Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558744
GLG 
CLF. 
364 
365. 
135 
364- Ludovioo Oardi, genannt il Cigoli oder Civoli, geb. den 
21. September 1559, gestorben zu Rom den 
Q  F:  8. Juni 1613. Anfangs Schüler des Ales- 
g    sandro Allori, schloss er sich an Santo di 
Cßw-FVW Tito an, ohne aber der Richtung desselben 
zu folgen. Ein Gemälde des Baroccio erschloss seinen Sinn für die 
Schönheit deiäFarbe, und die Reize des Helldunkels, welche ihm aber 
noch im höheren Grade aus den Werken des Oorreggio leuchteten. 
Cigoli selbst erhielt desswegen den Beinamen des iiorentinischen Cor- 
reggio. Baldinucci gibt seine ausführliche Biographie, und nennt ihn; 
Commendalore fra Ludovico Cardi, cognominato il Cigoli. Der Gross- 
meister Alof de Vignacourt erwählte ihn nämlich kurz vor seinem 
Tode zum Ritter des hl. Johannes von Jerusalem. Die Bilder dieses 
Meisters sind nicht sehr zahlreich, gehören aber zu den edelsten und 
lieblichsten Leistungen der florentinischen Schule. Am nächsten kommt 
ihm sein Schulgenosse Andrea Commodi, welcher einige Gemälde Cigolfs 
täuschend copirt hatte. Zu seinen berühmtesten Schülern gehören 
Cristofano Allori, Domenico Feti, Gio. Biliverti und Aurelio Lomi. 
Ant. Cambiagi, Coelemans, Nic. Dorigny, Ferd. Gregory, Gio. Bat. 
Cecchi, Ant. Lorenzini, J. B. Barbe, J. Callot, Cornel Galle, J. Epis- 
copius, And. Scacciati, L. Oalamata 8m. haben den grössten Theil 
seiner Werke gestochen Andere sind. durch Lithographien bekannt. 
Das Zeichen des Künstlers scheint auf Gemälden selten vorzu- 
kommen, da unter allen Stechern nur Cornel Galle dasselbe bemerkt. 
Wie in erster Reihe gegeben, findet man es links unten auf einem 
Blatte, welches Christus im Hause des Pharisaers Simon,' und die 
dessen Füsse salbende Magdalena vorstellt, qu. fol. Nach der Lage 
links unten im Bilde zu urtheilen, muss das Gemälde in solcher Weise 
bezeichnet seyn. Auf einem zweiten Blatte des C. Galle kommt das 
kleinere Monogramm mit Ciu. F. in. links unten im Rande vor, und 
es scheint daher dem andern-nur nachgebildet zu seyn. Dieses Blatt 
stellt die Taufe der Prisca durch den hl. Petrus vor, kl. fol. 
Brulliot II. N0. 1836 bemerkt ferner, dass er auf kleinen, sehr 
fleissig vollendeten, aber etwas manierirten geschichtlichen Bildern die 
Buchstaben LC mit der Jahrzahl 1595 gefunden habe. Man deutete 
sie auf L. Oigoli, was wohl Richtigkeit haben wird, da. die Werke 
dieses Meisters im Allgemeinen fleissig vollendet sind, und in kleinen 
Gemälden miniaturartig erscheinen. Mit L C. bezeichnet sind auch die 
perspektivischen Ansichten, welche Bastiano Cigoli, Ludovico's Bruder, 
nach Zeichnungen des letzteren gestochen hat. Dieser hintcrliess _ei11e 
Abhandlung über Architektur und Perspektive, welche nach seinem 
Tode unter folgendem Titel zu Florenz ohne Datum erschien: Pro- 
spettiva pratica di LodocicoCarrli Cigoli Crw. e Pittore, dioisa in due 
libri von le flgure in rame, intagliate da Bastiano Cardi di lui fratellmfol. 
365. 1.1106, Giamberlano soll nach Brnlliot I. N0. 123411 der 
Träger dieses Zeichens seyn. Man findet es auf einem Kupfer: 
QF stiche, welcher die Schlacht des Constantin vorstellt. Unten 
steht: Anto. Tempo. florent. inuent. Henricus van Schoel flor.,_ qu. fol. 
Bartsch zählt dieses Blatt im Yerzeichnisse der Kupferstiche des 
L. Ciamberlano nicht auf, und es 1st auch in einer ganz andern Weise 
behandelt. Der genannte Künstler war Yon 1599- 11544 thätig, Hein- 
rich van Schoel hatte aber schon 1565 111 _Florenz einen Kunstverlag, 
und siedelte später nach Rom üher. Die Schlacht des Constantin 
nach Antonio Tempesta. 1st daher Jedenfalls vor 1599 gestochen, und
        

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