Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1562515
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1326 
1328. 
1326. Unbekannter Maler, dessen Blüthezeit die beigefügte Jahr- 
zahl bestimmt. Brulliot I. No.1680 bringt dieses Monogramm 
1 691; nach einer handschriftlichen Aufzeichnung des bekannten 
Kunstsammlers J. Hazard, welcher behauptet, dass man es 
E auf fein vollendeten Gemälden eines italienischen Meisters 
finde. Den Inhalt dieser Bilder gibt Brulliot nicht an, und 
wir haben auch anderwärts kein Werk dieses Meisters erwähnt ge- 
funden. Es fragt sich aber, 0b die Bilder mit diesem Zeichen wirklich 
von einem italienischen Meister herrühren, da sie aus einer Zeit 
stammen, in welcher auch deutsche und holländische Künstler der ita- 
lienischen Schule ihre Eigenthümlichkeit opferten. Wir machen auf 
drei Meister aufmerksam, welche den Zeitgenossen sicher bekannt 
waren, in der Kunstgeschichte aber unerwähnt blieben. Vielleicht 
deutete der eine oder der andere durch das gegebene Zeichen seinen 
Namen an. David Remeeus malte um 1590-1610 in Antwerpen 
Bildnisse und historische Vorstellungen. Cornelis, Hans und Pauwels 
de Vos waren seine Schüler. Daniel Richter war in den beiden 
ersten Decennien des 17. Jahrhunderts in Dresden thätig. Im Jahre 
1617 malte er den Einzug des Kaisers Mathias und des römischen 
Königs in der genannten Stadt. Dieses Bild erhielt der Herzog Moriz 
von Hessen. In seinem Siegel führte er die Buchstaben D. R. , und 
somit könnte er sie auf Gemälden verschlungen haben. Dietrich 
Raffensteiner wurde 1589 Cammermaler des Kaisers Rudolph II., 
undstand mehrere Jahre in Diensten desselben. Der genannte Kaiser 
nahm keinen Stümper an, man sucht aber vergebens nach einem Bilde 
Raffensteinerls. 
1327- Richard Dagley, Zeichner und Radirer, war um 1827 in 
London thatig. Sein Zeichen ündet man auf vielen kleinen Ra- 
E, dirungen in folgendem Werke: Deathäv Doings, consisting of nu- 
merous Oriyiizul Compositions in Prosa und Vase, the friendly Contribu- 
tions of various Writers; Principally intended a: Illustration: of Thirty 
plats designed und etched by It. Dagley , Auctor of select Gems from the 
Antique etc. London 1827, 8. Diess ist die zweite Ausgabe. Die erste 
hat die Jahrzahl 1826. Es handelt sich um einen Todtentanz in mo- 
derner Nachahmung. 
1328- Unbekannter Maler , welcher um 1560  1580 in Zürich 
gelebt zu haben scheint. Er gehört der Richtung 
des Haus Rudolph Manuel Deutsch an, und ist 
VJX- wohl nicht jünger, als dieser Meister. Man findet 
[.5 m, 63mm, Zeichnungen von seiner Hand, welche mit der Feder 
und in Farben ausgeführt sind. Auf diesen Zeichnungen _kommt das 
erste Monogramm vor, welches Brulliot App. I. N0. 201 gibt. Er ent- 
nahm es einer Zeichnung mit einem Schweizer Soldaten , welcher eine 
grosse Fahne trägt. Rechts unten steht: Zürich. Höhe 15 Z. 9 L. 
Breite 11 Z. 6 L. Das zweite Monogramm befindet SlCh auf einem 
Holzschnitte in S. Münsters Cosmographie von 1580. Dieses Blatt 
zeigt eine am Ufer sich ausbreitende Stadt, welche links von einer 
grossen Burg auf dem steilen Felsen überragtwlrd. Der Zeichner ist 
sicher unser Monogrammist, und man kann ihn auch für den Form- 
Schneider halten. Ein zweiter Holzschnitt mit dem vierten Zeichen 
gibt eine Ansicht der Stadt Mekka, oder Mecha, wie sie auf dem 
Blatte genannt ist. Man findet diese Abbildung in Nicolaus Hönigefs 
Hoffhaltung des Türkhischen Keysers vnd Othomllnnßßhv" Reichs beßlrhreibung. 
Basel 1578, fol. Auf einem anderen Holzschnitte dieses Werkes 
stehen die Buchstaben D. R.
        

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