Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1560220
725. 
283 
oben erwähnte Ansicht von Amsterdam nicht. Ob sie Cornelis Antonisä 
zoon alle selbst geschnitten habe, bleibt dahin gestellt, da bekanntlich 
hinsichtlich der Eigenhändigkeit von Malerformschnitten noch immer 
Skepsis herrscht. Dieses möchte mit Antoniszoon um so mehr der 
Fall seyn, als Blätter vorkommen, auf welchen sich Formschneider 
nennen, nämlich Silvestrc de Paris Tailleur de ßgurcs, und Jan Ewoulzoon 
Iüguersnijder. Allein sie erscheinen zunächst nur als Drucker und 
Verleger, und so kann C.Ant0nisz0on als Zeichner und Formschneider 
ebenfalls Berechtigung finden, da seine Theilnahme durch das Zeichen 
gesichert ist. Das Blatt mit C T und dem Buchstaben XM x darunter 
dürfte aber als trügliches Machwerk eines späteren Künstlers ge- 
strichen werden. Es enthalt die Abbildung des Grabsteines des Erz- 
bischofs Willigisius von Mainz mit Umschrift und der Jahrzahl: ßlillz- 
aimn ml. Rechts bemerkt man das vierte der obigen Zeichen, unter 
welchem Antoniszoon in keinem Falle verstanden werden kann. Im 
Kiinstler-Lexicon XVIII. S. 283 haben wir im Artikel des Oornelius 
Teunissen 12 Holzschnitte verzeichnet, und wir können uns daher hier 
kürzer" fassen. Das Verzeichniss ist nicht zu umgehen, da jener Cor- 
nelis Teunissen nur muthmasslich eintritt. -Beurkuudet ist nur der 
Name Antoniszoon. Auch sind einige Zusätze zu dem Artikel im 
Künstler-Lexicon geboten. 
Holzschnitte. 
i) Kaiser Carl V., ganze stehende Figur mit einem kleinen Barett 
auf dem Kopfe, und dem Orden des goldenen Vliesses um den Hals. 
Er hält in der Linken das Scepter, und in der Rechten die Hand- 
schuhe. Links im weissen Felde steht: Carolus quinlus imperator max. 
patcr patriae feliw semper augustus. Rechts bemerkt man die Krone, 
den Reichsadler und die Säulen mit dem Wahlspruche: Plus ultra. 
Links unten auf dem Steine steht das Zeichen des Künstlers. H. 19 Z. 
10 L. Br. 13 Z. 5 L.   
Dieses seltene Blatt gehört zu den Hauptwerken des Künstlers, 
und verräth in der grossartigen Auffassung und der markigen Behand- 
lung einen Originalschnitt des Malers. 
2) Johannes Rex Portugalicf Arabie: Persie: Indio. Zu Pferd nach 
links. Im Rande: Imprime c-n Anucrs par moy Siluestrede Paris Taillieur 
da Figures, fol. 
3) [B. N0. 1] Das Abendmahl des Herrn in einem mit Säulen 
verzierten Saale. In zwei Blättern. Links unten steht das Zeichen. 
H. 11 Z. 6 L. Br. 20 Z. '10 L. 
Nach Bartsch findet man Abdrücke 'von einer, und von zwei 
Platten, d. h.- solche in Helldunkel, welche wohl zu den späteren ge- 
hören. In der Sammlung des W. Y. Ottley war aber eine Seltenheit 
erster Art, nämlich ein Abdruck mit 16 lateinischen Versen im Rande, 
und dem Namen des Künstlers: Comclij Antonij. Vgl. The Onley Col- 
lection of prints. London 1837. p. 27. Hier wird der Künstler Anton 
Cornely genannt.   
4) Das Urtheil des Paris. 
Eine Darstellung dieser Art wird in dem oben erwähnten Catalpge 
der Sammlung Ottley erwähnt, als ein dem Verfasser des heintre- 
graveur unbekanntes Blatt. Leider ist das Blatt nicht beschrieben. 
5) [B. N0. 2] Mutius Scävola, wie er die Hand über das Feuer 
hält. Rechts oben das Zeichen mit 1536. H. Q0 Z. Br. 13 Z. 10 L. 
6) [Bl N0. 3] Eine geflügelte Frau mit dreifacher Krone auf der 
Schlange stehend. Im Grunde breitet sich die Stadt aus, und links 
unten am Steine ist das Zeichen. H. 8 Z. 10 L. Br. 6 Z. 2 L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.