Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1559176
178 
GMW  CN. 
457 
459. 
457. A. W. Graf V01! Mellin, Zeichner und Schriftsteller, gab 
folgendes Werk heraus: Versuch einer Anweisung zur 
s7wi1-am Anlegung, Verbesserung und Nutzung der Wildbahnen, 
' sowohl im Freyen als in Thiergärten. Mit 118 Kupfern. 
Berlin und Stettin bey Joach. Pauli 1779, 4. Die Blätter dieses Werkes 
stellen Thiere und Jagdgegenstände vor, sind vom Grafen lMIellin selbst 
gezeichnet, und theils auch radirt. Das Monogramm besteht aus den 
Buchstaben CM W, und bedeutet Comes W. Mellin. Auf andern Blät- 
tern kommen die Buchstaben CM. und WCM vor. 
458- G. Wilborn von Münster, Kupferstecher, findet unter CWM 
W eine geeignetere Stelle, und daher belassen wir es hier beim 
C M Rückweise. Es handelt sich um einige seltene Blätter, welche 
bisher zu den Produkten der unbekannten Meister gezählt wurden. 
459. Gaspar Netscher, geb. zu Heidelberg 1639, gest. im Haag 
1684, gehört zu denjenigen Malern, welche in der Regel ihre 
m Darstellungen aus dem Leben der gebildeten Gesellschaft wählten, 
und selbst die niederen Verhältnisse des häuslichen Kreises  
von einer zarten, mehr gemüthlichen als humoristischen Weise auf- 
fassten. Leistungen dieser Art bezeichnet man insgemein als dem 
höheren Genrefache angehörig. Netschefs Werke zeichnen sich in 
allen Einzelnheiten durch kräftige Naturwahrheit aus, und besonders 
meisterhaft sind immer die Kleidungsstoffe behandelt. Wir machen 
auf diese Richtung um so mehr aufmerksam, als sich auch kleinere 
Bilder mythologischen Inhalts finden, welche mit- einem ähnlichen 
Monogramme versehen sind, aber in ihrer Bravour dem Manieristen 
Charles Natoire angehören. Die leichtfertige Weise dieses Meisters 
ist jener des G. Netscher nicht im geringsten verwandt, und somit 
wird eine Verwechslung nicht stattfinden können. Wir kennen indessen 
kein Gemälde des C. Netscher, welches mit dem gegebenen Mono- 
gramme versehen ist. Brulliot I. N0. 1409 fand es nur auf sehr 
feinen Zeichnungen in Tusch. Sollten Gemälde oder Zeichnungen 
mit Portraitbildern vorkommen, welche sich in der feineren Behand- 
lung den Erzeugnissen des Genres anschliessen, so ist an Constantin 
Netscher, Caspafs Sohn zu denken, welcher in einer sehr eleganten 
Weise Bildnisse und mythologische Stoffe malte. Der jüngere Netscher 
starb 1722 im Haag. 
Im Künstler-Lexicon X. S. 198 haben wir auf ein Schabkunstblatt 
dieses Meisters aufmerksam gemacht, welches Graf Leon de Laborde, 
Hist. de la gravure en mnniere noire p. 392 beschreibt. Es stellt eine 
vom Rücken gesehene schlafende Nymphe vor, wie sie der Satyr ent- 
blösst. Links unten steht, wie mit der Feder geschrieben: Netscher. 
Derselbe Name, und in gleichen Charakteren, aber mit vorstehendem C. 
und der sich anschliessenden Jahrzahl 1664, steht auch auf einer 
geistreichen, und sehr seltenen Radirung, welche wahrscheinlich von 
Netscher selbst herrührt. Dieses Blatt stellt eine Spitzenklöpplerin 
vor, welche sitzend nach rechts gewandt ist. An der Wand bemerkt 
man einen Besen und Schuhe, und oben rechts ist eine landschaftliche 
Darstellung einradirt, neben welcher der Name und die J ahrzahl 1664 
steht. H. 9 Z. 1 L. Br. 6 Z. 6 L. 
In neuester Zeit will man ihm auch ein radirtes Blatt beilegen, 
welches das Innere einer Kirche mit mehreren Säulen vorstellt. Die 
versammelte Gemeinde hört den Prediger auf der links errichteten 
Kanzel. Oben im schmalen Rande steht: Catechizatie over den Heidel- 
berghschen Catechismus, door Joh. Beeltsnyder. und im üüterll Rande
        

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