Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1561990
460 
1178. 
von Kandel selbst in Holz geschnitten seien, wogegen wir nichts ein- 
zuwenden haben, obgleich Bock nur von Zeichnungen spricht. Zeichner 
und Formschneider sind ja oft'in' einer Person vereiniget. Christ 
(Monogn-Erkl. S. 166) kennt das zweite Zeichen, und bringt es mit 
einem anderen aus I) K. bestehenden, No.1173 gegebenen Monogramme 
zusammen, kannte aber die Bedeutung derselben nicht. Er sagt nur, 
dass man sie auf Kupferstichen und Holzsehnitten finde, welche 1550 
und 1580 zu Basel gedruckt seien, nämlich in S. Münsters Cosmo- 
graphie, in GessncNs Thierbuch und andern Büchern. Unsers Wissens 
kommt keines .der obigen Zeichen in den genannten Werken vor, 
sondern nur im Krauterbuche. Heller (Gesch. der Holzschneidekunst 
S. 147) geht nur auf das erste Monogramm ein, und bezieht sich dabei 
auf Bartsch IX. p. 392; letzterer gibt aber ein anderes Zeichen, welches 
in der Cosmogralahie vorkommt, und kennt das Kräuterbuch von H. Bock 
nicht. Wir haben es hier mit diesem allein zu thun, und bemerken 
nur noch, dass das Kräuterbuch im Jahre 155i bei W. Rihel in neuer 
Auflage erschien, und dass es David Kyber zu gleicher Zeit in das 
Lateinische übersetzt hat: Hieronymi Tragi de stirpium, maxime earum 
qu-ae in Germania noslm nascunlur etc. etc. Argentorati V. Bibel 1552, 
gr. 4. Die Abbildungen sind dieselben, Conrad Gessner lieferte aber 
eine neue Vorrede, so dass in. dieser KandePs Name nicht vorkommt. 
Die Platten wurden aber 1560 wieder benutzt. In diesem Jahre ver- 
anstaltete Josias Rihel, WendePs Sohn, wieder eine deutsche Ausgabe 
des Kräuterbuches, an welcher C. Gessner keinen Theil hat, fol. Die 
deutsche Ausgabe von 1580, ebenfalls aus dem Verlage des Josias 
Rihel in Strassbilrg, besorgte M. Sebizius, fol. Das vierte Buch dieses 
Werkes, die Speisekammer genannt, enthält Holzschnitte von Tobias 
Stimmer und Christoph Maurer. Die Abdrücke der Ausgabe von 1560 
sind noch sehr vollkommen, und die Platten konnten auch zu folgen- 
dem Werke noch ohne Reparatur benutzt werden: V. Cordi Annotati- 
orte? in Ped. Dioscoridis de Medina materfa libros etc. cjusdcmque V. Cordi 
historia stirpium tibri III. poszhumi   adjcctis stirpizcm iconibus etc. etc. 
Omnia summe Studio   Conradi Gesneri med. Tig. collata  Arge-n- 
torati, J. Richel 1561, fol. In diesem Werke sind nicht alle Platten 
des Krituterbnches abgedruckt, indem nur eines das Zeichen des 
Künstlers tragt. Ein anderes, mit den Initialen versehenes Blatt, hat 
die Jahrzahl 1511-5. Das Monogramm kommt indessen selten vor. Ein 
Blatt mit dem ersten Zeichen gibt den Maulbecrbaum in Abbildung. 
Am Fusse desselben steht eine junge Frau im Jammer über einen 
jungen Menschen, welcher herabgefallen ist. Das zweite Zeichen steht 
auf dem Blatte mit dem Ellernbaum am Bache. 
Unter den Initialen DK. kommen wir auf diesen Künstler zurück. 
da nicht allein mehrere Blätter mit Piianzen, sondern auch das Bild- 
niss des H. Tragus (Bock) dzc. mit diesen Initialen bezeichnet sind. 
1178 Unbekannter Formschneider, welcher in .der ersten Hälfte 
_ des 16. Jahrhunderts in Paris thatig war. Er scheint mit Jacques 
m' Kerver in Verwandtschaft zu stehen, da 61' mit Jean Martin, 
dem Herausgeber der französischen Bearbeitung der Hypnerotomachia 
des Francesco Colonna (Polyphilus) in Verbindung stand. Dieses Werk 
erschien 1546 bei J. Kerver mit schönen Holzschnitten, welche der 
Richtung der Schule von Fontainebleau angehören. Der Monogrammist 
hat jedenfalls für die französische Hypnerotomachle Platten geschnitten, 
es findet sich aber auf keinem Blatte sein Zeichen. Ein Holzschnitt 
mit obigem Monogramme ist in J. Martin's Uebersetzung des zweiten 
Buches der Perspektive von Serlio, Paris 1546, fol. Er stellt einen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.