Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1559280
COR. 
498. 
189 
1539 bereits ein vollkommener Meister, die Blätter von Cornelius 
Matsys sind erst von 1544 an datirt. Der sogenannte Cor. Met. 
lebte höchst wahrscheinlich längere Zeit in Italien, C. Matsys scheint 
sich aber nach italienischen Vorbildern wenig umgesehen zu haben, 
da bei einer allerdings feinen und geläuterten Zeichnung die ältere 
niederländische Kunstrichtung noch entschieden vorherrschend ist. Die 
Blätter mit der Abbreviatur Cor. Met. haben ein moderneres Ansehen, 
und sind auch auf anderes Papier gedruckt, als die von O. Matsys. 
Letzterer scheint sich nie Metsys genannt zu- haben, so dass also der 
Stecher Cor. Met. höchst wahrscheinlich ein anderer Künstler ist. Er 
dürfte aber "einer verwandten Familie angehören, jener der Metsys". 
Die Familie des Quintin Messys, zu welcher auch Cornelis gehört, 
nennt sich Massys oder Massijs. Wir wissen dieses aus den urkund- 
lichen Belegen, welche im neuen, unter der Leitung des Direktors 
Gustav Wappers verfasstenCatalogue du Mutes düinvcrs p. 50 d. bei- 
gebracht sind, und zwar zunächst nach dem Buche der Confraternität 
des hl. Lucas in Antwerpen (Liggere). In diesem, für die vlämische 
Kunstgeschichte höchst wichtigen Manuscripte kommt der Name der 
Familie des Malers Quintin Messys zwölfmal vor, und sie wird 
immer Massys genannt. So heisst sie gewöhnlich auch in den Archi- 
valien der Kirche Unserer Lieben Frau in Antwerpen. Nur ausnahms- 
weise ist Marscys, Masceyns, Marchys, Mercys, Merssys, Merchys, 
Mertsys und Messys geschrieben. Den Massys gegenüber, welche bis 
auf Quintin und Jan Massys nicht dem Künstlerstande angehörten, 
werden die Metsys genannt. Von 1453-1454 lieferte der Schmied 
Jan Metsys mehrere Arbeiten für die Kirche Notre-Dame. Ein gleich- 
namiger Meister hatte 1464 für Eisenarbeiten eine bedeutende Summe 
von derselben Kirche erhalten. Von 1467-1468 hatte eine Vrouwe 
Metsys eine ähnliche Bestellung für die Frauenkirche zu Antwerpen. 
In Löwen lebte nach E. van Even (La Renaissance etc; 1846- 1847, 
lwr. 12 et 13) von 1469- 1530 ein Schreiner und Uhrmacher Josse 
Metsys- Ein Cornelis Metsys kommt weder in Antwerpen, noch in 
Löwen vor. Nur ein Cornelis Massys erscheint 1531 im Liggere als 
freier Meister. Letzterer mag wohl mit C. Matsys Eine Person seyn, 
da. er auf einem Kupferstiche zufälliger Weise Matsys statt Massys 
geschrieben haben könnte. Es bleibt aber zweifelhaft, ob er auch 
Cor. Met. gezeichnet habe, und wenn es sich hier gar um die eine 
und dieselbe Familie handeln sollte, so findet sie hinsichtlich des 
Wechsels der Orthographie keine zweite. Wir halten wohl den Mono- 
Erämmisten OMA mit Cornelis Matsys für Eine undbdicselbe Person, 
den Träger des Zeichens CM E mit Cor. Met. aber für eine andere. 
Der Beweis, dass Metsys zu lesen sei, ist vorläufig nicht zu führen. 
 Bartsch P. gr. IX. p. 90 beschreibt 18 Blätter von diesem Meister, 
welche bis auf eines mit OOR. MET. bezeichnet sind. Wir haben 
dieselben im Künstler-Lexicon VIII. S. 442 im Artikel des Cornel 
Matsys aufgezählt, da dieser Künstler häufig mitCor. Met. identificirt 
wird. Wir können uns daher hier kurz fassen, insofern nicht Zusätze 
zum Peintre-graveur nothwendig sind. 
1) [B. N0. i] Der wunderbare Fischzug. RAPH. VRB. INVE. 
COR. MET. H. 8 Z. 3 L. Br. 10 Z. 9 L.' 
Dieses Hauptblatt ist von grosser Seltenheit. Zani, Enc. Met. VI. 
155, erklärt es Sogar als unauffixidbar. Man findet es doch in einigen 
Sammlungen.   
2) Die Grablegung Christi, Composition von H Figuren, Unten 
an dem mit Piianzen bewachsenen Hügel steht: IACO. PAR. INVE. 
COR. MET. H. 6 Z. 9 L. Br. 5 Z. 6 L.
        

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