Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1568199
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3100. 
Johann Grünenberg, vermuthen , da. er um 1522 kleine Schriften von 
Luther druckte. Er kann aber hier nur Berücksichtigung finden, wenn 
man ihn als Formsehneider anerkennen wollte. Im v. [lerschauischen 
Cataloge ist N0. 573 nämlich nicht nur die erwähnte Titeleinfassung 
angezeigt, sondern es sind auch noch vier andere Blätter mit demselben 
Zeichen erwähnt. "Sie stellen Scenen aus der Geschichte des Königs 
David vor, und finden sich in der von Hans Luft gedruckten Ueber- 
Setzung der Bibel von Dr. M. Luther. H. 3 Z. 9 L. Br. 5 Z. 8 L. 
Luft liess Zeichnungen von L. Cranach fertigen, und der Monogrammist 
GI muss daher einer der Formschneider desselben gewesen seyn. 
Wenn Johann Grünenberg hier weichen muss, so kann vielleicht ein 
Formschneider Jörg eintreten, von welchem man ein Bildniss des 
Dr. M. Luther mit folgender Schrift findet: zu Wittcmberg bey Jörg 
Formschneider 1551. Mit diesem Künstler könnte Luft wohl in Be- 
rührung gekommen seyn. Die Titeleinfassung von 1522 wäre daher 
aus seiner frühen Zeit. 
3100. Gerhard Janssen, Maler und Radirer, ist nach seinen 
 Lebensverhältnissen unbekannt. Sein Name deutet 
      71 Ü auf holländische Abkunft, der Künstler lebte aber 
wenigstens in der späteren Zeit zu Wien, indem ein Blatt mit diesem 
Ortsnamen vorkommt. Zwei seiner Blätter haben die Jahrzahl 1718, 
wie wir aus FrenzePs Catalog der Sternbergschen Sammlung III. N0. 2059 
ersehen. Die Jahrzahl muss aber auf dem Blatte mit den zeehenden 
Bauern nach D. Teniers undeutlich seyn, da. wir dasselbe auch mit 
der Jahrzahl 1781 angegeben finden. Name, Zeichen und Jahrzahl 
kommen immer verkehrt vor. Die Blätter dieses Meisters sind in einer 
höchst eigenthümliehen Manier gearbeitet, und gehören zu den Selten- 
heiten. Die Figuren, die Gebäude und andere Gegenstände sind in 
ihren Umrissen und einzelnen Schattentheilen sehr geistreich radirt, 
die Luft, das Erdreich, die Bäume und einzelne Graspartien fein mit 
Tuschton hervorgebracht, anscheinlich auf Eisenplatten. Sonderbarer 
Weise ist der Hintergrund meist dunkler, als der Vorgrund, und die 
Gegenstände des Mittelgrnndes erscheinen fast weiss. Aehnliche Ver- 
suche hat Herkules Zeghers gemacht, welcher gegen 1698 starb. Für 
den Erfinder der Aquatinta- oder Tuschmanier wird Le Prince ge- 
halten, Janssen geht ihm aber mit seinen Blättern vor. Letzterer blieb 
beim Versuche, ersterer hatte einen günstigen Erfolg. 
1) Die Kegelspieler vor einem Hause. Rechts bemerkt man eine 
Gruppe von vier Bauern bei den Kegeln, und links schieben zwei die 
Kugeln aus. Das Haus steht links zurück. Nach D. Teniers. Unten 
links im Vorgrunde steht: G. v. Janssen fecit. H. 5 Z. 6 L. Br. 7 Z. 
2) Die vier trinkenden Bauern vor der Schenke im Hofe. Rechts 
im Hause bemerkt man die alte Wirthin, und im Vorgrunde derselben 
ein Fass mit einigen Krügen. Links beschäftigen sich zwei Hirten- 
knaben, und weiter zurück sind zwei Kühe. In der Mitte vorn steht 
verkehrt: G. Janssen 1718. Nach D. Teniers. H. 7 Z. 1 L. Br. 10 Z. 8 L. 
3) Die Bogenschützen, Gruppe von sieben Figuren. Links ist die 
Scheibe aufgestellt, und der rechts stehende Bauer ist im Begriffe ab- 
zuschiessen. Im Hintergrunde stehen Bäume und zwei Häuser. Unten 
links verkehrt in Cursiven: G. J. fecit 1718, weiss auf schwarzem 
Grunde. Nach D. Teniers. H. 5 Z. 6 L. Br. 7 Z. 
4) Landschaft mit seichtem Wasser im Vorgrunde , welches zwei 
Reiter passiren wollen. Auf dem linken Ufer ist altes Gemäuer mit 
den drei Säulen des Jupiter Stator zu "Rom. Zwischen dem Gemäuer 
und den Tempelresten weiden Rinder und Schafe. Das Monogramm
        

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