Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1561350
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1004. 
Zeichner nicht ganz auszuschliessen. Von ihm ist sicher die Zeich- 
nung zu jenem Holzschnitte von Nicolo Boldrini, welcher den Prediger 
Johannes in der Mitte einer grossen Landschaft sitzend vorstellt._ Links 
unten steht: Nich." B. V. T., und rechts I) C. Unter letzteren Initialen 
ist Domcnico Campagnola angedeutet, und die andern Buchstaben sind 
Nicholo Boldrini Vicemi-no Taglio zu lesen. Boldrini trat gegen 1530 
als Künstler auf, zu einer Zeit, in welcher der Knpferstechei- D. Cam- 
pagnola höchst wahrscheinlich nicht mehr gelebt hat, und so kann 
man unter I) C nur den jüngeren D. Campagnola vermuthen. Als 
Zeichner im historischen Style gibt er sich auf drei Kupferstichen des 
Meisters fr. u fa. . d. h. Francesco Valegio oder Valesio, kund. In 
diesen Blättern ist die Parabel vom armen Lazarus und dem reichen 
Prasser behandelt. Das erste stellt den Armen vor, wie er nach 
Lucas XVI. an der Schwelle des Reichen um die Ueberreste bettelt, 
welche den Hunden vorgeworfen werden. Im Rande steht: ErumnosCP) 
hic Lazamn iucens ad ianuam divitis micas etiam canibus obiectas de 
mensa Epulonis petit. Das zweite Blatt schildert den Tod des von 
seinen Angehörigen umgebenen Schwelgers, dessen Seele der in der 
Luft schwebende Dämon in eine Rauchwolke hüllt. Die dritte Vor- 
stellung führt den Prasser in der Hölle vor, in welcher die Dämonen 
aller Art eine Bekanntschaft mit Dante's Inferno verrathen. Auf einem 
Blatte in der Mitte steht die Bezeichnung: D. C. IN., worunter nur der 
jüngere Domenico Carnpagnoln. verstanden werden kann, wenn, wie an- 
genommen wird, ein Künstler dieses Namens die Zeichnung zu den 
Stichen geliefert hat. Ueberdiess hat jedes Blatt das Zeichen des oben 
erwähnten Kupferstechers F. Valegio, und die Adresse des Luca Ber- 
telli, welrihe beide um 1580 thätig waren. Höhe 9 Z. 4 L. Breite 
13 Z. 10  
Bartsch P. gr. XIII. p. 377 beschreibt neun Kupferstiche, welche 
theils mit dem vollen, theils mit dem abgekürzten Namen des Dom. 
Campagnola bezeichnet sind, so dass wir unter DO. CAMP. auf ihn 
zurückkommen. Sieben dieser Blätter tragen die Jahrzahl 1517. 
Zanetti, Cabinet Cicognara p. 173, bemerkt auch, dass drei oder vier 
andere, von Bartsch nicht erwähnte Blätter, mit den Initialen D. C. 
bezeichnet seien. Wir haben oben ebenfalls auf solche Produkte auf- 
merksam gemacht, können aber nicht glauben, dass dieselben von dem 
alten Domenico Gampagnola herrühren. Auch das von Bartsch No. 10 
beschriebene Blatt mit der Reiterschlacht im Walde ist zweifelhaft, 
obgleich es mit dem Namen des Künstlers und der Jahrzahl 1517 
bezeichnet istf Dieselbe Vorstellung hat auch H. Hopfer gestochen, 
und die Oomposition stimmt auch eher für einen deutschen, als für 
einen italienischen Meister aus der Schule des Gian Bellini. Dennoch 
bezahlte Mr. Willett 1824 bei der Auktion Sykes 5 5 10 Sh. dafür. 
Das Blatt der Madonna mit dem Kinde und mehreren Heiligen, B. N0. 5, 
wurde aber auf 6 16 getrieben. Andere der von Bartsch beschriebenen 
Blätter gingen zu 3 u. 4 .6 weg. Seit dieser Zeit sind aber die Preise 
noch gestiegen.  
Den von Bartsch beschriebenen Kupferstichen finden wir bei 
Malaspina, Zanetti, Zani, Malpe, Ottley Szc. folgende beigefügt. 
1) Die Anbetung der Hirten. lllaria kniet links in Anbetung des 
göttlichen Kindes. Ohne Namen und Zeichen, aber im Cataloge des 
Marchese Malaspina di Sannazaro II. p. 47 dem D. Campagnola zuge- 
schrieben. Oval. H. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. 8 L. 
2) Die Anbetung der Könige. Maria sitzend mit dem Kinde auf 
dem Schoosse. Ohne Namen und Zeichen, in einem Ovale von der 
Grösse des obigen Blattes. Malaspina 1. c. p. 47.
        

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