Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568344
3142. 
1095 
Blättern mit dem gepriesenen Schmidt den Rang ltheilt. Seine Radir- 
ungen in Remhrandüs Manier sind so schön, und gewöhnlich mit 
solcher Liebe vollendet, dass sie als Muster dieser Art betrachtet 
werden müssen. Er ahmte mit der Nadel jenen Sammtton nach, 
welcher in den sorgfältigsten alten Abdriicken der Rembrandüschen 
Radirungen von grösstem Reize ist. Man erkennt in seinen Bild- 
nissen und in seinen verschiedenen portraitartigen Köpfen, Büsten 
und Figuren den Miniaturmaler mit der Nadel und dem Aetzwasser. 
Koch verstand es aber auch in einer freien, minder sorgfältigen Weise 
ein malerisches Bild zu geben. In diese Oategorie gehören ausser 
einigen Köpfen und Brustbildern seine meisten Landschaften, welche 
bisher zu den grossen Seltenheiten gehören. Immerhin aber fanden 
seine vollendeten Radirungen in Rembrandüs lrVeise die meisten Be- 
wunderer, ohne dass einer derselben den Künstler zur Veröffentlichung 
seiner Schöpfungen bewegen konnte. Er schlug auch einen vorthei1- 
haften Antrag aus, Rembrandfsche Bilder für ein bedeutendes iran- 
zösisches Kupferwerk in Nachbildung zu geben, und dennoch wäre 
kein anderer Künstler zu einer solchen Arbeit geeigneter gewesen. In 
der letzten Zeit seines Lebens litt er sehr an Hypoehondrie, und kurz 
vor seinem um 1832 erfolgten Tod wollte er sogar seine Platten zer- 
schlagen, was geschehen wäre, wenn die Familie dieselben nicht ge- 
rettet hätte. Die Idee, seine Werke nie der Oeffentlichkeit zu über- 
geben, hatte damals vollkommen die Oberhand gewonnen. _Die Platten, 
und die Sammlung von Blättern ausgezeichneter älterer Meister, welche 
Koch zusammenbrachte, sind noch im Besitze seiner Nachkommen. 
Durch die gütige Mittheilung des Herrn Friedrich Koch in 
Mannheim, eines Enkels des trefflichen Meisters, sind wir im Stande, 
ein Verzeichniss der Blätter desselben zu geben. Wie daraus zu er- 
sehen, tragen die meisten den Namen des Künstlers. Es war bisher 
nur ein kleiner Theil bekannt, und nur sehr selten findet man Ab- 
drücke. Ein Blatt mit dem Monogramme kam uns früher nie vor. Erst 
gegen Ende des Druckes dieses Bandes wurde uns das Vergnügen zu 
Theil, das vollständige Exemplar des Herrn F. Koch zur Einsicht zu 
erhalten. Desswegen folgt hier der Artikel über diesen trefflichen 
Künstler im Nachtrage, wir glauben aber , den Kunstfreunden damit 
nicht lästig zu fallen. Vielleicht ist die Zeit nicht ferne, in welcher 
die Platten veröifentlichet werden. Sie müssen vortreffliche Abdrücke 
geben, da nicht von der geringsten Abnützung die Rede seyn kann. 
B i 1 d n i s s e. 
Die Portraite N0. 1-6 sind ohne Namen der dargestellten Person, 
der breite Unterrand war aber für eine Unterschrift bestimmt. 
i) Dr. Martin Luther, Brustbild nach links auf schattirtem Grunde 
von links her beleuchtet. Links unten: L. Cranach pinxt , rechts; 
F. Koch fecit aqua forti. H. 5 Z. 9 L. Br. 4 Z. 4 L. 
2) Philipp Melanchton, Brustbildhach rechts auf schattirtem und 
um den Kopf beleuchteten Grunde. Links unten: H. Aldegrever pinxl , 
rechts: F. Koch fevl aqua forli. H. 5 Z. 9 L. Br. 4 Z. 4 L. 
3) Friedrich der Grosse von Preussen, starkes Brustbild nach 
links mit in den Plattenrand reichenden Armen und dem Sterne an 
der Brust. Der König 1st im Civilrocke vorgestellt mit gewickelten 
Haaren. Auf schattirtem Grunde, um den Körper beleuchtet, und 
kräftig geätzt. Links unten: Cuningham pinwt, rechts: F. Koch fecl 
aqua forti. H. 6 Z: 4 L. Br. 5 Z. 2 L._ 
4) Hans Holbein der ältere, Büste mit Vollbart, breitem Hute und 
Halskrause nach links. Auf schattirtem Grunde, um Kopf und Schulter
        

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