Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1562015
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1181. 
N0. 1177 erwähnt haben. Es gibt solche mit deutschem und mit la- 
teinischem Text, und die erste erschien 1546 in Strassburg bei Wendel 
Rihel. Die Anfänge des Künstlers fallen daher gegen 1545. Diese 
Jahrzahl, dann mit den Initialen DK. darüber, und einem Laubwerk 
darunter, steht auf einem Blatte mit Pflanzen, welches wahrscheinlich 
in der ersten deutschen Ausgabe des Kräuterbuches sich findet. Der 
Stock wurde aber auch zu V. Cordi's Annotationes in Perl. Dioscoridis 
de Medioa muteria libros V-- Argentorati . J. Bibel 4561, benutzt. 
Auf Holzschnitte mit den Initialen D K. und D K 1545, macht sum- 
marisch auch Obrist (Monogn-Erkl. S. 165) aufmerksam. Nach seiner 
Angabe sind sie zu Strassburg bei Rihelu gedruckt, und es kann sich 
nur um die Abbildungen von Bäumen und Pflanzen im Kräuterbuche 
des H. Bock (lateinisch 'l'ragus) handeln. Dann spricht Christ, welchem 
der Name des Künstlers unbekannt blieb, auch von Holzschnitten mit 
D. K. in Baseler Drucken um 1550, und von solchen in Druckwerken 
von 1600. Näher geht dieser Schriftsteller nicht ein, er meint aber 
sicher die Holzschnitte in Sebastian Münsteüs Cosmographie, welche 
in erster vollständiger Ausgabe 1550 zu Basel bei Henric Petri er- 
schien, und dann mehrere Auflagen erlebte, bis in das 17. Jahrhundert 
hinein. Verschiedene Stöcke dieses berühmten I-Iolzschnittwerkes wurden 
aber schon früher benutzt, kommen in diesem nur im zweiten Drucke 
vor, und sofort auch in anderen Werken. Die ersten Abdrücke von 
Platten, theils mit den Initialen D K, theils mit einem aus diesen 
Buchstaben gebildeten Mouogramme , welches wir N0. 1173 gegeben 
haben, findet man z. B. in Herold's Heydeizwelt. Andere Blätter illu- 
striren das im Jahre 1557 zu Basel erschienene Chronico-n Prodigiorum 
ac Ostcntorum von Lykosthenes. Bartsch, P. gr. IX. p. 392, kennt den 
Namen dieses Meisters nicht. Er bringt die mit DK. bezeichneten 
Blätter mit jenen, welche das Monogramm No. 1173 tigen, zusammen, 
und es ist uns daher nicht ganz möglich, eine genaue Ausscheidung 
zu treffen. Nach seiner Angabe kommen die von ihm verzeichneten 
20 Blätter in der Cosmographie des Sebastian Münster, Basel bei 
Henric Petri 1550, vor. Die Blätter mit Pilauzenabbildungen in 
H. Beck's Kräuterbuch, Strassburg, W. Rihel 1546, 1551 ff, kennt er 
nichts Dass Kandel alle die mit D K. und dem Monogramme bezeich- 
neteu Blätter selbst geschnitten habe, kann nicht behauptet werden. 
Auf einigen ist sogar das Zeichen des Formschneiders beigefügt, wie 
wir unten ersehen. Kandel ist überhaupt nur als Zeichner und Maler 
beglaubiget, und wenn nicht alle Blätter von gleichem Werthe sind, 
ja sogar in der Art abweichen, dass man zwei D. K. zeichnende 
Meister annehmen möchte, so fällt diess wahrscheinlich nur auf Rech- 
nung des mehr oder weniger geübten Formschneiders. 
1) Hieronymus Tragus, d. i.- H. Bock, Verfasser des VWerkes: 
Kreutter-Buch, darin Unterscheidt. Namen etc. der Kreutter. Durch 
Hieronimum Bock. Strassburg, Wandel Rihel M.D.LI., fol. Tragus ist 
unter einer portalförmigen Einfassung dargestellt. Oben hängt eine 
Tafel mit der Schrift: Effigies Hiero 1 hymi Tragi l Anno Aetatis ] 
suae 46. Unter den Termen zu den Seiten D. K. wie die ersten Ini- 
tialen geformt. H. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. 3 L. 
Diesem Formschnitte liegt eine sehr gute Zeichnung zu Grunde. 
Das Gesicht ist grösstentheils mit Punkten bearbeitet. Die Zeichnung 
ist sicher von D. Kandel, da er auch die Piianzenabbildungeu des ge- 
nannten Werkes gezeichnet hat. Diesen sind auch Figuren und Thiere 
beigefügt, so dass der Künstler auf das naturhistorische Fach nicht 
allein beschränkt war. 
        

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