Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558843
389 
391. 
145 
389. Gabriel Metsu oder Metzu, geb. zu Leyden 1615, ist neben 
äTerburg unter den Meistern des höheren Genrefaches 
mit Auszeichnung zu nennen, und behauptet daher in 
allen Sammlungen eine hervorragende Stelle. Seine Ge- 
mälde stehen auch in sehr hohen Preisen. Das Capital- 
bild der Sammlung des Jonkheer Johann G011 van Franckenstein, 
welches eine Dame im rothen Sammtkleide und ihren von der Jagd 
zurückgekehrten Gemahl am reich gedeckten Tische im Zimmer vor- 
stellt, erwarb 1833 A. van der Hoop in Amsterdam für 12,400 Frs. 
Das berühmte, unter dem Namen des Amsterdamer Gemüsemarktes 
bekannte Bild im Louvre wurde vor 50 Jahren bei der Auktion der 
Sammlung der Mine. Geoffrin mit 28,000 Frs. bezahlt. Zu 3000 fl., 
und auch höher gingen von jeher selbst geringere Gemälde mit ein- 
zelnen Figuren weg. Auch die Zeichnungen des Meisters, welche 
aber nicht zahlreich sind, werden hoch gehalten. Bei der Auktion 
des Eijl Sluijter wurde eine solche mit einem Kuchenbäcker mit 
280 fl. bezahlt. Die Werke des G. Metsu gehören also zu den Kost- 
barkeiten, wir können aber darauf xiicht weiter eingehen, da auch im 
Künstler-Lexieon der Meister reich bedacht ist. Das Monogramm 
findet man nur auf einigen Gemälden und Zeichnungen. Der Künstler 
fügte gewöhnlich den Namen bei, meistens G. M etsu statt Metz u. 
Der erste Buchstabe des Zeichens ist also G. der Unkundige _wird 
aber C lesen. 
Man lasst diesen Künstler gewöhnlich 1658 in Folge einer Stein- 
operation sterben, allein es kommen noch Bilder von 1661, 1662 und 
1663 vor. Das genaue Todesjahr ist aber noch nicht ermittelt. 
390- Gilles Mostaert, Historienmaler von Hulst, soll nach Brulliot 
I. No. 1397 der Träger dieses Zeichens seyn. Der genannte 
Schriftsteller beruft sich auf eine handschriftliche Notiz des 
bekannten Kunstsanunlers J. Hazard, welcher von Gemälden 
15'894 mit diesem Zeichen spricht. Wir iinden in den uns vor- 
liegenden Catalogeil keines derselben erwähnt, und es sind die Werke 
des G. Mostaert überhaupt selten geworden. H. Wierx, J. n. R. Sadeler 
u. A. haben nach ihm gestochen. Es könnte auch die Staffage der 
Landschaften des Franz Mostacrt von ihm gemalt seyn, da dieser 
Künstler im Figurenfache Wenig bewandert war. Joh. Sadeler und 
Julius Goltzius haben solche Landschaften gestochen, es ist uns aber 
kein Kupferstich mit dem gegebenen Monogramm vorgekommen. In 
Ch. von Mechelis Catalog der Wiener Gallerie wird S. 85 dem Aegidius 
Mostaert das Bildniss des Nürnberger Patriziers Christoph Baumgartner 
von 1543 zugeschrieben. Auf dieses Gemälde geht der neue Catalog 
der Gallerie des Belvedcre nicht mehr ein, und es kann auch von 
G. Mostaert nicht herrühren. Er wurde erst 1553 freier Meister und als 
solcher in das Buch der Zunft des hl. Lucas (Liggere) zu Antwerpen 
eingetragen. Einige lassen ihn 1598, andere 1603 sterben. Sein 
gleichnamiger Sohn erscheint unter dem Jahre 1612 in dem ge- 
nannten Buche. ' 
391- Nicolaus Uhristoph Matthes, Zeichner und Kupferstecher, 
 geb. zu Hamburg 1729, übte seine Kunst in Nürnberg, und 
ävx  kam da mit J. G. Prestel in Berührung. Er heirathete die 
Schwägerin desselben, eine geb. Höll, und scheint fortan 
mit diesem Meister in Geschäftsverbindung geblieben zu seyn. Prestel 
liess sich bekanntlich 1783 in Frankfurt a. M. nieder, wir wissen aber 
nicht, ob Matthes ebenfalls dahin gegangen ist. Gewiss ist, dass der 
Monogrammisten Bd. II. 10
        

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