Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568226
3105  3107. 
1083 
3105. Unbekannter Kupfersteeher, welcher um 1'550 in Deutsch- 
land lebte. Das gegebene Zeichen findet man auf einem Blatte, 
 welches den leidenden Heiland mit der Dornenkrone vorstellt. 
Er sitzt von vorn gesehen auf einem Steine nach links gewandt, und 
seine strahlende Glorie erfüllt den ganzen Grund. Die Hände sind 
über den Unterleib gekreuzt, und in der rechten Hand hält er die 
Geissel. Rechts unten am Steine bemerkt man die Jahrzahl 1553 mit 
dem Moncgramme, welches aber undeutlich ist. Der quer durch G 
reichende Strich scheint I zu seyn. H. 3 Z. 9 IJ- Br. 2 Z. 11 L. 
3106. Joseph Gietleugben, Formschneider von Courtrai, war in 
G6 der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Antwerpen thätig. 
1 Er kam mit Hubert Goltzius in Berührung, und daher haben 
wir ihm mit letzteren einen gemeinschaftlichen Artikel gegeben, nämlich 
"unter dem Initial G N0. 2632. Gietleughen zeichnete ebenfalls mehrere 
Holzschnitte mit dem Buchstaben G, und die Werke, in welchen sie 
vorkommen, sind l. c. angegeben. Man findet nämlich Holzschnitte 
mit diesem Initial in den Emblemen des Johannes Sambucus, in" den 
Fabeln des Gabriel Faernus, und in Nicolai's Reisen in der Türkei. 
Gietleughen wurde von Plantin in Antwerpen beschaftiget, man wusste 
aber bisher den Initial G und das obige Monogramm nicht zu deuten. 
Brulliot I. N0. 1322b- hat dasselbe ungenau nachgebildet, und unter 
GI eingereiht, was auch von anderen Schriftstellern geschehen ist. 
Man wollte desswegen früher den Jean Croissant darunter erkennen, 
welcher aber ausgeschlossen bleibt. Brulliot folgte hinsichtlich Crois- 
sant's seinen Vorgängern, gibt aber dann unter dem Monogramme G I 
N0. 21428 das Zeichen richtig als jenes eines (unbekannten) Form- 
schneiders aus der Offizin des Christoph Plantin. Die obigen Zeichen 
findet man ebenfalls auf Holzschnitten der Fabeln des Gabr. Faernus, 
Antwerpen, Ch. Plantin 1567, 1573, und in N. NicolaPs: Vier Bücher 
von der Rain und Schiffart in die Türkey etc. Antorff, W. Silvius 
1576, 4. Andere geistreiche Holzschnitte mit diesem Monogramme 
sind ferner in Hudriani Junii Medici Emblemata. Eiusdem aenigmatum 
Libellus. Antverpiae apud Ch. Plantinum 1585. kl. 8. Dieses Werk 
wurde auch noch später aufgelegt, mit Benutzung der alten Holzplatten. 
3107 Jörg Geitzkotler, Münzmeister in Joachimsthal von 1563 
(ä bis 1577, bezeichnete nach Schlickeysen (Abkürzungen auf 
G, Münzen 8m. S. 125) Gepräge mit einem aus G I bestehenden 
Monogramme. Der genannte Schriftsteller fügt dasselbe in Abbildung 
bei, und wenn getreu , so weichen die obigen Zeichen etwas ab. Das 
erste findet man auf einer gut gearbeiteten Medaille mit dem Bildnisse 
des Georg Tetzel von 1552, auf welches auch C. A. v. Imhof (Samm- 
lung eines Nürnbergischen Münzkabinets I. 2. S. 678) aufmerksam 
macht, aber ohne Angabe des Monogramms. Letzteres ist am Arme 
eingravirt, wo gewöhnlich das Künstlerzerchen angebracht ist. Es fragt 
sich daher, ob es den Namen des J. Gextzkoiier andeute. Er könnte 
indessen auch Medailleur gewesen, und vor seiner Anstellung in 
Joachimsthal in Nürnberg gelebt haben. Das zweite Zeichen fand Herr 
J. A. Börner auf einer Medaille mit dem Bildnisse einer jungen Dame, 
deren lange, geschmackvoll geflochtene Zöpfe um den Kopf gewunden 
sind. Um den Hals trägt s1e eine doppelte Kette. Die Umschrift der 
Denkmünze besagt: verwevxe. envie. ne. pevlt. navire. S. P. A. Das 
Ganze umgibt ein Kranz von Palmblättern. Durchmesser 1 Z. 6 L. 
Diese Medaille ist ohne Jahrzahl, und nicht später geprägt, als die er- 
wähnte. Es frägt sich, ob sie von dem einen und demselben Künstler 
her-rühre.
        

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