Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1559184
CN. Nr. 460. 179 
folgende Adresse; By Jaques Boursse Bockverkooper op de Cingel. inde 
beurs van Antwerpen. Dieses gut radirte, und besonders im Helldunkel 
verständig behandelte Blatt findet man in folgendem Buche: Analhomia 
dat is ontleding der Christelyke Catechismus door Beeltsnyder, frlmsterdam 
by Jaques Boursse 1654. H. 6 Z. 8 L. mit dem Rande. Br. 4 Z. 11 L. 
Bartsch beschreibt dieses Blatt im Cataloguc raisonnä de toutet les 
estampes qui forment Foeuvre de Rembrandt II. p. 103 unter den Blättern 
verschiedener Meister, welche im Geschmacke Rembrandßs gearbeitet 
haben. Der Verfertiger des erwähnten Titelblattes war ihm unbekannt, 
und er ist noch nicht genau ermittelt. Netscher war 1654 noch 
nicht volle 15 Jahre alt, und sass zu Arnheim als Pflegsohn des 
Arztes Tullekens auf der Schulbank. Er sollte sich der Arznei- 
wissenschaft widmen, wofür er keine Neigung hatte, so dass ihn der 
Zeichnungsunterricht eines Glasers der Stadt viel mehr ansprach. Nach 
einiger Zeit begab er sich nach Utrecht, und dann nach Deventer zu 
Gerhard Terburg. Bei diesem Meister kam Netscher kaum vor 1654 an, 
und es ist wohl auch nicht zu glauben, dass der Kunstlehrling in dem 
genannten Jahre zu Amsterdam das Blatt mit der erwähnten Predigt 
radirt habe. An Heidelberg ist noch weniger zu denken, da der junge 
Netscher nach dem Unglück seines Vaters, des Bildhauers und Bau- 
meisters Johann Netscher, in jener Stadt nichts zu erwarten hatte. 
Der Vater war lange vor 1654 gestorben. Der Johann Beeltsnyder 
(Bildschnitzer), welcher auf dem Blatte genannt wird, ist daher nicht 
der Vater unseres Künstlers , sondern ein reformirter Prediger in 
Amsterdam. Vergl. J. E. Köcheüs Geschichte der reformirten Kirche. 
Jena 1756, 8.  
Da nun einmal das Blatt mit der inneren Ansicht einer Kirche 
in der holländischen Ausgabe des Heidelberger Catechismus dem 
C. Netscher zugeschrieben werden will, so gehen wir auch auf die 
Abdrücke desselben ein. 
I. Vor dem Text auf der Rückseite, und vor den beiden Eisen- 
stangen, welche die Decke der Kanzel halten. Aeusserst selten. 
II. Mit den beiden Eisenstangen, welche bei der Retouche der 
Platte mit der kalten Nadel eingeschnitten wurden. Ohne Text 
auf der Rückseite, fast eben so selten. 
III. Mit Text auf der Rückseite. Auch in diesem Zustande ist 
das Blatt selten, da die Exemplare des Catechismus ursprüng- 
lich nicht in die Hände von Kunstfreunden kamen. 
460- Gornel Nicolay dürfte der Träger dieses Zeichens seyn. 
Brnlliot I. No. 1416 möchte es aber dem Gilles Neyts zu- 
G, Schreiben, und in der Form, welche er in Facsimile gibt, 
könnte man auch GN vermuthen. Dieser Schriftsteller entnahm 
aber seine Notiz aus dem Cataloge der Sammlung des Grafen von Elz 
(Mainz 1785 N0. 880), wo das Monogramm wie oben gegeben ist. 
Wir möchten daher CN Y vermuthen. Das Zeichen findet man auf 
Landschaften in Oel, welche vielleicht jetzt dem Gilles Neyts zuge- 
schrieben werden. Ob sie ihm wirklich angehören, möge der Kenner 
entscheiden. 
Cornel Nicolay, welcher sich auch C. Claessen nennt, wurde 
gegen 1580 geboren. Er malte Landschaften und Seestücke, und 
brachte zuweilen historische und biblische Staffage an. R. de Baudous 
stach nach ihm 1618 die vier Jahreszeiten, qu. fol. 
12)?
        

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