Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557744
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felden und in verschiedenen Privatsammlungen. An das Monogramm 
schliesst sich gewöhnlich die Jahrzahl. Auf dem Gemälde mit Christus, 
Welcher die Kleinen zu sich ruft, in der Gallerie zu Schleissheim, 
steht 1614. Das Bild der Bathseba im Bade, in der Sammlung des 
k. Museums zu Berlin, ist mit 1617, und jenes des verlernen Sohnes 
unter nackten Dirnen mit 1618 bezeichnet. "Und sofort findet man 
Gemälde mit Daten bis 16'114. In diesem Jahre war aber der Künstler 
noch in voller Kraft, obwohl 62 Jahre alt. Ein sehr schönes Ge- 
mälde mit dem Monogramm und der Jahrzahl 1624 befindet sich in 
der Gallcrie zu Pommersfelden, ein Bad mit sechs nackten Figuren 
vorstellend. Ein anderes Bild von 1624 war bis 1845 in der Samm- 
lung des Conferenzrathes F. C. Bngge zu Gopenhagen. Es stellt die 
nackten Göttinnen vor, welchen Paris, ebenfalls nackt, den Apfel 
reicht. Christ gibt ein ähnliches Monogramm mit der Jahrzahl 1633, 
welches ebenfalls auf Gemälden mit nackten Figuren vorkommen soll, 
die er aber nicht für Werke des Cornelissen hält. Wir haben daher 
dieses lllonogramm von den obigen Zeichen getrennt, und unter der 
folgenden Nummer gegeben. 
101. Gornelis Gornelissen von Haarlem? Nach Christ, lllonogiu- 
Erklärung S. 141, findet man dieses Zeichen auf Gemälden 
mit nackten Figuren, welche zu seiner Zeit dem Cornelis 
 von Haarlem zugeschrieben wurden. Letzterer war aber 
1633 bereits ein Greis, welcher nach der Ansicht des ge- 
I 6 3 3 nannten Schriftstellers kaum so glatt mehr habe malen 
können, als in diesen Bildern sich zeige. Uebrigens aber 
stimmen dieselben weder in der Zeichnung, noch in der Behandlung 
mit den Gemälden des Cornelissen von Haarlem, wie Christ nach 
Autopsie behauptet. Die nackten Figuren entscheiden aber nichts, da 
auch Cornelissen solche gemalt hatte. Ein ähnliches Monogramm be- 
findet sich auf zwei Gemälden in der Gallerie des Grafen Schönborn 
zu Pommersfelden. Das eine stellt zehn nackte spielende Kinder vor, 
das andere ein Bad mit sechs nackten Figuren. Dem Monogramme 
ist die Jahrzahl 1624 beigefügt. Es fragt sich nun, 0b diese Ge- 
mälde wirklich die Kennzeichen des Cornelis von Haarlem an sich 
tragen. Er ist namentlich durch die warme und weiche Behandlung 
des Nackten vor seinen Zeitgenossen ausgezeichnet. Zwei treifliche 
Bilder dieser Art, das Bad der Bathseba mit dem Monogramme und 
der Jahrzahl 1617, und der verlorne Sohn unter nackten Dirnen mit 
Monogramm und 1618. beünden sich in der Gallerie des k. Museums 
zu Berlin. Wenn nun die Gemälde mit dem obigen Monogramme so 
sehr abweichen, so könnte auch das Alter des Meisters in Betracht 
gezogen werden. Er war 1633 ein Greis von 71 Jahren. 
102. Oornelis Holstein, Maler und Radirer von Haarlem, wurde 
um 1620 geboren, nicht 1653, wie Iloubracken u. A. an- 
geben, indem sie die Blüthezeit des Künstlers zu seiner 
Geburtszeit machen. Er zierte verschiedene Säle in Fresco 
 aus, und malte auch historische Darstellungen und Genre- 
bilder in Oel. Mit besonderer Vorliebe wählte er seine Gegenstände 
aus dem Bacchischen Kreise und aus der Kinderwelt. Die Bilder 
dieser Art sind sehr lebendig und geistreich grnppirt, und in der 
hIanier des J. Jordaens gemalt. Auf mehreren Gemälden findet man 
das Monogramm des Künstlers, während auf den Kupferstichen nach 
seinen Zeichnungen der Name beigefügt ist. M. Mosyn, J. Gronsvelt, 
D. Dankerts, S. Grimm u. A. stachen mythologische Darstellungen und 
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