Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557672
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69. Unbekannter Zeichner oder Formschneider, welcher in Basel 
CG gelebt haben (lürfte. Die Initialen seines Namens ündet man 
CC auf Holzschnitten, welche nach Zeichnungen eines Meisters 
1 der schweizerisch-elsässischen Schule gefertiget sind. Ob die 
Buchstaben sich auf den Zeichner, oder den Formschneider beziehen, 
können wir nicht bestimmen, gewiss ist aber, dass die Blätter mit 
denselben an Werth nicht gleich sind, und somit könnten zwei Form- 
schneider nach Zeichnungen des Meisters C. G. gearbeitet haben. 
Man findet diese Initialen auf kleinen Blättern n1it biblischen Vor- 
stellungen, besonders aus dem neuen Testamente, welche sehr gut be- 
handelt sind. Sie illustriren wahrscheinlich eine Ausgabe des neuen 
'l"estaments, welche in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu 
Basel gedruckt ist. Sehr hübsch sind auch die Holzschnitte in 
Nikolaus Höniger's Iloflhciltung des Türkischen Kaysers und Ozlco- 
manischen Reiches beschreibung. Basel 1578, fol. Die beiden kleinen 
Buchstaben stehen auf dem Blatte, welches einen türkischen Hochzeits- 
tanz vorstellt, und es ist auch darum von Interesse, weil ausserdem 
ein kleines Monogramm darauf vorkommt, welches jenem des Hans 
Schäuifelin ähnlich ist. Voraus steht die verkehrte Ziffer 56'. Ein 
ähnliches Zeichen Hndet man auch auf anderen Formschnitten der 
genannten Schule, und es ist wahrscheinlich jenes des Formschneiders. 
In dem Werke über die türkische Hofhaltung sind ziemlich viel Holz- 
sclmitte, aber nur sehr wenige tragen die Initialen C G. Dagegen 
machen sich die Formschneider DR, CS und GS durch die Bei- 
fügung des Messerchens bemerklich. Die Initialen C G findet man 
ferner auf mittelmässigeil Holzschnittvignetten in der Historia Olai 
llfagui Gothi Archiepiscopi Vpsaliensis gentium septenzrional-ium etc. Basi- 
leae ca: Officina Henric Pclrina 1567, fol. 
Den Meister C G, welcher für die Luftäsche Bibel gearbeitet hat, 
unterscheiden wir von unserm Künstler. 
70- Der unbekannte Kupferstecher mit diesen Initialen gehört 
C G zu jenen vielen Meistern des 16. Jahrhunderts, deren 
 Namen in Vergessenheit geriethen. Man findet die Anfangs- 
buchstaben seines Namens auf einem Blatte in der Weise des 
H. S. Beham, welches Adam und Eva unter dem Banme der ver- 
botenen Frucht vorstellt. Ilinter Adam bemerkt man einen Hirsch, 
neben der Eva ein Schaaf, und im Vorgrunde einen Hasen. H. 2 Z. 
7 L. Br. 1 Z. 10 L. 
Wir glauben, dass dieses Blatt von jenem Monogrammisten CG 
herrühre, welcher die sieben Platten gestochen hat. Vgl. N0. 56. 
71. Unbekannter Formschneider, welcher der sächsischen Schule 
angehört, und von dem gleichzeitigen Zeichner C G N0. 69, 
CG I welcher in der Schweiz lebte, zu unterscheiden ist. 
"32" Unser Meister arbeitete in llfittenberg für die Druckerei 
des Plans Lutlt, aus welcher eine schöne, mit Holzschnitten illnstrirte 
Bibel nach Dr. M. Lnthcr's Uebersetzung hervorging. Sie erschien 
in erster Auflage unter dem Titel: Biblia: Das ist: Die glmtze heilige 
Schrifft: Deutsch. Auf)": new zugerirht. Doct. Mari. Luth. Wittenbcrg. 
Gedruckt durch Hans Lufft 1550, fol. Die vielen Holzschnitte dieser 
schönen Bibel sind meist von Gottfried Leigel und Hans Brosamer, 
unser (JG zeichnet aber auf keinem derselben , so dass sein späteres 
Auftreten zu vermuthen ist. Erst in der Lufüschen Bibel von 1572 
kommt er vor. Der Haupt-Illustrator dieses Werkes ist der Meister 1 T, 
genannt Johann Teufel oder Thüfel, so dass man diese Bibel die
        

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