Form 
des M ist ohne Analogie, und man könnte noch viel eher A lesen. 
Wir erkennen aber darin nur ein zufälliges Trennungszeichen, welches 
als solches ohne Bedeutung ist, wie diese bei alten Meistern zu wieder- 
holten Malen vorkommt. Es scheint auch, dass das Zeichen später 
aufgestochen wurde, indem Blätter in dem schönsten Drucke ohne 
dasselbe vorkommen. Der Stecher gehört jedenfalls der Schule des 
Marc-Anton an, es ist aber gerade keine Folge, den Marco di Ravenna 
als solchen zu bezeichnen, obgleich die betreffenden Kupferstiche mit 
jenen des Marco Dente grosse Verwandtschaft zeigen. Wir halten den 
Meister D ß. für einen Goldschmied, welcher zu Anfang des 16. Jahr- 
hunderts gelebt hat, anscheinlich als älterer Zeitgenosse des Marco di 
Ravenna. Die folgenden Blätter gehören wenigstens alle zur Classe 
der Goldschmiedsornamente. 
1) [B. N0. 556] Ein Zierfeld mit einer Vase, welche auf einem 
Piedestale steht. Ueber der Vase erhebt sich eine groteske weibliche 
Gestalt mit zwei Feuerfackeln, und unten zu den Seiten des Sockels 
bemerkt man zwei Vögel. Die Seitenfelder sind mit Lanbwerk gefüllt. 
  
Bartsch versichert, dass unten links vom Piedestale der Buchstabe 
D mit dem mittleren Zeichen, und rechts R stehe. Im Cabinet Cico- 
gnara war aber ein vollkommen reiner Abdruck ohne Zeichen. Er 
zeigt keine Spur einer Retouche, und daher ist anzunehmen, dass das 
Monogramm erst beim zweiten Drucke aufgestochen oder eingestempelt 
wurde. 
2) Ein ähnliches Feld mit einer auf einen Widder gestellten Vase, 
über welcher eine Lampe sich zeigt. Zu den Seiten von unten auf 
breitet sich Lanbwerk aus. H. 7 Z. 6 L. Br. 4 Z. 5 L. 
Diess ist das Gegenstück zu obigem Blatte, und wird von Bartsch 
nicht erwähnt. Im Cabinet Cicognora war ein vollkommener Abdruck 
ohne Zeichen, es ist aber möglich, dass auch Exemplare mit demselben 
vorkommen. 
3) 3B. No. 557] Ein Zierfeld mit Lanbwerk, welches aus den 
Beinen es unten sitzenden Kindes hervorkommt, und mit jenem vom 
Kopfe ab sich vermengt. Das Kind erfasst mit der erhobenen rechten 
Hand Zweige mit Blättern. H. 5 Z. 1 L. Br. 7 Z. 9 L. 
Nach Bartsch ist dieses Blatt wie N0. 1 bezeichnet, d. h. das D 
mit dem Schnörkel links unten, und das R rechts. Wenn man sich 
eine Linie hinüber denkt, so stehen aber hier die Buchstaben und die 
Chiifre auf gleicher Basis, während bei N0. 1 das R tiefer steht. Das 
Exemplar aus dem Cabinet Cicognara ist ohne Zeichen, dagegen be- 
merkt man aber rechts unten die Adresse des Antonio Salamanca, doch 
schwer lesbar, wesswegen sie Bartsch wahrscheinlich übersehen hatte. 
4) Ein Zierfeld mit einer Fratze in der unteren Abtheilung, unter 
welcher nach rechts und links Blätterwerk ausgeht, womit sich auch 
nach oben der Raum füllt. Rechts unten bemerkt man Salamancafs 
Adresse. H. 7 L. 9 L. Br. 5 Z. i L. 
Dieses Blatt schreibt Bartsch N0. 555 dem Agostino. Veneziano 
m, es stimmt aber in der Behandlung mit dem vorhergehenden. Beiden 
scheinen antike Vorbilder zu Grunde zu liegen. 3x 
3
        

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