Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568264
3116. 
1 O87 
Sie streifen an die Erzeugnisse der französischen Renaissance-Periode. 
Wir kennen aber nur zwei Blätter mit dem Zeichen, und es dürften 
auch nur sehr wenige mit demselben vorkommen. Bartsch VIII. p. 6 
beschreibt nur eine Vignette mit dem ersten Monogramm, zählt aber 
dagegen im zehnten Bande unter den Anonymen des 16. Jahrhunderts 
mehrere solcher Vignetten auf, von denen ein Theil auf Rechnung unsers 
Meisters kommen dürfte. Andere Blätter sind im Catalog Reynard I. 
No. 83-103 beschrieben, und darunter mehrere, welche den Nach- 
forschungen des A. von Bartsch entgangen sind. Das Format dieser 
Blätter ist ungleich. Sie enthalten phantastische Figuren, Masken, 
Thiere u. s. w. in Laubwerk und Verschlingungen. Wir geben hier 
ein Verzeicliniss von mehr oder weniger analogen Blättern. Jenes von 
1522 B. VIII. p. 6 dürfte den Anfang machen. Nach und nach er- 
langte der Meister grössere Freiheit in Zeichnung und Stich. Er ist 
nicht Copist, sondern ein selbstschöpferischer, phantasiereicher Künstler. 
Wir geben hier nur die menschlichen und thierischen Phantasiegebilde 
an, und setzen voraus, dass dieselben in Laubwerk vorkommen. 
1) Eine Sphinx mit ausgebreiteten Armen, und einer Leyer in jeder 
Hand. Ueber ihr ist ein phantastischer Vogel, und in weiter anf- 
steigender Linie eine Vase mit Widderköpfen, und ein auf der Kugel 
sitzendes Unthier. In halber Mitte des Blattes bemerkt man das erste 
Zeichen mit der Jahrzahl 1522 darüber. H. 5 Z. 2 L. Br. 2 Z. 6 L. 
2) Ein phantastischer Mannskopf im oberen Theile, und nach 
unten eine Art von Candelaber mit ausgehenden Zweigen. Mit dem 
zweiten Zeichen und der Jahrzahl 1527. H. 3 Z. 10 L. Br. 2Z. 1L. 
3) Ein Löwenkopf zwischen zwei Füllhörnern, und über jedem 
der letzteren ein chimärischer Adler. Unter dem Thierkopfe die Jahr- 
zahl 1527. B. X. p. 153 N0. 12. H. 1 Z. 6 L. Br. 3. 
4) Zwei sich gegenübergestellte Masken in einem aus Laubwerk 
gebildeten Runde. B. X. p. 153 No. 14. H. 1 Z. 7 L. Br. 3 Z. 4 L. 
5) Zwei geflügelte weibliche Chimären mit Fratzenköpfen in halben 
Figuren. Ueber ihnen in Mitte des Blattes ein Cartouche in Form 
eines Herzes mit der Jahrzahl 1529. B. X. p. 153 No. 15. H. 1 Z. 8L. 
Br. 3 Z. 4 L. 
6) Eine in Laubwerk ausgehende weibliche Figur mit Fratzen- 
kopf. Links oben sitzt ein Adler auf dem Laubbüschel. B. X. p. 154 
No. 16. H. 2 Z. 2 L. Br. '3 Z. 6 L. 
7) Zwei auf Füllhörnern ruhende phantastische Thiere. Sie haben 
Adlerköpfe, Löwenschenkel und Flügel auf dem Rücken, jedes einen 
Fuss entgegen reichend. In der Mitte oben 1527. B. X. p. 164 No. 17. 
H.1Z.9L. Br.3Z.11L. 
8) Ein in Laubwerk_ ausgehendes geflügeltes Pferd, auf dessen 
Laubbüschel ein chimärischer Vogel sitzt. B. X. p. 156 No. 22, 
     
In der gegenseitigen Copie ist das Pferdrechts und der Vogel links. 
9) Eine Art von Candelaber und zwei chimärisclie Thiere mit 
Adlerköpfen und vorgestreckten Bocksfüssen. Unten sind zwei Fische 
gegeneinander gestellt. B. X._ p. 15_6 No. 25. H.  Z. 11 L. Br. 2 Z. 5 L. 
10) Eine chimärische Figur im halben Leibe mit Fratzengesicht, 
weiblichen Brüsten und ausgebreiteten Flügeln. Unten rechts und 
links eine Maske, und gegen die Mitte 1529. B. X. p. 156 No. 26. 
H. undBr.2Z.6L: w   
11) Zwei chimärische 'lhiere mit Fratzengesichtern, langem ge- 
kfümmteu I-Ialge, und Schlangenleibern mit Je einem Flügel, und einem 
Kalbsschenkel. B. X. p. 159 No. 34. H. 3 Z. 6 L. Br. 3 Z.
        

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