Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1561314
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1003. 
seltenen Originalformsehnitt des C. de Crayer. Dieses Blatt stellt den 
hl. Sebastianlvor, wie er nackt an den Baum gebunden und von zwei 
Pfeilen durchbohrt sterbend den Blick nach oben richtet. Rechts vor 
seinen Füssen liegt die Rüstung und der Schild darüber, und links 
unten stehen die Buchstaben D. C. H. 6 Z. 9 L. Br. 4 Z. 9 L. 
In R. WVeigePs Prachtwerk: Holzschnitte berühmter Meister etc. VI. 
N0. 29 ist eine treiiliche Copie von Krüger. Das Original, vielleicht 
das einzige des Künstlers, scheint nach Weigel eher in weiches Metall, 
als auf Holz zu seyn. Als Hofmaler des Erzbischofs Jakob Boonen 
von Brüssel, welcher die beiden Oatechisrnen von Jodocus Andries mit 
Holzschnitten von Christoph Jegher nach Zeichnungen von A. Sallaert 
veranlasst hatte, konnte de Crayer wohl ebenfalls einen Versuch in 
Holzschnitt gemacht haben. Das Blatt mit St. Sebastian spricht voll- 
kommen für eine malerische Führung, und es ist die geistreiche Zeich- 
nung so sicher festgehalten, wie sie nur die Hand eines Malers geben 
kann. An Jeghcr ist eben so wenig zu denken, als an Sallaert, und 
ausser diesen Meistern ist kein anderer Künstler zu nennen , welcher 
den Schnitt des hl. Sebastian nach C. de Crayer besorgen konnte. 
Wir müssen uns daher der Gefahr aussetzen, den Gegnern der Eigen- 
händigkeit von Malerformschnitten missfällig zu werden. Doch mögen 
diese sagen, von wem das Bild des hl. Sebastian in Holz oder Metall 
geschnitten sei. 
Wir fügen nur noch bei, dass dem Meister Orayer auch ein 
radirtes Blatt zugeschrieben werde. Es stellt den siegreich aus dem 
Grabe erstehenden Heiland vor. Der Kopf ist mit der Schneidnadel 
oder dem Grabstichel von fremder Hand übergangen, das Uebrige 
radirt. Im ersten Drucke kommt Joh. Meyssens' Adresse darauf 
vor, kl. fol. 
IÜÜÜ. DOmiIIiGIIS 61181108, mit seinem Familiennamen Baltens, 
Zeichner und Kupferstecher, wurde 1560 zu Antwerpen 
geboren, und begab sich als reifer Künstler nach Augs- 
burg, wo er zahlreiche Blätter hinterliess, und eine 
Kunsthandlung gründete. Zu seinen interessantesten 
Werken gehören die Bildniss-Sammlungen: Fuygerorum 
et Fuggerarum Imagines, in erster, sehr seltener Ausgabe 
von 1593 mit 64 Blättern, gr. 4. Im Jahre 1620 be- 
sorgten Wolfgang und Lukas Kilian eine neue Ausgabe 
mit 129 Portraiten und deutschem Text. Die Ambraser Rüst- 
kammer: Augustissimorum Imperatorum, Serenissimorum Regum utque 
Archiducum   verissimae imagines   Opus Ser. PrincipisiFwdi- 
nandi Archiducis jussu   in via inchoatum, et a Jacobo Schenrkio 
a Nozingen continuatum et absolutum. Mit 126 Kupfertafeln nach 
Zeichnungen von J. B. Fontana. Oentpomi exc. Joa. Agricola 1601, 
gr. fol. Die deutsche Ausgabe lieferte Joh. Engelbert Noyse von 
Campenhouten. Gedruckt zu Ynnsprugg, durch Daniel Baur (1603), 
gr. fol. lcones institutorum sea: in Christiane religione ordinum.  
Aug. Vind per Dom. Custodem (1597), fol. Dieses Werk enthält nur 
sechs Bildnisse, ohne Beschreibung. Atrium heroicum seu imagines 
LXXII. Imperatorum et Begum. Aug. Vind. 1600. Vier Theile mit 
72 Bildnissen. Nur jene des ersten Theiles sind von Custos ge- 
stochen, die anderen von seinen Söhnen und Schülern. Saxoniae 
Ducum Caesar. creand. VII et cacterorum a Friedorico I ad Christianum III. 
Fratres et agnatos genuinae efßgies, cum. coll. et epigrtnn. M. Henningii. 
Aug. Vind. ew caelaiura Dom. Custodis. 1601 . fol. Dieses Werk ent- 
hält 21 Bildnisse. Wolfgang Kilian veranstaltete 162i eine neue Aus-
        

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