Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557534
CFD 
CFI. 
138. 
der Carraccfschen Schule vindiciren wollen, so widersprechen dieses 
die früheren Werke des Meisters. Sie sind nach Art jener der Natu- 
ralisten energisch und bedeutend, und wenn sich Guercino mit den 
Eklektikern in Bologna auch befreundet hatte, so war es doch Carra- 
vaggio, welcher seinem Naturel vor Allem zusagte. Erst in seiner 
mittleren Periode, nachdem er die Werke der römischen und venetia- 
nisehen Schule gesehen hatte, wurde er weicher, bis er zuletzt gar 
in weichliche Mattigkeit verfiel. Immer aber ist ihm eine schöne, 
blühende Färbung eigen, welche in seiner matten und verschwimmen- 
den Manier der letzten Periode noch als Kennzeichen seiner früheren 
Kraft hervortritt. Guercino gehört aber zu den grossen italienischen 
Meistern seiner Zeit. Man trat fast in keine Kirche, welche nicht 
ein Werk seines fruchtbaren Geistes aufzuweisen hatte. Dazu kom- 
men noch 144 grössere Cabinetsbilder, und eine grosse Anzahl von 
halben Figuren. Die Zeichnungen konnte man gar nicht zählen. Viele 
Gemälde und Zeichnungen sind durch Kupferstiche bekannt. Hier 
handelt es sich zunächst um jene des G. B. Pasqualini, eines Zeit- 
genossen Guercinds. Man findet auf diesen Blättern das gegebene 
Monogramm, welches mit dem Beisatze: Gio. Francesco Centensis oder 
G. F. da Cmto zu lesen ist. Pasqualini wird es wohl auf den Zeich- 
nungeu vorgefunden haben, und somit kann man annehmen, dass 
Guercino auch verschiedene andere Zeichnungen auf solche Weise 
signirt habe. Auf den Radirungen des Meisters findet sich aber keine 
derartige Bezeichnung. Bartsch P. gr. XVIII. p. 361 beschreibt zwei 
äehte Blätter; diejenigen, welche ihm ausserdem noch beigelegt werden 
wollen, sind zweifelhaft, vielleicht Arbeiten von Schülern, welche 
irgend eine Skizze des Meisters benutzten. Seine Schule war stark 
besucht. Zu den Hauptmeistern gehören Fulgenzio Mondini, Seba- 
stiano Bombelli und Giovanni Bonatti. 
36. Georg Friedrich Dinglinger, Schmelzmaler, Schüler von 
Aved in Paris, stand in Diensten des sächsischen Hofes, und 
ß erwarb sich durch seine Werke grossen Beifall. Er malte Bild- 
nisse und historische Vorstellungen, einige in grossem Formate. 
Zur Bezeichnung seiner Malereien bediente er sich zuweilen des ge- 
gebenen Monogramms, welches man eher C F D, als GFD lesen dürfte. 
Es steht auf dem von Bernigeroth gestochenen Bildnisse der Tochter 
des Künstlers. Auf einer Tafel unter dem Ovale liest man: Marga- 
retha  Dinglingerin; l Hut ihr Vater (kommt das Zeichen mit 1718) 
in dieser Grössolnach dem Leben Ammaliert. H. 4 Z. 2L. Br. 3 Z. 9L. 
Dinglinger starb 1720. 
37- Gonrad Friedrich Gerlach, Münzmeister in Copexlhagen, 
F G zeichnete Münzgepräge mit den Initialen des Namens. Er 
  stand von 1821-1831 in dänischen Diensten. 
38. Unbekannter Zeichner oder Kupfersteoher. Nach Bartsch 
C F I P: gr. X_VIlI. p_. 134 N0. 180 findet man diese lnitialen auf 
  einem KIIPfBYStIChB xnit dem Wappen des Cardinals Sforza, 
angeblich von Agostlno Gnrraccl gestochen. Der Name des Letzteren 
stegatä nicht änf dem Bllatte, und daher werden sich die Buchstaben 
au en Zeic ner bezie en. 
 _Christ, Monogrammen-Erklärung S. 140, behauptet, dass man die 
Initialen C _FI. auch auf alten deutschen Kupfersticheix ünde. Wir 
kennen lxem Blatt dieser Art, wollen aber dem genannten Schrift- 
steller mcht entgegen treten.
        

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