Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558536
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310. 
von G. Leigel. Wir haben die Monogramme nach Zeichnungen im 
k. Cabinet zu München copirt, und auch St. Georg befindet sich 
daselbst. Die kleineren Zeichen, welche nach dem dritten folgen, gibt 
Schuchardt l. e. S. 128 u. 142. Das vierte steht auf einer schönen 
und geistreichen Federzeichnung in der grossherzoglichen Sammlung 
zu Weimar, und stellt Seenen aus dem Leben des Märtyrers Julianus 
von Ancyra vor. Das fünfte Zeichen fand Sehuchardt auf einer Zeich- 
nung in der Sammlung des Erzherzogs Carl in Wien, welche er aber 
nicht für eigenhändige Arbeit des älteren Cranach hält. Diese ausge- 
führte Federzeichnung stellt die Parabel vom Balken und Splitter im 
Auge vor, und ist mit der Jahrzahl 1532 versehen.  
Die übrigen Monogramme findet man mit geringer Abweichung 
auf folgenden Holzsehnitten. 
i) Das Bildniss des kaiserlichen Rathes Schweygher in halber 
Figur. Mit dem Monogramme und der Jahrzahl 1537. H. 7 Z. 8 L. 
Br. 9 Z. 11 L. 
Diess ist wahrscheinlich jenes Blatt bei Bartsch N0. 142, in wel- 
chem er das Bildniss eines unbekannten sächsischen Prinzen vermuthet. 
2) Die Versuchung des hl. Anton, B. No. 56, S. No. 70. Mit 
dem dritten Zeichen, aber etwas grösser. H. 15 Z. Br. 10 Z. 1 L. 
Heller N0. 77 (218) erklärt diesen Holzschnitt für ein Hauptwerk 
Cranach's, Schuchardt findet aber die Behandlung nicht so meisterhaft 
frei, wie in anderen Blättern. Für eigenhändige Arbeit hält er dieses 
Blatt in keinem Falle. 
3) Der hl. Georg mit Heiligenschein und der Lanze zwischen zwei 
Engeln, wovon der eine den Helm, der andere die Rüstung trägt, 
B. No. 67, S. No. 76. Mit dem ersten Zeichen. H. 14 Z. 4 L. 
Br. 10 Z. 6 L. 
Schuehardt zählt diesen Holzschnitt zu den geringsten Arbeiten 
des Meisters. Die Cornposition zieht er nicht in Zweifel, die Zeich- 
nung auf dem Stecke scheint ihm aber von anderer Hand zu scyn. 
4) Der Erzengel mit der Waage des Gerichtes, in deren einer 
Schale der Mensch das Uebergewicht behauptet,-so dass der Engel 
das Schwert nach der linken Schale mit der Teufclsbrut schwingt, 
B. No. 75, S. No. 82. Mit dem dritten Zeichen. H. 9Z. Br. 5Z.4L. 
In alten Abdrücken steht unten: Ad Imaginem S. Michaelis Archangeli. I 
Qui fugat infestum castis a coelitibus hoslem etc. 
5) Christus am Kreuze in einem von vier Engeln gehaltenen Herz- 
schilde. Unten die hl. Jungfrau, St. Johannes, St. Sebastian und 
St. Rochus in Anbetung knieend, B. No. 76, S. No. 95. Mit dem 
zweiten Zeichen, und den sächsischen Wappenschilden rechts und 
links unten. H. 13 Z. 11 L. Br. 10 Z. 6 L. 
6) Das Titelblatt zu der Schrift: Vom Abend- I mal des Herrn. I 
Etliche spräche der alt [ ten Vater, trewlich angezo l gen l durch Pilip 
Melanch. l Wittemberg. Rechts und links in den Holzschnittleisten 
sind landschaftliche Partien, und unten bemerkt man David, wie er 
den ausgestreckt liegenden Goliath mit dem Schwerte durchbohrt. 
Rechts unten ist das vierte Zeichen. H. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. l L. 
Heller zählt S. 229 mehrere Schriften auf, in welchen diese Titel- 
verzierung vorkommt, die genannte aber nicht. In Melanchtolfs Buch 
über das Abendmahl scheinen die früheren Abdrücke zu seyn.
        

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