Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1559849
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660. 
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erfolgte Niederlage der Macht desselben beabsichtigte, so dass dagegen 
die mit den Wafen des Spottes kämpfenden Theologen der Witten- 
berger Schule nur Vorpostengefechte lieferten. Dieses ausserst seltene 
Werk hat den Titel: Histoire de la Mappe-Monde Papistiqzte auquel est 
declaire tout ce qui cst contcmu et pourtraict en la grande Table ou Carte 
de la Mappe-Monde: Composee par M. Franyidelphe Escorche-Messes. 
Imprimäe en la oille de Luce Nouuelle, Par Brifaud Chasse-Diables. 
M. D. LX VI. Es soll aber auch eine Ausgabe von 1567 vorhanden seyn, 
so dass man auf eine grosse Verbreitung im 16. Jahrhundert schliessen 
kann. Der erste, welcher im vorigen Jahrhundert auf dieses Spott- 
werk aufmerksam machte, ist Flögel in seiner Geschichte der komi- 
schen Literatur. Brunet, welcher von einer Ausgabe von 1567 spricht, 
trennt das Buch vom Atlas, führt ersteres II. p. 325 unter Franyidelphe, 
letzteren III. p. 575 unter Origine auf. Eine genaue Beschreibung des 
ganzen Werkes gibt H. v. Sotzmann in Dr. R. Naumanifs Serapeum 
1854 N0. 161i, und daher verweisen wir den Kunstfreund auf dieselbe. 
Auf Blatt 5 kommt ein Bogeuschütze vor, welcher seinen Pfeil nach 
dem Höllendrachen abschiesst. Sein Wappenschild hat die Umschrift: 
CHRISTOPH SOHWITZ PROPLATES TIGURINUS. Dieser Ch. Schwitz 
kann wohl kein anderer seyn, als der Zürieher Chrisloßel Schweytzer. 
In dem Worte PROPLATES fehlt sicher noch ein S, so dass Pmpluszes 
(IIgonldo-nyg) zu lesen ,  worunter der Vorbilduer, Zeichner zu ver- 
stehen ist. Schweytzer wäre demnach als Anhänger und Handlanger 
der Reformatoren Zwingli und Calvin zu betrachten. Er zählte in 
Zürich zahlreiche Gesinnungsgenossen, und somit hatte er gerade 
keinen Grund, auf der Mappe-Monde seinen Namen zu verbergen. Der 
Königin Elisabeth von England ist dieses Werk gewidmet. 
659. Christoph Schellhorn, Kuiistliebhaber und k. bayerischer 
Forstmeister, radirte um 1818 einige Blätter init Thieren. 
w Jenes mit dem gegebenen Zeichen stellt einen Bock vor, 
welcher mit den Vorderfüssen auf einen Stein gestützt von 
den Blättern eines alten Baumes frisst. Rechts unten steht das 
Zeichen, kl. fol. 
560. Gornelius 8011111; oder Schüt, Maler und Radirer, geboren 
zu Antwerpen 1590, wird gewöhnlich zu den Schülern des 
611mm. Rubens gezahlt, aus dem Register der St. Lukas-Gilde 
g am (Liggere van St. Lucas-Gilde) der genannten Stadt geht aber 
' K nicht hervor, dass er unter Leitung Jenes Meisters gestanden 
Ä: sei. Sohut kommt in dem alten Zunftbuche der Confraternität 
des hl. Lukas zu Antwerpen nicht vor, er erscheint erst 1619 in einem 
andern Register: Der Bussen boeck van S: Lucas gulde, in welchem die 
Statuten der Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung enthalten 
sind. Später scheint er zu wiederholten Malen die Stelle eines Decan 
der St. Lukas-Gilde bekleidet zu haben, welche ihm aber zuletzt so 
lästig wurde, dass er 1634 die Summe von 200 Gulden erlegte, um 
nie mehr gewählt zu werden. Das Decanat war also keine beneidete 
Ehreneharge, wie man glaubte. Es geht dieses aus den interessanten 
Notizen hervor, welche im neuen Oatalogue du Musee d'Anvers p. 181 
über C. Schut gegeben sind. Der Künstler starb den 29. April 1655. 
und wurde in St. Willebrord-les-Anvers begraben. In dieser Kirche 
ist sein Monument von "schwarzem Marmor noch vorhanden, mit zwei 
Gemälden, von welchen das eine den Leichnam des Herrn, das andere 
die hl. Dreieinigkeit vorstellt.   
Die Werke dieses Meisters sind sehr zahlreich. Sie sind von 
schlichter Anmuth, und verrathen den Nachahmer des Rubens. Schut
        

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