Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - CF
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1545733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1555337
2145- Stempel der Fayenoe-Manufactur in Bauen. Diese Anstalt 
hatte ein königliches Privilegium, und blühte in der ersten 
4M  Hälfte des 17. Jahrhunderts. Man Hndet verschiedene Ge- 
{mlm luut, fiisse aus derselben, welche mit polyehromen Ornamenten 
Nil: im! " versehen sind. Die Fabrikate dieser Anstalt finden noch 
 Hi"? viele Liebhaber, und man begegnet denselben auch in 
öfientlichen Sammlungen. Die Techniker dieser Anstalt 
C beschränkten sich meistens auf die Ornamentik. Gefässe 
mit figürlichen Darstellungen kommen selten vor. 
2146. Stempel der Porzellan-Manufactur von Glignancourt, 
welche der Herzog von Orleans um 1750-1760 gegründet 
 hatte. Es wurden damit die Fabrikate aus dieser An- 
c stalt bezeichnet, sowohl die eintnchen, als die bemalten 
Gefässe u. s. w. 
2147. Glaudio 608110 soll nach Heller (Monogn-Lex. S. 63) der 
'l'räi.ger dieses Zeichens seyxi; der genannte Schriftsteller sagt 
Q aber nicht, ob es sich auf einem Gemälde, oder auf einer Zeich- 
nung linde. Die Bilder im k. Museum zu Madrid sind mit dem 
Namen des Meisters versehen, und auch auf seinen Radirungen steht 
derselbe. Man kennt nur drei Blätter von ihm, nämlich die Bildnisse 
des Königs Carl II. von Spanien und seiner Gemahlin, und eine Scene 
aus der Leidensgeschichte des Herrn. Letzteres Blatt erwähnt auch 
Brulliet II. No. 315, wir wollen es aber hier naher beschreiben. Das 
Kreuz mit dem Heilande steht unter einem Baldachin, welchen rechts 
und links zwei Engel halten. Auf dem Piedestale des Kreuzes sieht 
man Maria in halber Figur mit gefalteten Händen. Links steht St. 
Augustin mit Stab und brennendem Herz, rechts St. Monica mit Kreuz 
und Buch. Die Bandrolle oben auf dem Baldachin hat die Schrift: 
El Santissinzo Cr-isto de la misericordia qui esta en el Conul" de Religio- 
sas Agustinas Recolelas de la calzada. Unten zwischen den beiden 
Statuen der Heiligen: Claud; Coello dell. er scuIp. 1682. H. 9 Z. 5 L. 
Br. 6 Z.  Dieses seltene Blatt ist fein radirt, gut, aber flüchtig ge- 
zeichnet. Der Meister bediente sich kurzer Striche, so wie ihn das 
malerische Gefühl leitete. Dasjenige, was man Manier nennt, beob- 
achtete er nicht. 
C. Coello ist portugiesischer Abkunft, wurde aber in Madrid ge- 
boren, wo sich sein Vater Faustin als BFODQG-Afbßltßf niedergelassen 
hatte. Sein Zeitgenosse, vielleicht Bruder, Bento Coelho da Silveira, 
behauptete in Lissabon denselben Ruf, wie Claudio in Madrid. Sie 
gehören zu den Celebritäiten ihrer Zeit. Unser Meister starb 1693, 
Bento 1708.
        

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