Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1559094
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OMA. 
Nr. 432. 
Mann im Schoosse der Trägheit, und ein junges, halb nacktes Weib 
berührt seineStirn mit dem Stabe. Rechts von diesem sitzt ein 
anderer junger Mann auf dem Steine neben einer lorbeerbekränzten 
Jungfrau, welche den Tintennapf hält, da der Mann auf eine Tafel 
schreibt, deren Kante die stehende Figur mit der linken Hand berührt. 
Ueber den beiden Gruppen ist das Lebensschicksal der Männer bildlich 
vorgestellt. Am untern Rande lauft der Spruch hin: SVM' BONA- 
LAVDATIS- SIC- DICTA- SOLERTIA- SECLIS DESIDIAM SPERNO 
SED- PLACET VSQVE- LABOS. Ohne Zeichen. H. 13 Z. 5 L. 
Br. 17 Z. 6 L. 
Diese allegorische Darstellung ist nach einer Zeichnung des Sicio- 
laute da Sermoneta gestochen. Sie befand sich im vorigen Jahrhundert 
im Cabinet Crozat, und wurde für dasselbe von Jean Haussart unter 
dem Titel: Lu Vertu, nachgebildet- P. J. Mariette erkannte darunter 
den im Schoosse der Wollust ruhenden Herknles, wie er von der 
Tugend zum thatenreichen Leben aufgefordert wird. In der k. Ere- 
mitage zu St. Petersburg befindet sich ein Gemälde mit dieser Compo- 
sition, welches aber im Grunde das sturmbewegte Meer vorstellt. Das 
Exemplar in Wien stammt aus der Sammlung des Grafen Fries, in 
welcher aber der Stich dem „Cor.Mct." zugeschrieben wurde, welchen 
wir mit Cornelius Matsys nicht für Eine Person halten möchten. In 
MeusePs Archiv I. 4. S. 122 wird ein Gemälde mit Sermonctzüs Namen 
erwähnt, welches im vorigen Jahrhundert A. Pechwell besass. Dieses 
Gemälde soll ein Cornelius Mette gestochen haben, worunter wahr- 
scheinlich der erwähnte Meister zu verstehen ist. In MeusePs Archiv 
ist wohl die Quelle dieser Angabe zu suchen. 
17) Eine Bäuerin mit dem Kruge auf dem Rücken, und einem 
Ei in den Armen nach rechts schreitend. H. 2 Z. Br. 1 Z. 3 L. 
Dieses schöne und sehr seltene Blättchen ist ohne Zeichen, man 
schreibt es aber unbedingt dem C. Matsys zu. 
18) Das Weib, welches die Hose anziehen will. Es schlägt nach 
dem links auf dem Boden sitzenden Manne in Weiberkleidung. Links 
oben im Fenster ist das Zeichen, und im Rande steht: Svs Sgjse Ge 
Plaecht. Alss Dwie De Broerk Draecht. H. 2 Z. 11], L. Br. 1 Z. 8 L. 
19) Eine Arabeske mit links und rechts sich scheidenförmig enden- 
den Figuren. In der Mitte ist ein weiblicher Satyr, welcher ein Tuch 
ausbreitet, unten sieht man ein Fratzengesicht, und tiefer steht das 
Monogrnmm mit der Jahrzahl 1560 auf einem Täfelchen. H. 3 Z. 
li L. Br. 2 Z. 5 L. 
Dieses Blatt ist sehr selten, und weist eine längere Thätigkeit 
des Künstlers nach, als man bisher angenommen hat. Die Zahl 6 
scheint nicht durch Correktur später entstanden zu seyn. 
20) Arabeske mit einem Idol in der Mitte, welches von zwei rechts 
und links kauernden weiblichen Figuren angebetet wird. Zwischen 
zwei phantastischen Männerfiguren, auf deren Schultern das Idol ruht, 
bemerkt man das Monogramm. H. 2 Z. 4 L. Br. 8 Z. 4 L. 
21) Arabeske mit einem sitzenden Satyr, welcher in jeder Hand 
einen Zweig hält, Unten ist der Kopf eines Satyrs, und in der Mitte 
unter diesem das Zeichen. H. 2 Z. 2 L. Breite unten 1 Z. 6 L., 
oben 1 Z. 9 L. 
22) Arabeske mit einer weiblichen Figur in halbem Leibe. In 
der Mitte oben steht die Jahrzahl 1549, und links das Zeichen. 
H. u. Br. 2 Z. 1 L. 
23) Arabeske mit einer weiblichen Figur, Welche Oben 598911 die 
ällitte ihre Hände auf die Köpfe zweier nackten Kinder legt. Seltenes 
att, 12.
        

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