Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555389
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2165. 
Dieses WVerk enthält eine Menge schöner Holzschnitte, und die 
grösseren sind mit reichen Randbildern umgeben. Sie nehmen die 
Blattseiten ein, während die kleinen Holzschnitte Vignetten bilden. 
Mehrere der grösseren Schnitte erinnern an die fleissig vollendeten 
alt-italienischen Gemälde, und es dürfte nicht zu gewagt seyn, an 
Cordelliaghi zu denken, dessen Werke Vasari von zartem und süssem 
Style fand. Auf anderen Holzschnitten dieses Missale steht der Buch- 
stabe L, welcher sich wahrscheinlich auf Lorenzo Costa bezieht. 
2165. Jakob Gammerlander von Mainz, Jean Groissant, und 
vielleicht noch ein anderer Formschneider werden auf diesen 
L7 Artikel Anspruch haben. Magister Jakob Cammerlander war 
Schriftsteller und Buchdrucker in Strassbnrg, und gab mehrere Werke 
unter dem Namen Jakob Polychorius heraus. Man zählt ihn auch 
mit Recht zu den Formschneidern, deren mehrere in den ersten De- 
cennien des 16. Jahrhunderts Druckereien gegründet hatten. Heller 
(Gesch. der Holzschneidekunst S. 138) sagt, dass ein M. Jakob Camcr- 
landcs 1543 zu Strassburg ein Kunstbiichlein mit Holzschnitten heraus- 
gegeben habe. Dieser Camerlandes ist nun unser Magister J. Cammer- 
lander, der gelehrte Buchdrucker, dessen Kunstbüchlein uns aber 
nicht zu Gesicht gekommen ist. Das Zeichen, welches auf Form- 
schnitten dieses merkwürdigen Mannes vorkommt, besteht in einem 
kleinen lateinischen C. Man findet es auf Blättern folgenden Werkes: 
Chronica C. Crispi Salustij von den Römischen Buridtsehuch, Rettung oder 
Empörung wider eyn Obergkeyt   hie bei findstu auch den Krieg der 
Römer wider Jugurtham der Numidier König. Alles lustig zu lesen (in 
Uebersetzung von Jakob Polychorius). Strussburgk, Jacob Cammerlander 
1534. fol. Die Holzschnitte dieses Werkes sind in der Weise der 
Gebrüder Vogtherr behandelt. Ein Blatt mit dem Buchstaben C stellt 
den Catilina vor, wie er seine Truppen anredet. H. 3 Z. 6 L. Br. 
3 Z. 1 L. Ein anderes Blatt zeigt einen Patrizier in mittelalterlicher 
Tracht. H. 3 Z. 6 L. Br. 1Z. 9 L. Andere Holzschnitte mögen 
von H. Vogtherr sen. herrühren. 
J. Cammerlander illustrirte auch folgendes Werk: Der Narren 
Spiegel. Das gross Narrenschiff, durch besuraderen fleiss, ernst und arbeyt, 
jetzt von hewem, mit oil schönen sprächen, erempeln, und zugesetzten Hi- 
storien ergäntzet. Durch Sebastianum Brandt.  Gedruckt zu Strassburg 
bei M. Jacob Cammerlander Anno 1545, 4. Die vielen guten Holz- 
schnitte und Zierleisten dieses Werkes sind grösstentheils ohne 
Zeichen. Ueber J. Cammerlander vgl. auch Wichmann-Kadow in Dr. 
Naumanrüs Archiv II. S. 135. 
Mit dem kleinen Buchstaben C signirte auch ein französischer 
Formschneider, welcher nach unserer Ansicht Jean Croissant 
heisst. Dass ein Meister dieses Namens gelebt habe, wissen wir aus 
alter Tradition, sein Name haftet aber an keinem Formschnittwerke. 
Nur muthmasslich werden ihm Blätter mit dem Buchstaben C zuge- 
schrieben. Andere legten dem J. Croissant auch ein angeblich aus C I 
bestehendes Monogramm bei, welches aber aus den Buchstaben GI 
zusammengesetzt ist, und einem Formschneider der Plantinlschen Offi- 
zin angehöret. Doch erhielt auch der Meister C Aufträge von Plantin, 
so wie von Th. Rihel in Strassburg, von G. Gilles in Paris u. s. w. 
Blätter mit dem Buchstaben C findet man in J. Sambuci Emble- 
mata et aliquot Numi antiqui. Anwerpiae 1569, 12, und in folgendem 
Werke: Horae Beatissimae Virginia Mariae ad usum Romanum, num; 
primum perquam syncere castigutae atque repurgatae.  Anwerpiae ex 
officina Chr. Plantini M.D.LXV, S. Die schönen Holzschnitte dieses
        

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