Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1558345
CIF. 
255 
258. 
255- Apokryphes Zeichem Nach der Angabe in Christls Mono- 
F_ grammen-Erklärung S. 144 soll man ein solches Monogramm 
auf Holzschnitten mit emblematischen Vorstellungen, welche 
6 1564 zu Antwerpen bei Plantin gedruckt wurden, finden. Der 
genannte Schriftsteller hatte wahrscheinlich die Sinnbilder des 
Johannes Sambucus im Sinne, welche 1564 bei Christoph Plantin er- 
schienen, allein der Formschneider zeichnete nicht wie oben, sondern 
mit einem aus G I bestehenden Monogramme. Christ kommt daher 
S. 187 der Wahrheit naher, wenn er sagt, dass auf denselben Blättern 
der Buchstabe G stehe. Er beachtete nur das I nicht, und verfiel 
daher wieder in einen Irrthum, welcher fortgepflanzt wurde. In der 
gegebenen Form kommt das Zeichen auf keinem Blatte vor. 
256. Jean Gomyn, Kupferstecher, arbeitete in der ersten Hälfte 
des 17. Jahrhunderts in Rom. Blätter von seiner Hand, wie 
QF solche von C. Mellan, C. Bloemaert, M. Natalis u. A. findet 
man in: Galleria Giust-iniana, del Marchese Vincenzo Giustiniani. 
321 Blätter mit den beiden Titelblättern und dem Bildnisse des Marchese. 
Zwei Bände, Roma 1631, fol. 
J. Comyn, oder Comin, bediente sich des obigen Zeichens. 
257. Jean Charles Francois, Zeichner und Kupferstecher, geb. 
zu Nancy 1717, gest. 1769. Der Sohn eines reichen 
jß Kaufmanns, übte er die Kunst anfangs nur zu seinem 
 w-Q- Vergnügen, machte aber in kurzer Zeit in der Ge- 
schichte der Chalcographie Epoche. Er ist der Erfinder der Crayon- 
Manier, oder der Kunst, Zeichnungen in schwarzer Kreide auf Kupfer 
nachzuahmen, wodurch er auch den Vortheil erreichte, Röthelzeich- 
nungen zu vervielfältigen, indem nämlich die Platten in rother Farbe 
abgedruckt wurden. Francois hatte aber Nebenbuhler, und darunter 
machte ihm Gilles Demarteau sogar die Ehre der Erfindung streitig. 
Letzterer brachte das Verfahren nur zu höherer Vollkommenheit, so 
dass die Abdrücke von seinen Platten die Zeichnungen täuschend nach- 
ahmen. Wollte man indessen noch weiter gehen, so wäre auch Francois 
nicht der Erfinder dieser Kunst, sondern Franz Aspruck, welcher 
schon um mehr als 100 Jahre früher dieses Verfahren angewendet 
hatte, wie unter den Initialen A. C. -F. A. I. N0. 285 zu ersehen ist. 
Auch J. Lutma ist älter, als die genannten Franzosen, Francois und 
Demarteau hatten aber mit ihrer Erfindung grossen Erfolg, während 
die Versuche von Aspruck und Lutma vergessen wurden. 
Für die Erfindung des J. C. Francois spricht ein Brief an 
Mr. Saverien am Ende des ersten Theiles folgenden Werkes: Histoire 
de Philosophes modernes, par M. Saverien. Paris 1761, gr. 4. Es er- 
schienen zwei Abtheilungen, wovon jede ein abgeschlossenes Ganze 
bildet. Sie enthalten 13 Portraite, 11 allegorische Vorstellungen und 
zwei Titelblätter in der neuen Kreidemanier, worüber Francois in 
seinem Schreiben an Saverien Auskunft gibt. Der Künstler hat aber 
auch noch viele andere Blätter dieser Art hinterlassen, besonders Bild- 
nisse und Idealköpfe, welche zum Zeichnungsunterrichte benutzt wurden. 
Die eigentlichen Kupferstiche und Radirungen bilden den geringeren 
Theil seines Werkes. An diese Blätter reihen sich dann die Versuche 
im Farbendruck, worin er le Blon und Gautier dlAgoty nachahmte. 
Auf mehreren Blättern findet man das Monogramm des Künstlers. 
258. Jean Charles Francois, der vorhergehende Meister, be- 
j zeichnete in solcher Weise ein Blatt in Kreide- 
 ranw 1' 6' manier. Es stellt einen jungen weiblichen Kopf
        

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