Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1560216
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725. 
sich nämlich Cornelis Anthoniszoon, also den Sohn eines Anto- 
nius, welch' letzteren Sotzmann in Cöln suchte, wo im alten Volks- 
dialekt Theuniss mit Antonius, und Theunisse mit Sohn des 
Antonius gleichbedeutend ist. Allein Anton von Worms hatte keinen 
Sohn, sondern nur zwei Töchter, welche 1563 nach dem Tode der 
Mutter das Vermögen theilten, wie durch Merlo (Die altkölnische 
Malerschule. Cöln 1856, S. 167) urkundlich nachgewiesen ist. Wir 
müssen daher nach Amsterdam zurückkehren, wo der Meister Cornelis 
Anthoniszoon uns urkundlich entgegentritt, nämlich durch die Inschrift 
des grossen Holzschnittes mit der Ansicht der genannten Stadt von 
1544, Ansser dem Namen des Künstlers ündet man auf diesem Blatte 
auch das Zeichen mit der Jahrzalnl vor, so dass über _die Deutung 
kein Zweifel mehr obwaltet. Diese höchst seltene Ansicht besteht in 
12 Blättern, deren drei neben einander, und dann in vier Reihen über 
einander -zu legen sind. Das Stadtebild ist von einer Bordure um- 
geben, ähnlich den Dessins, womit die älteren Calligraphen ihre Schön- 
schriften umgeben. Die Gebäude, Schiffe und andere Gegenstände sind 
fast nur in Umrissen gegeben, auf den Schattenseiten nur mit einer 
einfachen Schrafiirung überlegt. Die Namen der Hauptgebäude, Platze äc. 
sind eingeschnitten. Rechts oben sitzt Neptun in Wolken mit dem 
Wappen der Stadt, und einer Tablette mit der Schrift: AMSTERDAM. 
Innerhalb des sich nach der Mitte hinziehenden Wolkensatimes liest 
man in gothischen Lettern: Dje oermaerde coopstadt van Amstelredam 
gheeomerfeyt met alle zyn wateren, brugghen, straeten, kerken, closteren. 
huysen, toornen, voorten, ein mucren, eE omlegghende situatie, ghemaect 
ter eeren der K. M. ende voelcden eersamen raec der selucr stadt, ende 
allen tiefhabbem der consten etc. 
Wt ghegeuen by Cornelis Anthosiszon schilder met octroye der 
K. M. onsen ghenadichsten Heere eant selfde niet moghen nadrucken noch 
vercopen binnen den tyt van ses Jaren lanck ghedurcnde, er? ghedatecrt 
banden Jare duysent oyf homlert drien veerlich" op sekere penne nit selfde 
octroye begrepen, op da: hem een yegheliek voor schade eorhoeden mach. 
Meneintse te cope in die eermaerde eoopstadt van Amstehedam after 
die nieuwe kerck by de vooschreuen Cornehs Antoniszoon schilder 
tnde schryuende hant.  
Daniel 5. 
Marne. Tekel. Phares.   
Dann folgt eine" schreibende Hand, und daruxiter- das erste Zeichen 
mit "der Jahrzahl 1544. H.. 39 Z. 6 L. Br. 4 Z. 7 L._   
Es unterliegt also keinem Zweifel mehr, dass das fragliche Zeichen 
dem Cornelis Antoniszoon angehöre. Er war Maler, und hat als solcher 
die Ansicht von Amsterdam wenigstens gezeichnet, wenn nicht selbst 
geschnitten. In der Schatzkammer zu Amsterdam wareine von ihm 
in Oel gemalte Ansicht der Stadt, wie sie sich von 1482 an gestaltet 
hatte. Im Lokale der Armbrustschützen-Gilde auf dem Rathhause in 
Amsterdam ist noch gegenwärtig ein Gemälde mit dem Zeichen und 
der Jahrzahl 1533. Es stellt die Vorstände der Gilde vor, wie sie 
um den Tisch sitzen. Dieses Bild beurkundet einen tüchtigen Meister, 
welcher also nicht allein Ansichten von Städten, sondern auch Figuren 
malen konnte. In der Carnation herrscht ein "röthlicher, in den Schatten 
ein bräunlicher Ton. Andere Gemälde dieses Meisters können" wir 
nicht namhaft machenf Im Jahre 1547 wurde Antoniszoon in den 
Rath der Stadt Amsterdam gewählt, und 1550 scheint er zum letzten 
Male als Schöif fungirt zu haben.     
Bartsch 1. e. p. 152 beschreibt fünf Holzschnitte mit dem Zeichen 
des ihm unbekannten Meisters, kennt aber neben andern Blättern die
        

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