Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1560588
823. 
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J. A. Klein, Erhardt und Wilder nach der Natur ausgeführt hatte. 
Wiessner entwickelte ein entschiedenes Talent für das Landschaftsiaeh, 
welches durch seine eifrigen Naturstudien im bayerischen Alpenlande 
eine bedeutende Reife erlangte. Belege liefern mehrere grosse Platten 
nach Naturzeichnungeu, welche er in Wien für die Kunsthandlung 
von Artaria du Comp. radirte. Der Künstler besuchte auch die k. k. 
Akademie daselbst, gleichzeitig mit Erhardt und Wilder, kehrte aber 
nach der Abreise dieser beiden Freunde nach Italien wieder nach 
Nürnberg zurück, wo er von jetzt an für verschiedene Kunsthandlungen 
arbeitete. Er lieferte Zeichnungen figürlichen, architektonischen und 
landschaftlichen Inhalts, radirte und stach deren in Kupfer und Stahl, 
und führte auch einige Lithographien aus. Der grösste Theil dieser 
Blätter ist aber anonym, und nur wenige sind mit einem Monogramm 
versehen. Im Jahre 1826 übersiedelte Wiessner nach Regensburg, um 
in der dortigen Porzellan-liflanufaktur die Malerei einzurichten, trat 
aber im folgenden Jahre in die von dem Kaufmann Schwarz zu Nürn- 
berggerrichtete Glasmalerei-Anstalt, und malte das Probefenster, wel- 
ches mit einem zweiten, in München verfertigten, von König Ludwig 
als Vorläufer mehrerer anderen Fenstefin den Regensburger Dom 
gestiftet wurde. Bei diesem ersten Fenster verblieb es, da Schwarz 
 die weitere Lieferung ablehnte, und Wiessner wendete sich daher 
wieder seinem Lieblingsfache zu. Ende 1828 wurde er Zeichnunge- 
lehrer am Handels-Institute zu Nürnberg, hatte aber in dieser Eigen- 
schaft auch Muse zu vielen Kunstarbeiten, welche in Kupferstichen, 
und in Bildern in Oel und Aquarell bestehen. Im Jahre 1832 erhielt 
der Künstler die Stelle eines Zeichenlehrers an der höheren Bürger- 
schule zu Nürnberg, welche er aber noch in demselben Jahre mit 
jener eines Lehrers der k. Gewerbschule und der k. polytechnischen 
Schule vertauschte. Dazu übernahm der Künstler 184.1 auch eine 
Stelle an der in Nürnberg neu errichteten Handelsgewerbschule, welche 
ihm den Unterricht im Modelliren und Graviren übertrug. Im Jahre 
1843 wurde endliehWiessner von der grossherzoglich Oldenburgischen 
Regierung an die Gewerbschule in Oberstein berufen, welche Stelle 
er 1849 mit jener an der'höheren Lehranstalt in Birkenfeld ver- 
tauschte, wo der Künstler noch thätig ist. Ausser vielen Oelgemälden, 
Aquarellen und Bleistiftzeichnungen findet man von seiner Hand eine 
bedeutende Anzahl von 'Radirungen und Kupfer- und Stahlstichen, 
theils in grossem Formate. Im Künstler-Lexicon behauptet Wiessner 
keine ausführliche Stelle, da. uns seine Verhältnisse nicht hinreichend 
bekannt waren. Die gegebenen Notizen verdanken wir dem Herrn 
Baron von Lassberg in Detmold, welcher eine Auswahl der schönsten 
Blätter dieses Meisters besitzt.  
C. Wiessner bediente sich zwei verschiedener Zeichen, welche 
aber beide die Buchstaben C W. enthalten. Das eine ist wie oben ge- 
formt, das andere gibt das C über W, so dass wir unter WC auf ihn 
zurückkommen. Das erste Zeichen, auch mit dem vollen Worte fecit. 
kommt auf sechs schön radirten Blättern "einen Folge von Schafen und 
Ziegen nach Radirungen des Heinrich Roos in dessen Becstboekje, 
B. N0. 18-30, vor. Die ganze Folge besteht aus acht Copien, von 
welchen zwei das Monogramm mit den übereinander zusammenhängen- 
den Initialen CW tragen. Diese Blätter erschienen 1821 bei Herzberg 
in Augsburg. Brulliot I. N0. 1502 hielt den Verfertiger für einen 
daselbst lebenden Dilettanten, und wir haben daher im Künstler-Lexicon 
die genannten Radirungen nur muthmasslich dem Conrad Wiessner von 
Nürnberg zugeschrieben. Nach der Versicherung des Frhrn. v. Lass- 
berg sind die Copien sicher von C. Wiessner. H. 7 Z. Br. 6 Z. 11, L.
        

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