Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1561747
1131. 
435 
Bartsch, P. gr. VIII. p. 473 fli, beschreibt 133 radirte und ge- 
stochene Blätter von D. Hopfer, wovon nur sechs ohne Zeichen sind. 
Die Buchstaben D. H. stehen immer getrennt, nie zum Monogramm 
verbunden. Das beigefügte Hopfenträubchen gleicht zuweilen eher 
einem Bäumchen, woraus Marolles einen Leuchter und einen ihm 
unbekannten Maizre au chandelier machte, nach welchem er lange Zeit 
auch in Deutschland der Meister mit dem Leuchter genannt wurde. Die 
alten Abdrücke vor den Nummern sind selten, und es scheint daher 
zu Lebzeiten des Künstlers der Absatz nicht stark gewesen zu seyn. 
Die Platten der drei Hopfer blieben aber auch sehr lange verborgen, 
bis sie endlich der Kunsthändler David Funk von Nürnberg auffand, 
und auf 230 Blättern abdrucken liess. Diese Abdrücke sind noch sehr 
gut, und man erkennt sie an den Nummern , welche auf den Platten 
eingestochen wurden. Im vorigen Jahrhunderte erwarb der Kunst- 
händler C. W. Silberberg in Frankfurt a. M. 91 Platten, welche unter 
dem Titel: Opera Hopferiana zu Frankfurt ohne Jahrangabe in Ab- 
drücken bekannt wurden, gr. qu. fol. Nach der Angabe im Cabinet 
de P Amateur, Mars 1842 , fielen diese Platten 1839 in die Hände 
von Berliner Kunsttrödlern, welche sie theils vernichteten, theils zu 
anderen Zwecken verwendeten. Die Platten mti Adam und Eva 
B. No. 1 und 2, von Funk mit No. 2 auf einen Bogen gedruckt, dem 
Reliquarium mit dem Heiland auf dem Schoosse der Mutter B. No. 17, 
Plattennummer 109, der Entführung einer Frau B. No. 72, und jene 
mit der Zeichnung einer Sonne B. No. 122, sind noch vorhanden. Die 
Platte mit der Entführung besass der Kaufmann Heinlein in Nürnberg. 
Dieser liess sie mit einer Bordüre auf Sacktücher abdrucken. Später 
kaufte sie der Antiquar Herdegen in Nürnberg mit den Abdrücken. 
Die beiden grossen Initialen D H zu den Seiten der anscheinlich 
zum Stadtpyr von Augsburg umgebildeten Hopfenblüthe findet man 
nur auf drei Blättern vor, nämlich auf jenen mit Adam und Eva, 
B. No. 1 und 2, und dem grossen römischen Alphabets, B. No. 117. 
Das kleinere flgürliche Zeichen der Hopfentraube zwischen den Ini- 
tialen kommt auf mehreren Blättern vor, auf-anderen sind aber nur 
die Buchstaben allein. 
Zusätze zum Peintre- graveur. 
1) Christus am Kreuze, gegen links, wo unten Maria mit gefal- 
teten Händen steht. Gegenüber sieht man Johannes, wie die Mutter 
mit einem Heiligenscheine versehen. Der Grund ist schwarz mit weissen 
Punkten, wie in mehreren anderen Blättern dieses Meisters. H. 1 Z. 
U, L. Br. 97„ L. Beschrieben in WeigePs Kunstkatalog No. 18,944. 
Bartsch und andere Chalcologen kannten dieses sehr seltene Blatt nicht. 
2) Maria mit dem Kinde auf dem Schoosse, von zwei Engeln ge- 
krönt, gegenseitige Copie nach A. Dürer's Blatt, B. No. 39. Rechts 
im Kleide der Maria D H. H. 5 Z. 4 L. Br. 3 Z. 8 L. , 
3) [B. No. 122] Eine Sonne mit figürlicher Vorstellung als Gold- 
schmiedsmuster. In der Mitte halten zwei Engel eine Hostle. und 
etwas höher sind die Apostel, theils in Nischen, theils auf Säulen 
vorgestellt. Die obere Abtheilung nimmt der Heiland als Weltnchter 
ein, und unten gehen die Todten aus den Gräbern hervor. Links 
nach unten D. H. H. 13 Z. 5 L. Br. 5 Z. 10 L. 
Die Platte wurde vor der Nummerirung durch D. Funk oder 
Silberberg oben abgeschnitten. Man sieht daher nur mehr einige aus 
den Gräbern Erstandene, die Figur des Heilandes mit der Umgebung 
nicht. H. 12 Z. 6 L. i; 
28
        

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