Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558730
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CLB. 
362 
363. 
die Juden Schritte, um die gravirenden Gemälde wegzubringen, der 
hohe Rath beschloss aber eine neue Auffrischung durch einen unbe- 
kannten Maler Bass. Es fragt sich nur noch, ob Conrad Sebold die 
saubere Satyre auf die, Juden selbst ausgehegt, oder' ob er den Holz- 
schnitt dazu benützt habe. Es sollen aber auch alte Basreliefs in 
Stein mit dieser Scene vorhanden seyn, so "dass ihm eines derselben 
zum Vorbilde gedient haben könnte. Uebrigens ist uns unbekannt, 
0b unter dem Brücken-Thurme der wirkliche Akt der Kreuzigung 
Christi, oder Christus am Kreuze vorgestellt war. Wir wollen auch 
nicht glauben, dass Meister Claus von Augsburg seine Phantasie zu 
jener Satyre missbraucht habe. Der dem oben gegebenen Namen bei- 
gefügte Schild enthält das Stadtzeichen von Augsburg, den sogenannten 
Pirs, und auch dieser beurkundet .den Holzschnitt mit Christus am 
Kreuze als Augsburger Fabrikat. . 
362. Charles le Brun, Maler und Radirer, geb. zu Paris 1619, 
 gest. 1690. Schüler von S. Vouet und N. Poussin, er- 
C  warb sich dieser Meister den Namen des französischen 
C K B Rafael, was gerade so viel zu bedeuten hat, als wenn 
e  man ihn den französischen Apelles oder Zeuxis genannt 
hätte. Er ist fern von den Vorzügen RafaePs, aber der einflussreichste 
französische Künstler seiner Zeit, durch welchen jene pomphaft thea- 
tralische Behandlung historischer Compositionen eingeleitet wurde. 
Sein Beispiel wirkte um so verderblicher, als ihm wirklich ein grosses 
Talent verliehen war. Er spielte auch den Fürsten der" französischen 
Akademie, war als solcher gefällig gegen Schmeichler, tyrannisch gegen 
anerkanntes Verdienst, wenn es seinem Scepter nicht huldigte. Uebri- 
gens ist dieser Meister so bekannt, dass wir damit füglich schliessen 
können. Zur Ergänzung der Literatur über C. le Brun machen wir 
nur noch auf folgendes Werk aufmerksam, da es urkundliche Nach- 
richten über diesen Meister enthält: Arrhives de Part Franpais. Becueil 
de Ducuments inedits etc. Par Ph. de Chennevieres. I. Armee pour 1851. 
Paris 1851. 8. 
Die gegebenen Initialen findet man auf Kupferstichen nach Zeich- 
nungen und Gemälden des Künstlers. Die ersten Buchstaben, mit 
dem Beisatze C. P. 11., d. h. Cum Privilegio Regis, stehen auf Blättern 
folgenden Werkes: Recueil de diuers dessins de Fontaines et de Frises 
Maritimes Inuentez e dessignez par Monsieur Le Brun premier Peintre du 
Roy etc. A Paris chez Audran. 20 Blätter in gr. fol. Die Initialen 
der zweiten Reihe findet man auf Blättern nach den Malereien der 
sogenannten kleinen Gallerie des Louvre in folgendem Werke: La pe- 
tite Galerie du Louvre du dessin de feu Mr. le Brun, dessinee e gravee 
par (R. S) de Samt-Andre, gr. fol. 
Die sieben eigenhändigen Radirungen dieses Meisters beschreibt 
Robert-Dumesnil, P. gr. franc. I. p. 166. Von der Folge mit den vier 
Tageszeiten, welche durch Faunen und Satyrfamilien vorgestellt sind, 
kennt der genannte Schriftsteller die dritten Abdrücke nicht. Man 
unterscheidet die Plattenzustände durch folgende Adressen:  
I. Ciarlres excwL; F. L. D. Ciarlres excud. (Um 1670) 
II. P. Mariette excuaL; P. Mariette le fils excud. (Um 1750) 
III. A Paris chez M. Poisson Cloitre S. Honorä Maison de la mai- 
trise au fond du jardin etc. (Um 1780) 
363. Unbekannter Medailleur, welcher zu Anfang des 18. Jahr- 
C L C hunderts in Wien gelebt zu haben scheint. Die Initialen 
   des Namens stehen auf einem Thaler mit dem Bildnisse und 
Wappen des Franz Arnold Freiherrn von Metternich 1716.
        

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