Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1560339
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757. 
staben vorkommen. Es stellt die Anbetung der Hirten vor, rechts 
die hl. Jungfrau, welche den Hirten das in der Krippe liegende Kind 
Zeigt. Hinter ihr steht Joseph, und im Grunde sieht man eine ver. 
fallene Hütte. Links unten sind die Buchstaben DV. H. 6 Z, 5 L, 
Br. 4 Z. 9 L. Dieses geistreich radirte Blatt müsste, wenn es von 
Caccianemici herrührt, um iädl erschienen seyii, wir halten es aber 
für ein späteres Machwerk, vielleicht nach einer Zeichnung von Par- 
meggiano. Es stimmt nicht genau mit den_ ächten Blättern des ge- 
nannten Künstlers, welche mit  C. F. bezeichnet sind. Es handelt 
sich wohl um ein Blatt des Vincenzo Carducho. Beim Vergleiche 
drängte sich diese Vermuthung auf. 
757. G. van Beeresteyn, Maler und Radirer, gehört der hollän- 
C V  dischen Schule an , ist aber in seinem Vaterlande 
'     d kaum dem Namen nach bekannt. Man ündet nur 
C- V- B-       etliche Blätter erwähnt, welche bald einem Beere- 
steyn oder Onsteyn, bald dem Cornelis Vroom zugeschrieben werden, 
da sie theils unbezeichnet, theils mit einem unleserlichen Namen ver- 
sehen sind. Zu letzteren gehoret die Landschaft N0. 1, welche von 
F. v. Bartsch (die Kupferstich-Sammlung der k. k. Bibliothek in Wien S. 223) 
und der Weber'sche Catalog (Leipzig 1855) N0. 1223 unter dem Namen 
des Cornel Vroom beschreibt. Die_ Buchstaben C. V.F.    f. , oder 
C. V. B. .    f. bemerkt man unten im Kupferrande, sie sind aber nur 
als Spuren eines unleserlichen Namens zu betrachten. Die Platte wurde 
verätzt, da das Scheidewasser den Firniss angegriffen hatte. Man 
findet daher nur äusserst wenige Abdrücke. 
Da die Blätter des C. _van Beeresteyn nirgends beschrieben sind, 
so folgt hier ein Verzeichniss. Sie erinnern vollkommen an die Ra- 
dirungen des Jakob Ruvsdael und A. H. v. Boom oder Verboom, nur 
ist die Nadel feiner. Seine Blätter bestehen meist aus wenig belaubten 
Baumgruppen, deren Stämme aber mit Verstand und vieler Geschick- 
lichkeit bearbeitet sind. Beeresteyn ist älter als J. Ruysdael, da er 
schon 1650 Meister war, und letzterer erst 1635 oder 1643 geboren wurde. 
1) Zwei Landboten im Gespräch auf einem holperigen Wege am 
Wasser hin. Der eine stützt sich auf seinen Stock, der andere kehrt 
einem gesattelten Pferde den Rücken zu. Zwischen dem Manne und 
dem Pferde bemerkt man einen Hund, und ein zweiter liegt bei dem 
dürren Baumaste. Im Rande die erwähnte xunleserliche Schrift. H. 5 Z. 
5 L. Br. GZ. 3 L. 
2) Die alten Weidenbäume. Die Gruppe dieser Bäume steht in 
Mitte einer hügelichen Landschaft. Links erheben sich hinter drei 
anderen alten Weidenstämmen viele junge dünne Bäume, wovon einige 
bis oben an den Rand der Platte reichen. Rechts sind zwei andere 
starke Bäume, und ein dünner Baum beriihrt ebenfalls den Rand. In 
Mitte des Grundes bemerkt man noch einen alten Weidenbaum und 
einiges Gesträuch auf dem Hügel.  Ausserdem ist weder eine Figur, 
noch ein Haus angebracht. Unten in der Mitte des Randes: C. V. Beere- 
steyn f. 1650. H. 7 Z. 3 L., und 2 L. Rand. Br. 7 Z. 10 L. 
3) Der Teich im Walde. Das Wasser nimmt_die ganze Breite 
des Blattes ein. Rechts im Vorgrunde sieht man viele hohe Pflanzen 
an demselben, und einen alten Weidenstamm. Den Grund bildet der 
Wald, dessen Baume bis oben an den Rand der Platte reichen. In 
der Mitte, am entgegengesetzten Ufer des Wassers, reitet ein Mann 
mit dem Stocke in der Hand nach links hin. Unten in Mitte des 
Randes: C. V. Beeresteyn f. 1650. H. 7 Z. 2 L. Br. 7 Z. 10 L.
        

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