Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558644
339. 
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die Zeichen mit den über einander stehenden Initialen hier eingereiht 
werden, da wir in solchen Fällen mit dem unteren Buchstaben be- 
ginnen. Die grosse Schlange mit den verkehrten Initialen kommt nur 
auf einem einzigen Kupferstiche vor. Was im Allgemeinen von dem 
Zeichen der geflügelten Schlange  'ltei1 sei, und dass nur die auf- 
recht stehenden Fledermausflügel i den älteren L. Cranach ent- 
scheiden, während die liegenden l r c des jüngeren Künstlers dieses 
Namens und der Schule vermuthen lassen, ist in dem erwähnten Ar- 
tikel nachzulesen. 
1) Der Churfürst Friedrich III. von Sachsen in Verehrung des 
hl. Bartolomäus. Letzterer befindet sich in der Mitte oben von Engeln 
umgeben, und ein solcher links hinter ihm, trägt die abgezogene Haut. 
Rechts vorn steht der Churfürst in halber Figur mit einem halb auf- 
geschlagenen Buche in beiden Händen, und gegenüber ein Genius, 
welcher einen Helm mit Krone und Elephantenrüsseln auf dem Kopfe, 
und unter dem Arme das Wappenschild mit den Churschwertern trägt. 
Zwischen diesen beiden Figuren befindet sich die grosse Schlange mit 
den verkehrten Buchstaben L C wie auf einem Tuche. H. 6 Z. 10 L. 
Br. 5 Z. 9 L. 
Dieses sehr seltene Blatt ist kräftig und gut gestochen. Bartsch 
VII. p. 277 N0. 3 nennt den Fürsten Ernst von Sachsen, er trägt 
aber die Züge des Churfürsten Friedrich IIL, wie Schuchardt, Lukas 
Cranach sen. II. S. 187 N0. 4 behauptet. Ernst von Sachsen war 
schon 1486 gestorben, und daher nennen ihn Bartsch und Heller 
ohne Grund. '  
2) Die Gefangennehmung Christi. Er ist von Kriegsknechten um- 
geben, welche ihn fassen und fesseln wollen. Rechts hält Petrus das 
Schwert, unwillig über die Milde des Herrn, welcher dem Malchus das 
Ohr anheilt. Rechts oben in der Ecke sind die beiden sächsischen 
Wappenschilde, und vor Petrus liegt das 'l'äfelchen mit der Schlange 
und der Jahrzahl 1509. H. 9 Z. 2 L. Br. 6 Z. 4 L. 
Dieses Blatt gehört zu folgendem Werke: Passio 1). N. Jesu Christi 
vetustissimis tmaginibus eleganter expressa ab illustr-issimt Saxoniae Duciis 
pivtore Luca Cranagio Anno 1509. Diese Passion besteht aus 14Bütt- 
tcrn. Sie haben alle, bis auf Christus am Kreuze, die sächsischen 
Wappenschilde, vier zugleich auch das Zeichen der Schlange, und 
drei andere Blätter ausser dieser auch noch die Buchstaben C L 
über einander mit 1509. Das eine stellt die Getangennehmung des 
Herrn vor. 
3) Venus mit Amor auf Wolken stehend, während aber das Ende 
ihres Schleiers den Boden berührt. Im landschaftlichen Grunde be- 
merkt man eine Burg auf dem Felsen, und rechts hängt das lange, 
oben gegebene Schild an den Aesten eines hohen Baumes. B.No. 112, 
S. N0. 117, H. N0. 255. H. 10 Z. 3 L. Br. 7 Z. 4 L. 
Von diesem vortrefflichen Blatte gibt es Abdrücke in Helldunkel, 
in welchen nach Schuchardt der Contour der linken Schulter derVenus 
geändert ist, so dass sie schmäler wurde. Abdrücke von einer Platte 
haben oben die Schrift: In tmagtnem Venerts, andere unten: Ad ima- 
ginem Veneris. Die ersten Abdrücke mit der Ueberschrift haben ferner 
im Rande zwei Colnmnen mit je fünf und vier lateinischen Distichen: 
Llbera cui placeat Veneris sine munere vita etc. etc. Gleichzeitige Ab- 
drücke sind überschrieben: Venus und ir Son Cupido. Im Rande sind 
zwei Columnen mit je sechs Versen: Wlewol viel sind der grosscn 
Herrn etc. etc.
        

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