Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
CF - GI
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1557350
Vorrede. 
aber desswegen damit sparsam geworden, da mir im Archiv für die 
zeichnenden Künste VI. S. 270 der wohlmeinende Rath ertheilt wurde, 
den grossen Meistern gegenüber das Prädikat tüchtig, bedeutend, 
schön, sehr schön u. s. w. im Monogrammen-Lexicon wegzulassen. 
Somit überlasse ich das Urtheil über die modernen Knnsterzeugnisse 
grösstentheils dem Kunstfretlnde, und dem, der sich darum bekümmert. 
Unser durch die geistreiche Auffassung eines Kilgler, Schnaase und 
anderer Geschichtschreiber der Kunst fein herangebildetes Publikum findet 
sich jetzt wohl selbst zurecht, und der wahre Kunstfreund und Kenner 
hat ohne Autopsie auf eine zufällige Beurtheilung von jeher ohnehin 
wenig geachtet. Ich habe mich daher zur Ersparung des Raumes seit 
längerer Zeit der kritischen Würdigung oft enthalten, und überlasse es 
einem jeden Dritten zu bestimmen, ob z. B. irgend ein Künstler der 
modernen naturalistischen Richtung sein Gemälde mit dem Pinsel oder 
mit der Kelle aufbaut. 
Das System für die Anordnung der Monogramme wird als ein 
glückliches und anschauliches bezeichnet, zur Erreichung dieses 
Zweckes sah ich mich aber zuweilen in die Nothwendigkeit versetzt, 
dem einen und demselben Künstler zwei, drei und sogar noch mehr 
Artikel zu widmen. Diess liegt aber in der Natur der Sache, da nicht 
jeder Meister sein Monogramm stereotyp wiederholt, sondern viele 
Künstler wechseln, nicht selten von der einfachen Form zu einer com- 
plicirten übergehen, und somit der alphabetischen Progression Rechnung 
getragen werden muss. Ich kann nach meinem Systeme das aus rö- 
mischen oder gothischvn Buchstaben bestehende Zeichen des einen und 
desselben Künstlers nur in den seltensten Fällen mit jenem aus mo- 
dernen Oursiven verbinden, ich muss den einfachen Initial früher 
setzen, als die Anfangsbuchstaben des Vor- und Zunamens, und wenn 
auch noch F (fecit), P (pinxit), S (sculpsit) u. s. w. hinzukommt, so 
entfernt sich der einfache Buchstabe, und auch das einfache Mono- 
gramm immer mehr, und der eine und derselbe Künstler kann daher 
vier bis fünf Artikel erhalten. Der Berichtgeber des erwähnten Archivs 
meint, es könne diess zur Vermeidung der häufigen Wiederholungen 
mit einem Einzigen, und mit einfacher Verweisung auf die Nummer 
desselben an den späteren Stellen abgethan werden. Der betreffende 
Meister hat ja immer nur Einen Hauptartikel, gewöhnlich unter dem 
ersten Monogramme, und auf diesen wird später verwiesen. Es ist aber 
zu bedenken, dass z. B. Blätter mit dem Initial G nicht unter den 
Buchstaben GF oder einem aus diesen gebildeten Monogramme aufge- 
sucht werden. Ich muss mich wohlimmer in die Lage jenes Kunst- 
freundes denken, welcher des Zeichens unkundig sich Rath erholen 
will. Er mag unter G, oder wenn nothwendig, unter G F u. s. w. 
suchen, es wird ihm dabei der Rückweis nicht fehlen, und dadurch 
verbinden sich zwei Artikel leicht zu einem einzigen. Dieser Rück-
        

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