Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1560497
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GVS. 
803. 
Reihe sind Blättern dyesvjüngeren Ch. van Sichem entnommenf Der 
ältere Meister erscheint nicht als Mitglied der Zunft zum Himmel in 
Basel, und hatte daher wahrscheinlich bei Zeiten das Bürgerrecht in 
Strassburg erworben, indem er fortan für Theodosius Rihel daselbst 
arbeitete. Zu den frühesten Blättern aus der Zeit seines Aufenthaltes 
in Strassburg gehören jene im neuen Testamente, welches Rihel ohne 
Datum (gegen1576)herausgab: Novvm Testamentvm Jesu Christi. 
Filii Dei, prima quidem sludio et industria D. Erasrni Roterod. ac- 
cumle cditum, mmc autem mrlgna diligentia  dcnuo rmprrssum.  Ar- 
genmruti Emn. Th. Rihel, 8. Einige der vielen Holzschnitte tragen das 
Zeichen des Ch. van Sichem. Die Zeichnungen scheinen von Ch. Maurer, 
T. Stimmer und D. Lindmeyer zu seyn. H. 1 Z. 8 L. Br. 2 Z. 4 bis 
5 L. Auch in der deutschen Ausgabe des Titus Livius und Lucius 
Florus, Strassburg bei Th. Rihel 1575 fol., sind Blätter mit dem 
dritten Zeichen. Sie schildern den Einzug eines Triumphators und 
die Verbrennung der Bücher des Numa Pompilius, und kommen auch 
in der Ausgabe von. 1581 vor. Im Jahre 1581 gab Th. Rihel den 
Flavius Josephus und den Egesypptls mit Holzschnitten heraus, deren 
einige das Zeichen des Ch. van Sichem tragen. Dieselben Stöcke wur- 
den auch zu den Ausgaben von 1590, 1595 und 1603 benutzt. Zu 
seinen letzten Arbeiten gehören die Blätter in: Bihlia. Das ist : die 
ganze heyligc Srhrifft, Tcutsrh. Doct. Mart. Lulh.   Gedruckt zu 
Franrkfort am May-n durch Johann Feyeraberid etc. 1589. fol. Einige 
der vielen Blätter dieser Bibel tragen das Zeichen des Ch. v. Sichem, 
welcher hier nach Zeichnungen des T. Stimmer geschnitten hat. Damit 
haben wir den grösstcn Theil der Holzschnitte des Ch. van Sichem sen. 
angedeutet. Nach 1589 dürfte er wenig mehr gearbeitet haben. 
Gegen 1600 tritt der jüngere Christoph van Sichem auf, welcher 
nach einer unverbürgten Angabe um 1580 in Delft geboren wurde. 
Damals lebte der ältere Künstler dieses Namens in Strasshurg, und 
somit mögen wohl beide in Verwandtschaft, aber nicht im Verhaltniss 
von Vater und Sohn stehen. Der jüngere Ch. van Sichem zählt auch 
zur Schule des H. Goltzius. Wenigstens hat er mehrere Blätter nach 
Zeichnungen dieses Meisters in Holz geschnitten, und damit eine grosse 
Meisterschaft beurkundet. Die meisten Holzschnitte nach Goltzius 
sind mit dem Namen bezeichnet. Dagegen fügte er den Copien nach 
A. Dürer das Monogramm bei. Die frühere Zeit verlebte dieser Künstler 
in Leyden, später entwickelte er aber in Amsterdam eine grosse Thä- 
tigkeit, und gründete daselbst eine Kunstanstalt. Auf einem der vier 
Blätter. welche die Evangelisten vorstellen, steht: Tot Amsterdam by 
Christophel van Sirhem Figtwr  Snyder in de Seylende Winrit-waghen. 
Als Verlagswerke sind auch die Blätter nach Goltzius, A. Dürer und 
einigen anderen Meistern zu betrachten, deren wir im Künstler-Lexicon 
XVI. S. 348 ff. verzeichnet haben. In diese Categorie gehört auch 
eine Folge von Passionsdarstellungen, kl. 8, eine Folge der zwölf 
Apostel, kl. 4, der vier Kirchenlehrer, kl. fol. u. s. w. Auf mehreren 
Blättern dieser Art findet man das Zeichen des Künstlers. Von noch 
grösserer Bedeutung sind aber die mit Holzschnitten illustrirten Werke 
aus dem Verlage des Pieter Jacobsz. Pacts. deren wir folgende erwähnen. 
Bibtia savra, dat is de geheele Imylige Schriflure, bedvylt in't oudt 
en nieuwe Testament  verciert mrt veel schoone Figuwren, gesneerlm door 
Christojfnl van Sirhem. 2 Deeltm. Et-rst FAmsterdam hy Jan van Meeren- 
torf en Farn. Versrhuren, en nu herdruckt by Pieter Jacobs Pacts. Amster- 
dam 1646, fol. Das neue Testament erschieri unter einem eigenen 
Titel: Het nieuwc Testament 0m sulichmaerkers Jesu Christi etc. Verciert 
met veel schoone Figueren gesneden door Christoffet Ivan Sichern vor P. J. P.
        

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